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Roald Dahl’s Buch der Schauergeschichten

Genre: klassische Gruselgeschichten
Autor: Roald Dahl (Hrsg.)
Verlag: Rowohlt

Im schauerlichen Jahre 1958 war es, dass der Autor Roald Dahl, als Verfasser von so namenhaften Schmökern, wie “Charlie und die Schokoladenfabrik“, “Hexen Hexen“, “Kuschelmuschel“ und “James und der Riesenpfirsich“ beileibe kein Unbekannter, einem ihm halbwegs bekannten Hollywood-Produzenten vorschlug, zusammen eine TV-Gespenster-Serie zu produzieren.

Roald Dahl's Buch der SchauergeschichtenDiese sollte nicht mehr und nicht weniger als die Adaptionen der besten Gespenstergeschichten der Welt enthalten. Alle waren begeistert und nun lag es an Dahl aus dem riesigen Œuvre an Schauergeschichten, welche die Jahrhundertwende so zahlreich hinterlassen hatte, die 24 besten für die Serie herauszusuchen. Ein leichtes Unterfangen. Doch schon Tage später fand man den Erfolgsautor schockiert, ja geradezu entgeistert, zwischen seinen Stapeln von Gruselbüchern aus der örtlichen Bibliothek sitzen. Doch nicht die gruseligen Schrecken der Erzählungen hatte zu diesem Zutand geführt. Nein! Allein die grausige Qualität der Gruselwerke ließ den Meister in einer Schockstarre unfassbaren Entsetzens zurück. Nach 150 gelesenen Erzählungen hatte er erst zwei brauchbare Geschichten zusammen. Nach eigenen Angaben quält er sich durch ganze 749 Geschichten – er trägt jede Geschichte sorgfältig in ein Heft ein und gibt ihr eine Note – bis er 24 Geschichten zusammen hat.

Um es kurz zu machen: Das TV-Serienprojekt scheitert. Und dem armen Erfolgsautor bleibt, nach tagelangen, wochenlangen, ja vielleicht Monaten des Lesemartyriums nichts weiter, als die einmalige Kenntnis der 24 besten Gespenstergeschichten der Welt. Er benötigt 25 Jahre, um den Schock zu verarbeiten und auf die für einen Schriftsteller äußerst abwegige Idee zu kommen, die Geschichten in einem Buch zu veröffentlichen.

Wohin fährt der “Der Vier Uhr-Fünfzehn Express”?

Leider hat er von den 24 Geschichten wiederum nur 14 ausgewählt. Vielleicht wollte er dem Leser kein all zu dickes Buch zumuten? Oder er befürchtete, bei so einer Ansammlung exzellenter Schauergeschichten würde der eine oder andere Leser erschrocken vom Stuhl fallen und er sähe sich dann deren Klagen ausgesetzt? Und so müssen wir leider auf solch neugierig machende Geschichten wie “Der Vier Uhr-Fünfzehn Express“ verzichten. Auch wenn mich der Gedanke quält: Was mag nur in diesem Express grausiges vorgefallen sein?

Natürlich ist an Dahls “Besten Gruselgeschichten der Welt“ der Zahn der Zeit nicht ganz spurlos vorbeigezogen. Einige wirken aus heutiger Sicht doch arg betulich und vohersehbar. Mit der Erkenntnis, dass es sich bei dem seltsamen Herren aus dem Antiquitätenladen um die Ecke in Wahrheit um einen Geist gehandelt hat, ist nun mal heutzutage nur noch wenig Gänsehaut zu machen. Dennoch ist Dahls Zusammenstellung eine echte Empfehlung für alle Freunde des wohligen, altmodischen Schauderns und hat mit Geschichten, wie “Harry“ oder “Die obere Koje“ einige echt unheimliche Highlights zu bieten. Und mit “Der Geist einer Hand“ (ja, sie handelt genau davon!) eine der obskursten Gespenstergeschichten überhaupt.

Eine wahrer Lesetipp für alle Freunde des atmosphärischen Gruselns. Das Buch ist antiquarisch gut erhältlich und dabei auch noch äußerst preiswert.


Text: A. Hartung

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