Halloween.de - Das Horror & Grusel Magazin für Halloween > Empfehlungen > Filme > Klassiker > Tanz der Teufel

Tanz der Teufel

(“The Evil Dead“)

USA | 1981 | 70min | uncut 85min | FSK 16 | uncut Version FSK18

Na dann schönes Wochenende

Fünf junge Erwachsene, darunter ein Pärchen, machen sich auf den Weg, um einige schöne Tage in einer abgelegenen Hütte im Wald zu verbringen. Alles läuft wie geplant und sie genießen eine unbeschwerte Zeit, in der sich die Gruppenmitglieder näher kommen, bis sie ganz unerwartet einen seltsamen Fund machen. Die Truppe entdeckt im Keller des Hauses zwei Dinge aus dem Besitz des vorherigen Bewohners: ein Buch sowie ein Tonbandgerät. Auf letzterem befinden sich die Tagebucheinträge eines Wissenschaftlers, der das Buch Naturon Demonto (Das Buch der Toten) analysiert und daraus vorliest. Kaum dass die Worte den Lautsprecher verlassen, regt sich das Böse in den Wäldern rund um die kleine Holzhütte, mitten in Tennessee. Es ergreift nacheinander Besitz von den Ahnungslosen, die daraufhin fleißig dezimiert werden.

Mit der Kamera über Stock und Stein

Sam Raimi (“Der Fluch“, “Spiderman I-III“) schafft Anfang der 80er Jahre einen Horrorfilm, der trotz des niedrigen Budgets, mit sehr guten Masken und Special-FX aufwarten kann. Damit setzt Raimi einen neuen Maßstab für Horror-B-Movies. Der Film überzeugt durch seine dichte Handlung und Atmosphäre. Die verwirrend verzerrten Bild- und Soundwiedergaben und die Shakycam, eine von zwei Leuten getragene Kamera, geben dem Ganzen einen noch gruseligeren Touch. Nichtsdestotrotz besitzt der Film hin und wieder eine unfreiwillige Komik.

Der Film erscheint 1983 mit dem Titel “Tanz der Teufel“ in den deutschen Kinos. Ein Jahr später wird die Videofassung von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BpjM) indiziert und wiederum ein Jahr später beschlagnahmt. Mittlerweile ist im Handel eine gekürzte FSK16-Fassung erhältlich.

Die mit dem Teufel tanzen und noch mehr Böses aus der Welt der Bäume

In zwei weiteren Teilen, tanzen die Teufel erneut: “Tanz der Teufel II – Jetzt wird noch mehr getanzt“ (1987) und natürlich “Armee der Finsternis“ (1992). Die letzteren beiden Filme gehören direkt zusammen, da “Tanz der Teufel II“ im Grunde keine Fortsetzung des ersten Teils darstellt. Vielmehr wird die Geschichte in abgeänderter Form noch einmal erzählt und dann mit “Armee der Finsternis“ weitergeführt. Der Stil der beiden Folge-Streifen unterscheidet sich maßgeblich vom ersten Film. Hier wird mehr Wert auf Komik und Slapstick gelegt. Sam Reimi, ein großer Fan der “Drei Stooges“, spart dennoch nicht an Blut und Besessenen.

Die Geschichte beginnt in “Tanz der Teufel II“ abermals in der Holzhütte im Wald, in der es sich Ash und seine Freundin gemütlich machen wollen und wieder gelingt dies nur bis zu dem Zeitpunkt des Auffindens des Buches, welches nun Necronomicon heißt, sowie des Tonbandgerätes. Umgehend macht sich das Böse erneut an die Arbeit und es wird, wie soll es auch anders sein, anständig Besitz ergriffen bis die Schwarte kracht und dazu im Takt kettengesägt. Im Showdown wird der inzwischen kampferprobte Ash, samt Oberdämon in einen Zeitstrudel gezogen und findet sich postwendend, von Rittern umzingelt, im Mittelalter wieder. Die Rückkehr in seine eigene Zeit ist nur mit dem Necronomicon möglich, doch als Ash dieses holen will und einen Zauberspruch, „Klaatu Verata Nektu”, falsch ausspricht, ersteht dummerweise die Armee der Finsternis wieder auf und schickt sich an, den Protagonisten mitsamt seinen befreundeten Rittersleut ins Jenseits zu befördern.

