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Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs

Autor: Marc Gruppe
Genre: Gruselige Detektiv-Geschichten

Wer kennt Sie nicht: Sherlock Holmes, der berühmteste, private Ermittler der Welt, und sein treuer Freund und stetig staunender Begleiter, Dr. Watson? In den zahlreichen Fällen mit denen das Duo im Laufe ihrer Karriere konfrontiert wurde, war so manche unheimliche Begebenheit dabei.

Das ein oder andere mal schien es gar, als würden ihre Fälle das Übersinnliche streifen. Sei es der gespenstische Hund von Baskerville, der Vampir von Sussex oder das entstellte gelbe Gesicht, welches sich gegen eine Fensterscheibe presst. Doch wie unheimlich und mysteriös die Umstände auch erschienen, immer steckte eine rationale Erklärung hinter den geheimnisvollen Vorgängen und das wirklich Erschreckende war nicht selten das Böse in den Menschen.

Das mehrfach preisgekrönte Hörspiel-Label Titania-Medien widmet sich in seiner Serie “Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs” dieser faszinierenden Mischung aus detektivischer Ermittlung am Ende des viktorianischen Zeitalters und scheinbar unerklärlichen bis geisterhaften Vorfällen und Erscheinungen.

Als erfahrenes und anspruchsvolles Hörspiel-Label machen sie dabei nicht den Fehler, die Serie als eine Art Sherlock Holmes löst Fälle der Drei??? zu konzipieren, in der jede Geistererscheinung auf verärgerte Nachbarn zurückzuführen ist, die nur nicht in der Lage sind, einen amtlichen Schlägertrupp zu beauftragen.

Stattdessen werden die Fälle, ähnlich wie in der großen Schwester-Serie “Gruselkabinett”, erfrischend ironiefrei erzählt. In der ersten Folge bekommt es Sherlock Holmes mit niemand Geringerem als Jack The Ripper zu tun. Verwickelt wird er in den Fall, weil sein Freund und ehemaliger Mitbewohner Dr. Watson sich nach kurzer Ehe und schneller Scheidung peinlich berührt in den Londoner Stadtteil East End zurückgezogen hat. Und da die Polizei davon ausgeht, dass der Täter über medizinische Kenntnisse verfügt und der gute Doktor der Letzte ist, der beim Opfer gesehen wurde, ist Scotland Yard sehr interessiert, mal ein Wort mit dem Doktor zu reden und ihm vielleicht auch gleich ein paar Handschellen anzupassen. Das kann Sherlock Holmes, obwohl etwas beleidigt aufgrund der Geheimniskrämerei seines Freundes, natürlich nicht zulassen und begibt sich, wie immer grandios verkleidet, nach East End und gerät mitten ins Herz der Hölle.


Wer hier eine Trash-Granate im Stile “Frankensteins Monster jagt Jack the Ripper” erwartet, liegt falsch. Vielmehr hält sich Marc Gruppe ziemlich genau an die historischen Fakten der Ripper-Morde und flechtet das bekannte Duo geschickt mit ein. Das führt dann – für den routinierten Krimi-Hörer – zu einem eher ungewöhnlichen Ende. Auch die weiteren Folgen handeln zwar (u.a.) von spukenden Nonnen, lassen die Beteiligten und den Hörer am Ende aber immer mit dem Kinn auf das harte Pflaster der Realität aufschlagen. Und das hat es in sich. Da wäre manchen der Beteiligten eine friedlich spukende Nonne sicherlich lieber gewesen.



Die Stimmen werden größtenteils von bekannten Synchronsprechern gesprochen. In den Hauptrollen sind Joachim Tennstedt und Detlef Bierstedt zu hören, was ehrlich gesagt am Anfang etwas komisch wirkt, da man immer den Eindruck hat, hier würden sich John Malkovich und George Clooney unterhalten. (Was umso befremdlicher ist, wenn man z.B. am Abend davor gerade “Burn After Reading” gesehen hat). Ansonsten sind die Hörspiele hervorragend produziert und kommen mit herrlich altmodischen und atmosphärischen Covern daher (deren Urheber Firuz Askin leider Ende letzten Jahres verstarb).


Bisher erschienen:

1. Im Schatten des Rippers
2. Spuk im Pfarrhaus
3. Das entwendete Fallbeil

Noch in diesem Jahr erscheint:

4. Der Engel von Hampstedt
5. Die Affenfrau
6. Spurlos verschwunden
7. Der Smaragd des Todes


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