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Clive Barker’s Jericho

2007 | PC, Xbox 360, PS3 | FSK Keine Jugendfreigabe

Clive Barker ist ohne Zweifel der “Hans Dampf in allen Gassen” des Horrors. Ob als Schriftsteller oder Regisseur, der Mann bringt seit Jahrzehnten den Grusel in die Lesesessel und auf die Leinwände der weiten Welt. Als ob das nicht reichen würde, hat der englische Meister des Unheimlichen auch schon gestandenen Zockern das Fürchten gelehrt.

Das wilde Wunschkind wütet wieder in der Wüste

Das Spiel führt euch in den Kampf gegen Gottes ersten Sohn. Etwa gegen Adam? Nein! Glaubt man der Bibel bzw. dem Kapitel der Schöpfung, so ist Adam tatsächlich ein Abbild Gottes und das erste denkende Wesen auf Erden. Doch das ist alles falsch, wenn es nach Clive Barkers Sicht der Dinge geht! Am Anfang war das “Erstgeborene”, dieses war das tatsächliche Abbild des Schöpfers. Ein rundum perfektes, geschlechtsloses Geschöpf, ein Wunschkind. Weder Licht, noch Dunkelheit, dafür aber schön und schrecklich zugleich. Doch der Herr sah und fürchtete sein Werk und ließ das Projekt “Erstgeborenes” genauso unvollendet, wie Mozart seine Symphonie. Er verbannte seine Kreatur in die Abgründe der Unendlichkeit und schuf daraufhin Adam mit all seinen menschlichen Schwächen und Fehlern.

Das Erstgeborene war dadurch jedoch noch lange nicht aus der Welt (im wahrsten Sinne des Wortes) geschaffen, schließlich hatte er im nahen Osten bereits seine Füße auf die Erde gesetzt. Laut einer antiken Prophezeiung würde der Ungewollte im Laufe der Menschheitsgeschichte siebenmal in die Welt der Sterblichen gelangen und dabei Krankheiten, Elend und Tod verbreiten. Die Legende besagt weiter, dass sich sieben Mystiker opfern müssen, das Erstgeborene im Kampf zurück zu treiben. Dieses ist bereits sechsmal geschehen und nun ist es wieder soweit. Die Erde unter der Stadt Al-Khali bebt, das Erstgeborene eröffnet den letzten Kampf, um seine ewige Freiheit zu erringen.

Körperchen wechsel’ dich

Auf der anderen Seite der Gewehre stehst Du als Mitglied des Team Jericho. Durch die Jahrhunderte hindurch sorgten die Zivilisationen der Welt dafür, dass jederzeit sieben Auserwählte bereit waren, gegen das Böse zu streiten. Diese anspruchsvolle Aufgabe fällt nun dem Team Jericho zu, welches sich auf die Bekämpfung paranormaler Erscheinungen spezialisiert hat. Die einzelnen Squad-Mitglieder tragen nicht nur unterschiedliche Waffen, sondern besitzen zudem verschiedene nützliche Spezialfähigkeiten.

Im Laufe der Zeit machst Du Dir diese Eigenschaften zu Nutze, indem Du nach Belieben zwischen den Körpern Deiner Kameraden wechselst. Daraus ergibt sich ein taktisches Element, welches insbesondere bei den mächtigen Zwischen- und Endbossen zum Tragen kommt. Denn durch stupide Sturmgewehr-Salven oder destruktive Dauerfeuer-Orgien allein lassen sich diese kaum besiegen. Darüber hinaus befehligst Du Deine Kampfgenossen mit simplen Befehlen wie “Warten” oder “Folgen”. Erfreulicherweise verhalten sich die vom Computer gesteuerten Begleiter zumeist ausreichend pfiffig, auch wenn man ihnen keine Anweisungen gibt.

Die Unruhe vor dem Ansturm

Dass ein Clive Barker-Spiel in erster Linie blutig und maßgeblich von Horror-Elementen geprägt ist, ist nicht überraschend, sondern logisch und konsequent. Die unheimliche Atmosphäre ist extrem dicht und fesselnd, besonders wenn Du selbst im Dunkeln spielst. Wann immer es um Deine Einheit herum zu ruhig ist, solltest Du auf das Schlimmste vorbereitet sein! Die bedrohliche Stimmung lebt von den Wechseln zwischen ruhigen Phasen und heißen Gefechten, wenn allerlei schreckliche Gestalten Jagd auf Deine Crew machen. Die hervorragende Grafik bezieht ihren Reiz aus der hohen Auflösung und dem Detailreichtum der alptraumhaften Höllenwesen.

Vielleicht wäre etwas weniger Dunkelheit an einigen Stellen angebracht gewesen, denn unter den bescheidenen Lichtverhältnissen leidet die Orientierung. Auf der anderen Seite sorgen gerade die dunklen Abschnitte für Beklemmung und die fiesesten Schockmomente. Nachdem die USK dem Spiel direkt nach Erscheinen zunächst keine Kennzeichnung verleihen wollte, drohte “Clive Barker’s Jericho” die Indizierung. Nach der zweiten Prüfung war man jedoch der Auffassung, das Spiel dürfe ungekürzt freigegeben und damit auch beworben werden. Halleluja!



Trailer:


Text: Sascha Adermann

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