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Monster der Welt – Teil 15 : Der Wendigo


Aussehen:

Trotz zahlreicher Sichtungen unterscheiden sich die Beschreibungen, was das Aussehen des Wendigos angeht, beträchtlich. Allgemeine Übereinstimmung herrscht jedoch darüber, dass er von großer und schlaksiger Natur sein soll. Einige Beschreibungen von Campern und Jägern behaupten sogar, er wäre so dünn, dass man ihm von der Seite nicht wahrnehmen könnte. Da sich jedoch solch ein Wesen in den rauen windigen Wintern des Nordens kaum seinen Weg zu seinen Opfern bahnen könnte, sondern vielmehr wie ein Segeltuch durch die Täler und Prärien des amerikanischen Nordens geblasen werden würde, darf diese Behauptung guten Gewissens bezweifelt werden. Laut den amerikanischen Eingeborenen ist der Wendigo über 15 Fuß (ca. 5 m) groß, hat leuchtende Augen, gelbe Reißzähne und eine lange Zunge. Er ist entweder von einer blassen, gelben Haut bedeckt oder am ganzen Körper behaart. Ob diese gegensätzlichen Beschreibungen auf regionale Unterschiede der Wendigo-Population zurückzuführen sind, ist nicht bekannt. Ebenso existieren Beschreibungen des Wendigos als eine Art stinkender, wandelnder Leichnam. Fest steht jedoch, dass er bei seiner Entstehung eine menschliche Erscheinungsform besitzt und dann in einem nicht näher definiertem Zeitraum in eine der aufgeführten Gestalten transmutiert.



Fotografien von Wendigowak scheint es nicht zu geben. Deswegen an dieser Stelle einige Illustrationen, wie sich einige junge Ilustratoren in Foren den Wendigo vorstellen. (Bilder von: ShadowyNight, Gaelvin und Ashere)


Heimat:

Die Heimat des Wendigos liegt in den Wäldern der nördlichen USA und Kanada. Insbesondere die höhergelegenen Wälder von Minnesota scheinen sich unter den Wendigowak großer Beliebtheit zu erfreuen.




Hintergrundgeschichte:

Die amerikanischen Ureinwohner (insbesondere die Stämme der Algonkin-Sprachfamilie) kennen die Geschichte vom Wendigo schon länger als sie sich erinnern können. Ein Wendigo war einst ein normaler Mensch, der sich nach dem Verzehr von Menschenfleisch in eine monströse Kreatur verwandelt und fortan, getrieben von einer unersättlichen Gier nach Menschenfleisch, durch die Wälder streift. (Alternativ: Ein kannibalistischer Geist, der von einem Menschen Besitz ergreift, während dieser träumt). Seine Gier nach Menschenfleisch kann niemals befriedigt werden. Denn der Wendigo wächst proportional zur Größe seines Opfers, welches er verschlingt. So sind sie während ihrer Existenz dazu verdammt, zeitgleich sowohl vollgefressen, als auch ausgemergelt und am Verhungern zu sein. Der Name bedeutet daher auch sinngemäß: Böser Geist, der die Menschheit auffrisst.

Vermutlich stammt die Legende des Wendigos daher, dass es früher in vielen Stämmen und unter den Siedlern in den harten nordischen Wintern in Notsituationen, wenn man durch den Schnee von der Außenwelt für lange Zeit abgeschnitten war, als einziger Ausweg galt, sich kulinarisch an seinen Mitpersonen zu vergreifen. Der Wendigo ist also eine Warn- und Schreckfigur, welche der Durchsetzung des Tabus des Kannibalismus dient. Lieber erfrieren und verhungern, als seinen Nachbarn aufzuessen. In anderen Überlieferungen können sich auch sehr gierige Personen in Wendigowak verwandeln. (Denn auch sie werden schon als Menschen niemals satt). So scheint der Wendigo eine Figur zu sein, die dazu dient, das soziale Zusammenleben innerhalb der Gruppe zu fördern.

Ob es einen realen Ursprung für diese Figur gibt, zum Beispiel eine Art einheimischen Big Foot, der sich dann mit den Vorstellungen über Sozialhygiene verschmolz, ist ungeklärt. Fest steht, dass auch die weißen Siedler die Geschichte durchaus ernst nahmen und im Laufe der Jahre zahlreiche Sichtungen vermeldeten. Im Zuge dieser Sichtungen bekommt der Wendigo auch neue Eigenschaften zugeschrieben. In bestimmten Gegenden wird er zu einer Art Banshee umfunktioniert. So wird aus dem Städtchen Roseau (Minnesota) berichtet, dass dort bis 1920 mehrmals ein Wendigo gesichtet wurde, dessen Auftauchen jedes Mal einen unerwarteten Todesfall nach sich zog.


