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The Walking Dead

Autor: Robert Kirkman
Zeichner: Tony Moore | Charlie Adlard
Verlag: Cross Cult


Rick Grimes ist ein Polizist, wie er im Buche steht. Gut aussehend, freundlich, pflichtbewusst und hilfsbereit. Als er bei einer Schießerei verletzt wird und Wochen später in einem Krankenhaus erwacht, muss er feststellen, dass sich die Dinge etwas verändert haben… Offenbar gibt es kein Personal mehr, keine Patienten und überhaupt nichts, was sich bewegt. Aber schon nach seinem ersten Rundgang stellt er fest, dass der erste Eindruck täuscht. Da gibt es diese leichenähnlichen, schwankenden Personen, die ihm recht unsanft und ohne vorherige Einwilligung das Blut abzapfen wollen. Dass er sich darauf lieber nicht einlässt, ist Rick ziemlich schnell klar.

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Zombies im Krankenhaus

Zugegeben, der Anfang erinnert stark an “28 Days Later“, doch kann es eine eindrucksvollere Ausgangssituation geben? Völlig auf sich allein gestellt und geschwächt im Krankenhaushemd kämpft Rick ums Überleben. Obendrein muss er – sich nur auf die eigenen Instinkte verlassend – herausfinden, was zum Teufel eigentlich los ist. Und Rick hat Glück. Er findet seine Familie in einer Wohnwagenburg vor den Toren der Stadt. Gemeinsam versuchen sie, einen sicheren Ort zu finden und dem drohenden Tod zu entgehen.

Nicht viel weniger, als die definitive Zombie-Saga, will Robert Kirkman schreiben. Und im Moment sieht alles danach aus, als würde es ihm auch gelingen. “The Walking Dead“ handelt in erster Linie von Menschen in Extremsituationen, die tagtäglich mit einer allumfassenden tödlichen Bedrohung konfrontiert sind und denen langsam dämmert, dass es keine Rettung gibt. Keine Quarantänezone, die es nur zu überwinden gilt. Keine schwer bewaffneten Regierungstruppen, die alle Zombies grillen. Kein Erwachen aus diesem Alptraum.

Moral wird zur Qual

wdd-4-copyWie geht man damit um, wenn man in einer zusammengewürfelten Truppe fremder Menschen zu überleben versucht. Welche Regeln gelten noch? Welche Moral? Wenn nicht mal mehr Religion als Trost funktioniert. Wie sollst Du an ein Leben nach dem Tod glauben, wenn lebende Tote gerade versuchen Dein Gehirn zu fressen?! Wer ist der Anführer? Und was passiert, wenn man den Gehorsam verweigert?

Menschen verändern sich im Leben mit dem andauernden Katastrophenzustand. Die große beeindruckende Stärke von “The Walking Dead“ liegt in diesem Psycho-Drama. Langsam, aber unaufhaltsam wird der freundliche spießige Dorfpolizist zum despotischen Anführer, der glaubt, für die richtige Sache auch Töten zu dürfen, Töten zu müssen. Gnadenlos geht Kirkman mit seinen Figuren um. Einen Bonus für die Hauptfiguren gibt es kaum. Die Lage scheint sich nur zu beruhigen, um kurz danach erneut zu eskalieren. Kirkmann lotet alle menschlichen Reaktionen in Extremsituationen aus. Und so kann sich der Leser nie sicher sein, was passiert, was “The walking dead” trotz vorkommender Längen zu einer Serie macht, bei der man vor jedem Buch (bzw. Heft in der Originalausgabe) ein wenig Angst es zu lesen, da es vorkommen kann, dass am Ende ein Großteil aller figuren tot sind. Schwangere Frauen, Hauptfiguren und Kinder nicht ausgenommen. Die Geschichte ist laut Kirkmans Aussage ohne ersichtliches Ende angelegt. Also, erstmal keine Rettung in Sicht. So geht die unendliche Zombie-Saga weiter…

Zeit für Zombiesplatter muss sein!

Neben alldem ist natürlich genügend Zeit, um ausgiebig der Zombie-Splatterei zu frönen und dabei eindrucksvoll untote Gehirne über ganze Seiten zerplatzen zu sehen. Da verfängt sich schon mal der eine oder andere mit seinem Fuß in den Gedärmen eines Untoten und schleift ihn noch einige Meter mit.

Der erste Band (Ausgaben 1-6) wird von Tony Moore sanft aber realistisch illustriert. Mit Charlie Adlard als neuen Zeichner, werden die Darstellungen wesentlich brutaler, roher und dynamischer. Teilweise erinnern die Bilder schon fast ein wenig an Frank Miller.

In den USA hat sich “The Walking Dead“ bereits zum Hit entwickelt. Bei uns veröffentlicht Cross Cult die Serie in kleinen hochwertigen Hardcover-Büchern mit zusammenlegbarem Cover. Mittlerweile gibt es eine sehr erfolgreiche Fernsehserie des amerikanischen Fernehsenders AMC mit inzwischen 3 Staffeln.


Links:
www.cross-cult.

Webseite der TV-Serie “The Walking Dead”


Text: Andreas Hartung

2 Kommentare »

  1. [...] Gegensatz zur großen Vorbild(?)-Serie aus den USA “The walking dead“, verzichtete man hier bewusst darauf, eine Fortsetzungsgeschichte zu erzählen, da diese ja [...]

    Pingback von Zombies in Deutschland! – Halloween.de — 4. Juli 2013 @ 14:59

  2. […] Gegensatz zur großen Vorbild(?)-Serie aus den USA “The walking dead“, verzichtete man hier bewusst darauf, eine Fortsetzungsgeschichte zu erzählen, da diese ja […]

    Pingback von Die Toten 4 – die deutsche Zombiesaga geht weiter! – Halloween.de — 27. September 2013 @ 13:26

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