Teuflisches Fazit

Die außergewöhnliche “Tanz der Teufel“-Filmreihe darf in keiner Horrorfilm-Sammlung fehlen. Die Streifen bieten eine Breitbandunterhaltung, die es nur selten gibt. Von Splatter bis Slapstick wird alles abgedeckt, was der moderne Horrorfilm an Klischees und Spannungsmomenten hergibt – allerdings ohne dabei albern oder überzogen zu wirken. Wer den besonderen Kick will, der sollte sich natürlich die Uncut-Versionen zulegen. Na dann, fröhliches Tanzen und Blutspenden!

“Tanz der Teufel” tanzt auf vielen Hochzeiten:

Besessener Gesang oder singende Besessene?

Über 400 Shows beschert die Crew des Off-Broadway-Stücks “Evil Dead – The Musical“ den blutlüsternden Fans. Das skurrile Musical wird einige Jahre in Toronto und Montreal (Kanada), sowie eine Zeit lang in New York (USA), unermüdlich aufgeführt. Im September 2008 ist jedoch vorerst Schluß. Trotz des, für ein gesungenes Bühnenstück, befremdlichen Inhalts, ist das Werk so erfolgreich, dass Shows in Südkorea, Deutschland und Großbritannien folgen sollen.

Weiterführender Link:
http://www.evildeadthemusical.com/

Spielen bis der Teufel tanzt

2003 schiebt THQ das Computerspiel “Evil Dead – A Fistful Of Boomstick“ nach. Das Spiel ist aber nur für richtige Fans von “Evil Dead“ oder Bruce Campell geeignet, denn Grafik und Spielinhalt lassen sehr zu wünschen übrig.

Das Buch der Toten

Das Buch der Toten heißt im ersten Teil der Trilogie noch Naturon Demonto, wird aber zu Ehren von H.P. Lovecraft in Necronomicon umbenannt. Lovecraft (1890-1937) gilt als einer der einflussreichsten Autoren der phantastischen Literatur. Lovecraft erfindet während seines Schaffens und zur Freude der Fans der anspruchsvollen Horror-Literatur einige Orte und viele fiktive Bücher, welche außergewöhnliches, aber vor allem verbotenes Wissen beinhalten sollen. Der populärste Schinken aus Lovecrafts Gedankenwelt, ist das Necronomicon. Er verfasst 1927 einen Essay, “History of the Necronomicon“, welcher sich mit der Geschichte und den Inhalten des fiktiven rituellen Buchs des Bösen befaßt. Einige Leute glauben bis heute an die Existenz dieses frei erfundenen Werks oder zumindest einigen grundlegenden Teilen daraus. Aus dem Necronomicon ist ein eigener Mythos entstanden und die zündende Idee des Buch der Toten wird immer wieder gern als Dauerbrenner in der Film-, Literatur- und Spielewelt verwurstet. Aber auch für anspruchsvolle Künstler, wie für den Neo-Surrealisten H.R.Giger, erweist es sich als inspirierendes Thema.

Text: Sven Weidmann & Cornelia Weidmann

Trailer:


2 Kommentare »

  1. Hi
    der Film ist absolut Kult, den muss man in seiner sammlung haben… sowie die anderen Teile auch… bestens zu empfehlen :)

    Comment von mirja — 5. Januar 2010 @ 17:14

  2. Habe den noch auf VHS, so cirka 150 Minuten
    und den bekommt die BPJM nicht

    Comment von Son-Goku — 8. Januar 2010 @ 3:32

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar