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Screaming Lord Sutch

Screaming Lord Sutch, mit bürgerlichem Namen David Edward Sutch, wird am 10. November 1940 in der Londoner Grafschaft Hampstead geboren. In den 60ern ändert er seinen Namen in “Screaming Lord Sutch, 3rd Earl of Harrow“ – auch ohne adelige Herkunft. Als Inspiration für seinen Namen dient ihm Screamin’ Jay Hawkins, eine amerikanische Blues-Ikone.

Er gruselt sein Publikum mit exzentrischen Auftritte und fulminanten Bühnenshows. Als einer der ersten verwendet er Horrorelemente und Comedy-Splattereinlagen bei seinen Auftritten und gilt somit als ein Vorläufer des späteren Schockrocks. So performt er seinen bekanntesten Song “Jack the Ripper“ (1967) mit weißgeschminktem Gesicht, Zylinder und wehendem schwarzen Umhang. Auf der gleichnamigen Single sind Schreie fliehender Frauen zu hören.

Bei seinen Liveauftritten holt er riesige Doppelherzen aus den Körpern seiner Opfer oder tritt mit einer rosa Klobrille auf den Schultern auf. Lord Sutch landete trotz einiger Bekanntheit nie einen veritablen Hit. Seine LP “Lord Sutch and Heavy Friends“ von 1970 trifft es ungeachtet namhafter Gäste, wie Jimmy Page und Jeff Beck, besonders hart. 1988 wird das Album von der BBC zur schlechtesten Platte aller Zeiten gekürt. Und auch in Colin Larkin’s Buch “The Top 1000 Albums of All Time“ liegt die Scheibe ganz hinten.

Official Monster Raving Loony Party

Genauso “erfolgreich“ wie als Musiker agiert Lord Sutch als Politiker. 1961 gründet er die “Sod’em All Party“, welche ab 1983 (nach zahlreichen Umbenennungen) “Official Monster Raving Loony Party“ (OMRLP) heißt. Mit abstrusen Forderungen kandidierte Sutch bei insgesamt 41 Parlamentswahlen. Doch seine Vorschläge, die Butterberge der europäischen Union in einen Skihang umzuwandeln oder in einem riesigen Laufrad mit Joggern und Arbeitslosen preiswerte Energie zu erzeugen, sind ihrer Zeit zu weit voraus: Er gewinnt keine einzige Wahl. Immerhin sind einige seiner langjährigen politischen Forderungen, wie der Wegfall der Sperrstunde und das Wahlrecht mit 18, heute in den britischen Gesetzen verankert.




Mit seinem verwegenen Erscheinungsbild, seiner ungewöhnlichen Art und seinen provozierenden Bühnenshows gilt Screaming Lord Sutch noch heute als einer der Wegbereiter für Schockrocker wie Alice Cooper. Am 16. Juni 1999 – ein Jahr nach dem Tod seiner Mutter – erhängt sich der von schweren Depressionen geplagte Screaming Lord Sutch.


Songs:

Jack The Ripper
Till The Following Night
I’m A Hog For You
Monster In Black Tights
Murder In The Graveyard
Draculas Daughter
Monster Rock


Links:

www.omrlp.com – offizielle Webseite der Official Monster Raving Loony Party
www.rosalyn.me.uk/loonyarchive/ – ausführliche Archivseite über OMRLP und Screaming Lord Sutch mit Biografie und Diskografie

Videos:


Text: Andreas Hartung

1 Kommentar »

  1. Jeder Mensch, der Rock´n´Roll liebt, sollte sich die ein oder andere Scheibe von ihm zu legen! Für Einsteiger ist die LP Screaming Lord Sutch Story zu empfehlen, auf ihr gibt es die besten Song Zusammenstellung! Ihr werdet den Lord lieben lernen und nicht mehr von ihm lassen! Schade das er tot ist!

    GOD PRAISE THE LORD

    Comment von DocThore — 13. Mai 2009 @ 21:47

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