Opfer:

Falls man nicht dazu neigt, die Wendigowak selbst als Opfer zu betrachten, sind das vor allem Jäger. Im Großen und Ganzen natürlich jeder Mensch, der ihnen über den Weg läuft.


Taktik:

Der Wendigo verschlingt sein Opfer. Da anscheinen noch niemand solch eine nähere Begegnung überlebt hat, gibt es keine Erkenntnisse darüber, wie genau er dabei vorgeht. Vermutlich vermittelt aber die Vorstellung eines vor Hunger fast wahnsinnigen Wolfes der auf ein lahmes Kaninchen trifft eine gute Vorstellung. Messer und Gabel benutzt er mit Sicherheit nicht.


Abwehr:

Wendigowak können getötet werden. Allerdings macht man das am besten BEVOR er endgültig die Form eines Wendigos annimmt. Der indianische Schamane Jack Fiddler gibt an, bis zum Jahr 1907 vierzehn Wendigowak getötet zu haben. Diese Tötungen erfolgten bevor sich die Betroffenen in einen Wendigo verwandelten. Es soll auch vorgekommen, dass der Befallene selbst um die Erlösung bittet. Fiddlers eigener Bruder wird getötet, nachdem er sich aufgrund akuter Nahrungsmittelknappheit während einer Expedition in einen Wendigo verwandelt. Im Frühjahr 1907 wird Jack Fiddler von der kanadischen Polizei verhaftet und des Mordes angeklagt. Er erhängte sich im September des gleichen Jahres.

Wie man erfolgreich einen “ausgewachsenen“ Wendigo beseitigen kann, darüber gibt es wenig seriöse Auskünfte. Einige Quellen berichten von Feuer, was aber aufgrund der mangelnden Quellenlage eher der Populärkultur entnommen worden zu sein scheint. Zumal Feuer im großen und ganzen Alles beseitigt, was da kreucht und fleucht. Genausogut könnte man behaupten, man töte einen Wendigo, indem man einen großen Berg auf ihn stürzen lässt oder ihn in eine Häckselmaschine wirft.


Sonstiges:

Bei den Indiandervölkern der Cree und Objibwe gab es einen satirischen Ritualtanz, der in Hungerszeiten an das Tabu des Verzehrs von Menschnefleisch erinnern sollte, Bei den Objibwe lautet der Name dieses Tanzes wiindigookaanzhimowin und wird heute noch am letzten Tag des Sonnentanzes aufgeführt.

Im nördlichen Minnesota gibt es einen Lake Windigo.

Unter einer Wendigo- oder Windigo Psychose versteht man die Wahnvorstellung sich in einen Wendigo zu verwandeln. Es handelt sich dabei um eine Form der Lykanthropie.

Als Horrorfigur wurde der Wendigo durch die klassische Horrorgeschichte des Altmeister Algernon Blackwood mit dem Titel “Der Wendigo“.

Die Mehrzahl von Wendigo ist Wendigowak.

Im Fantasy-Online-Spiel “World of Warcraft“ gibt es Wesen mit der Bezeichnung Wendigo. Sie sehen jedoch eher pummelig-possierlich aus und haben mit den eigentlichen Wendigowak nichts zu tun. Auch im Marvel-Universum gibt es eine Figur namens Wendigo (siehe Bild unten).


Schrecklevel: 10 von 13

Eine riesige, schlaksige Figur mit langen Klauen, die rastlos durch die Wälder streift, immer auf der Suche nach Menschenfleisch und, egal wie viel sie isst, nie satt wird? Ganz schön unangenehm. Da verlegt man den nächsten Camping-Urlaub doch lieber in den Harz.


Seid auch nächste Woche wieder mit dabei, wenn es heißt: Monster der Welt!


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9 Kommentare »

  1. voll krass,aber cool.Denkt mal ihr geht in den Wald spazieren und sieht eine weiss nicht wie grosse lange,schlaksige Figur auf dich zukommen…Schnell weg!!

    Comment von Schule is Mord! — 25. Januar 2012 @ 17:42

  2. Mein Bruder Einer der an sowas nicht glauben tut und schmunzelt wen man von sowas spricht hat am 28.9.2012 einen in Bramsche Deutschland gesehen um 23 Uhr und hat es selber nicht glauben wollen sein glück er saß im Auto und der Wendigo ist vor seinem wagen gelaufen mein Bruder konnte noch halten und das ding stand nur einen meter von ihm weg so 15 Sekunden und dann lief es weiter. Schock! Es gibt doch mehr als wir uns eingestehen wollen.

