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Diamanda Galás

Sie ist eine wirklich Große! Mit einem Stimmvolumen von fast vier Oktaven und einem gesegneten musikalischen Feingefühl, das nur sehr wenigen Musikern vergönnt ist, zaubert diese Ausnahmemusikerin ganze Welten in ihre Tonträger. So entkommt ihr auch wirklich keiner ihrer Zuhörer!

Ihre Musik mag durchaus eine Frage des Geschmacks sein, aber ihre Genialität ist unumstritten! 1955 wird sie als Tochter einer griechischen Einwandererfamilie in San Diego, Kalifornien, geboren. Schon früh lernt sie das klassische Spiel am Flügel. Stets begleitet sie dieses Instrument auf ihrer musikalischen Odyssee zwischen klassischer Musik und Anklängen von Punk, Rock und Avantgardismus. Mitte der 70er Jahre studiert die inzwischen grandiose Vocalistin an der Universität von Kalifornien Film- und Musikwissenschaften, um dann Ende der 70er nach Europa umzusiedeln. 1982 veröffentlicht Diamanda Galas dann ihr Debütalbum “Litanies Of Satan“. Sie vertont ein Gedicht von Charles Baudelaire und erregt damit enormes Aufsehen. In New York erreicht “Litanies Of Satan“ wahren Kultstatus!

Geniale Exentrikerin

Schon bald etabliert sich die Exzentrikerin in der internationalen Musikszene und zählt Musiker wie Laurie Anderson, Lydia Lynch, den Komponisten Vinko Globokar und den Bassisten John Paul Jones (“Schrei X “) zu ihren Mitstreitern. Auch die Schriftsteller und Poeten William S. Borroughs und John Giorno zählen zu ihren engen Freunden und beeinflussen ihre weitere musikalische Entwicklung spürbar.

Auf “Litanies Of Satan“ folgt 1984 “Diamanda Galás“ und 1986 die Alben “Saint Of The Pit“ und “Divine Punishment“.

Die beiden wichtigsten Aufnahmen ihrer Karriere sind neben “The Singer“ (1992) wohl “You Must Be Certain Of The Devil“ (1988) und “Masque Of The Red Death“ (1989). Bei letzteren beiden verarbeitet sie den Tod ihres an Aids verstorbenen Bruders und Schriftstellers Philip-Dimitri Galás und unterstützt damit die internationale Aidshilfe.
“The Singer“ hingegen ist wohl ihr eingängigstes Kunstwerk. Hier interpretiert sie in ihrer unverkennbaren Art unter anderem Songs wie “I Put A Spell On You“ oder “Gloomy Sunday“ und “Let My People Go“. “You Must Be Certain Of The Devil“ ist eine sehr intensive Platte. Ein klangliches Horrorszenario! Ausdrucksvoll, mit kräftiger bedrohlicher Stimme verzaubert Diamanda Galás den Hörer und reißt ihn in finstere Klangwelten. Sie konfrontiert den Zuhörer mit Tod, warnt ihn mit “No One Waits For The Dead Man” vor der Vergessenheit des Lebens und unterstreicht ihre Texte mit fast schmerzenden Flügelklang-Attacken und aggressiver, düsterer Elektronik.

Eine zerreissende Huldigung des Bösens

Immer wieder zieht sie den Teufel in den Mittelpunkt ihrer Texte. Ihre zerreißende Stimme huldigt dem Bösen und zitiert Auszüge aus den Psalmen 58 und 59 des Alten Testaments. Zum Beispiel beschreibt sie in “Malediction“ mit diabolischem Sprachgesang ein wahrhaft gruseliges Szenario: „The arms that you cut off that sunday night of the young man who ran screaming through the street, streaming blood in the trails of terror. Are the arms that point me to my door, which forsaken by blood of Jesus, invites the devil, who now waits for me outside.“

Immer bleibt jedoch ihre unverkennbar markante Stimme im Vordergrund. Mal elektronisch verzerrt, mal in glasklarer Reinheit! Eben immer – welcome to the holy day!


Link:
www.diamandagalas.com


Video (Gloomy Sunday):


Text: Rino Röhrig

2 Kommentare »

  1. Find ich auch… SUper geniale Stimme, geniale Stimmung, tolle Frau, grandiose Künstlerin. !!!

    Comment von Susanne — 1. November 2008 @ 11:16

  2. Ihre Musik hat große therapeutische Wirkung auf mich, kein Wort wird jemals ausreichen um die Absolutheit zu beschreiben, mit der sie ihr ganzes Wesen und ihr ganzes gräuliches Leid dem Hörer durch ihre Stimme in die Seele wirft bis er sich selber seiner zerschmetterten Existenz gewahr wird, und dennoch ist eine so unendlich große unerschöpfliche Kraft hinter ihrem Schaffen, es ist beneidenswert, wie sie sich und das Leid der Welt kanalisieren kann, ihre gesamte Seele schwingt in ihrer Stimme mit.

    Comment von xSanax — 16. Juli 2011 @ 11:22

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