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Hui Buh – Das Schlossgespenst (Teil 1-23)

Autor: Eberhard Alexander-Burgh
Genre: Kinder-Hörspiel

„Manche Leute sagen, es gibt Gespenster!
Manche Leute sagen, es gibt keine Gespenster!
… Ich aber sage, Hui Buh ist ein Gespenst!“

Dieser Satz mag wohl die populärste Hörspiel-Einleitung sein, die sich konstant über viele Jahrzehnte mit der knuddelbäresken Stimme des wunderbaren Märchenerzählers Hans Paetsch in Kinderohren hineingebrummt hat.

Den gegenwärtigen Erwachsenen – gewissermaßen den Kindern von damals – zaubert diese Phrase ein andächtiges Lächeln ins Gesicht, denn die Erinnerung an winterliche Abende, eingekuschelt unter der Bettdecke, einzig bewaffnet mit Taschenlampe, Keksen und dem geliebten eiernden Kassettenrekorder wird plötzlich wieder lebendig. Unvergesslich vor allem die Hauptfigur Hans Clarin als Hui Buh, der sich heulend, kichernd, gurgelnd, krächzend und vor allem laut klirrend als tollpatschiges Schlossgespenst mit rostiger Rasselkette auch heute noch in die Herzen der Kinder spukt.

Einziges für Schloss Burgeck behördlich zugelassenes Gespenst

Ritter Balduin, der sich neben seinen Rittergeschäften schon mal die Zeit mit dem Rauben von Burgfräulein sowie dem Mogeln beim Kartenspiel vertreibt, wird eines Nachts bei Letzterem erwischt und daraufhin von seinem Gegner verwünscht. Fortan muss der schummelnde Raubritter zur Strafe als Schlossgespenst Hui Buh auf Schloss Burgeck herumspuken, sichtbar ausschließlich zwischen Mitternacht und ein Uhr – so wie es sich für traditionelle Geister von jeher gehört.

Diese Geschehnisse liegen nunmehr über 400 Jahre in der Vergangenheit und seither stolpert das bemitleidenswert schusselige Schlossgespenst mit Schlapphut von einem Missgeschick in das andere. Jedoch steht die Spukgestalt mit dem unverwechselbaren Geheule nie alleine da. Unterstützt von seinem besten Freund, König Julius CXI. (für Nichtlateiner: 111), dessen bildschöner Gemahlin Konstanzia sowie dem näselnden Kastellan, schlägt sich Hui Buh tapfer durch alle Abenteuer und verzwickten Aufgaben, die sich dem ungewöhnlichen Quartett in den Weg stellen. Ob engstirnige Geisterbehörde, geraubte Ahnfrau mit eindeutigem Rosafetisch, hässliche, mannstolle Gräfinnen, putzwütige Tanten, englische Gouvernanten sowie deren vorwitzige Zöglinge oder lästige Geisterjäger, Irrlichter und schaurige Phantome… die Burgbewohner lassen sich durch nichts vergraulen. Hui Buh ist schließlich das einzige „für Schloss Burgeck behördlich zugelassenes Gespenst! So steht es für alle Zeiten ganz oben in der dicken Fledermausturmkammertür eingebrannt.“

Hustende Henker und Fressorgien

Ausgestattet mit dem Buch “Spuken leicht gemacht für jedermann“ sowie einem umfassenden Horrorkostüm-Equipment, erscheint das Gespenst mal als “donnernder Daniel“, “Hugo, der hustende Henker, “Augenrollendes Ungetüm“ oder gar als “Ritter ohne Furcht und Tadel“, um seinen Gegnern das Gruseln zu lehren. Dabei verliert das Gespenst unter Umständen schon mal seinen Kopf, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Wenn dann aber wieder eine spannende Geschichte überstanden ist, verputzt Hui Buh noch schnell eine Tafel mit Leckereien (inkl. Tafel) und leert standesgemäß einen dicken Weinhumpen. Hiernach kehrt der Burggeist selig rülpsend in seine Turmkammer zurück und legt sich todmüde in seiner alten, vermoderten Holztruhe zur Ruhe, um von zukünftigen Abenteuern zu träumen.

Das moderne Gespenst

Im mäßig erfolgreichen Kinofilm “Hui Buh – Das Schlossgespenst“  mit Michael Bully Herbig und Christoph Maria Herbst aus dem Jahr 2006, welcher auf Motiven der berühmten Hörspielreihe basiert, spielte ein stiller, bereits sehr kranker, Hans Clarin die Rolle des Kastellans. Sicherlich rinnt beim Zuschauen so einigen Hui Buh Fans eine Träne der Wehmut über die Wange, denn Hans Clarin stirbt bereits 2005 – noch vor Veröffentlichung des Kinofilms. Dieser kann jedoch, bei aller Liebe zum Detail, dem Charme der Vorlage nicht das Wasser reichen.

Nichtsdestotrotz greift Europa die Neuinterpretation auf und produziert seit 2008 neue Hui Buh-Folgen. Man will mit der Zeit gehen und daher wird dem Gespenst ein neuer “Look“ verpasst. Fertig ist das blasse Remake. Trotzdem fragen wir uns, warum muss heutzutage Altbewährtes immer krampfhaft aufgemotzt werden? “Das Gespenst von Canterville“ benötigt seit über 100 Jahren kein neues Outfit und aufgepeppte Dialoge, um Leser zu begeistern. Gleiches gilt für Hui Buh, auch wenn die Fortführung der Serie eine neue Stimme für das Schlossgespenst zwangsläufig nötig macht.

Fazit: Dieses Hörspiel ist ein Oldtimer ohne Verfallsdatum und Pflicht für jedes Kinderzimmer! Ein zeitloser Spaß für Groß und Klein. Deine Kinder werden es Dir bestimmt nicht nachtragen, wenn Du Dich mit Chips und einem Glas Wein heimlich ins Schlafzimmer zurückziehst und irgendwann hinter der Tür ein leises „huiii buuuh“ zu vernehmen ist.

ca. 40 Min./Folge
keine Altersbeschränkung
EUROPA | Sony BMG Music Entertainment

Webseite: www.natuerlichvoneuropa.de


Text: Cornelia Weidmann

1 Kommentar

  1. Super geschrieben, weckt Erinnerungen,macht Lust auf mehr. Freue mich schon jetzt auf die Zeit, wenn ich die alten Cassetten gemeinsam mit meinem Enkel hören kann.

    Comment von Brigitte Buchholz — 3. Januar 2009 @ 13:13

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