    Comment von Dante7180 — 6. Oktober 2012 @ 18:19

  3. Mein lieber Dante! Na da hat Dein Bruder aber nochmal ordentlich Glück gehabt, möchte ich sagen. Verdammt! Das bedeutet, dass sie es über den großen Teich geschafft haben und nun auch hier heimisch geworden sind. Also: Obacht beim Pilze sammeln! Dein Kürbiskönig

    Comment von Der Kürbiskönig — 9. Oktober 2012 @ 10:43

  4. Der Sonnentanz ist eine martialische Tradition der Indianer, wobei Lederriemen durch die Haut gezogen und die Leute daran aufgehängt werden.

    Comment von Das Mädel im Sarg — 15. Juni 2013 @ 22:11

  5. Das kann ich so nu gar nicht stehen lassen:
    “Martialisch” ist die wohl unzutreffendste und ignoranteste Beschreibung des Sonnentanzes, die ich mir vorstellen kann – auch wenn es sich bei oberflächlicher Betrachtung so darstellen mag.
    Der Sonnentnz ist eine Schöpfungszeremonie und das Pendant für Männer zur Geburt der Frau. Es geht darum, Leben zu geben (ähnlich Ernte-Dank) und das auch, ja, unter Schmerzen, weil nur das ein Opfer ist. Für alles, was ich das Jahr über erhalten habe (von der Natur) gebe ich ein ganz klein wenig zurück.
    Ähnliches findet sich ja nun in allen authentischen Religionen oder sagen wir besser spirituellen Lebensweisen.
    Näher kann MANN dem Vorgang des Leben-Gebärens (oder Gott oder dem Schöpfer) meiner meinung nach nicht kommen … und MANN wird dadurch ähnlich reich beschenkt wie die Frau durch die Geburt.
    Leider (oder zum Glück) ist es so, das wahres Lernen durch Anstrengung und auch “Leid” begleitet wird.
    Aber da gibt es sicher bessere Quellen als mich im Netz!
    P.S. Durch die Haut werden kirschholzstöcke “gepierct” und erst daran kommt die “rope”, die mit dem Lebensbaum verbunden wird …

    Comment von olaf — 28. Januar 2014 @ 14:51

  6. wendigos enstehen nur dadurch das sie Menschenfleisch essen. nicht durch einen biss. mann kann sie mit feuer töten denn sie haben ein sogennantes herz aus eis was durch feuer zerstört werden kann. der geist des wendigos verlässt dann den wendiogo körper und irrt herumm bis er ein anderes opfer findet was menschenfleisch aß um von ihm besitz zu ergreifen. wendigos haben meißtens weiße milchige augen.die sehen aus wie skelette und haben unmenschich lange zähne und sehr lange klauen. die mutataion dauert meitens 7-10 tage danach ist kein funken menschlichkeit mehr in ihnen.
    so das ist mein persöhnliches wissen über wendigos da mir das hier noch ein bisschen fehlte dachte ich mir das ich mein wissen teilen möchte

    Comment von fiona — 21. Oktober 2015 @ 19:01

  7. hi, ich finde denn wendigo irgendwie cool, ich meine er ist ekelhaft und so aber sonst.. also eins steht fest: ich werde nie im leben nach USA oder Kanada gehen!! Ich glaub daran aber bin mir nicht sicher ob es ihn wirklich gibt. oh und denn Sonnentanz: hey es gibt vielleicht 2? und dein wissen FIONA ist beeindruckend! ich hab denn wendigo mal gesehen er was nahe..sehr nah..ich hab ihn nur 1/2 sec gesehen ich bin in mein zimmer gegangen(dabei kucke ich hinter der Tuer, sehe schnell) dann hab ich schnell wieder hingeschaut dann was meine Schwester da?!!? ich glaub ich bin sowas von tot!!

    PS: Jep es war in mein zimmer

    und vielleicht gib es wendigos nicht NUR in wald! es kann sein das sie bemerkt haben das es in der Stadt mehr Menschen gibt dass heisst mehr Nahrung!!!

    Comment von groesterTDMfanNr1 — 28. Dezember 2015 @ 21:55

  8. Kürbiskönig du Bastard

    Comment von JayKay187 — 1. Februar 2016 @ 23:34

  9. Also ich habe mit meinem Freund auch schon so einen Wendigo gesehen. Er kam aus dem Wald gerannt und wir waren im Auto anscheinend hat er uns gesehen und war in weniger als 5 Sekunden wieder im Wald.. wir konnten selber nicht glauben was wir da gesehen haben aber anscheinend ist es wohl doch ein Wendigo gewesen. Gesehen zwischen April und Mai 2015 nachts bei Hof Saale am Untreusee Parkplatz. Habe mich die ganze Jahre damit nicht befasst deswegen kommt der Eintrag erst so spät.

    Comment von shivoch — 3. April 2017 @ 19:40

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