Ich seh doppelt: Ich seh ich seh

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IchSehIchSeh_DVD2D„Ich seh ich seh“ ist ein ungewöhnlicher Titel für einen Film. Genauer gesagt ist es ein ungewöhnlicher Titel für einen Film, der nicht im Auftrag der Optiker-Innung entstanden ist. Aber optisch ist er trotzdem. Und spannend. Und ungewöhnlich. So gesehen passt der Titel also perfekt.

Der Kürbiskönig hat sich den österreichischen Suspense-Thriller „Ich seh ich seh“, der ab sofort auf DVD, Blu-ray und VoD erhältlich ist, angeschaut und verrät Dir, was er davon hält. Obendrein verlost er drei Exemplare des Films auf Blu-ray.

Dasein, da sein und nicht da sein.

Österreich. Waldkirchen an der Thaya. Unweit von Mais-Feldern, Wäldern und direkt an einem kleinen See steht ein auffallendes Haus. Auffallend ist es vor allen Dingen deshalb, weil es so einsam und allein da steht und mit seiner modernen Architektur inmitten der Natur ziemlich steril wirkt. In jenem Haus führen die zehnjährigen Zwillinge Lukas (Lukas Schwarz) und Elias (Elias Schwarz) allein mit ihrer Mutter (Susanne Wuest) ein ziemliches beschauliches Dasein. Anfangs ist die Mutter aber noch gar nicht da. Nur die Söhne.

Du siehst die Zwillinge (die man am besten anhand eines Leberflecks am Hals unterscheiden kann), wie sie durch den Wald toben, sich in den Maisfeldern verstecken, dunkle Höhlen erforschen und im See tauchen. Die erste Begegnung mit der Mutter im Film ist schlichtweg verstörend. Für die beiden Jungs ebenso wie für Dich. Du siehst eine schlanke Gestalt mit bandagiertem Kopf. Fast wie eine Mumie. Eine ziemlich gruselige Mumie. Es herrscht eine sehr kühle Atmosphäre, geprägt von der Unsicherheit der Jungen, die sich in körperlicher Distanz äußert. Und auch die harte, kalte Stimme der Mutter, die mit einem strengen österreichischen Akzent spricht, sorgt nicht für wohlige Wiedersehens-Wärme.

Fremdkörper

Offenbar hatte die Mutter einen Unfall und ist eben nach Hause zurückgekommen. Du weißt zwar nicht, was passiert ist, aber unter den Bandagen zeichnen sich deutlich Verletzungen im Gesicht ab. „Die Mama ist krank!“ sagt die Mumie. Sie bittet die Kinder um Ruhe, zieht sich zurück. Sie wirkt wie ein unpersönlicher Fremdkörper, der beinahe frei von liebevollen Emotionen gegenüber den Kindern ist. Manchmal stellt sie sich schlafend, obwohl sie wach ist und gerade einen Keks isst. Wenn die Söhne außer Haus sind, nimmt sie auch schon mal den Verband vom Kopf, nur um ihn in Windeseile wieder rumzuwickeln, sobald die Burschen nach Hause kommen. Sehr befremdlich und beunruhigend…

Auch die Augenfarbe der Mama wird im Film thematisiert

Und genau dieses beunruhigende Gefühl beschleicht bald auch die beiden Jungs: Die Mama verhält sich seltsam. Aber warum? Und wieso weigert sie sich, mit Lukas zu reden? Diese Fragen lassen Zweifel entstehen. Diese Zweifel erschüttern das Urvertrauen, das Kinder normalerweise gegenüber ihrer Mutter haben. Und aus den Zweifeln erwächst Misstrauen. Erst ein bisschen, bald ein bisschen mehr. Ist die Frau unter der Bandage wirklich die Mama? Wie kann dieser gordische Knoten des Misstrauens bloß gelöst werden? Im Prinzip müsste ja ein Blick unter die Bandage reichen. Doch als die Zwillinge in einem Fotoalbum ein Bild der Mutter und einer anderen Frau sehen, die ihr erschreckend ähnlich sieht, bricht auch der letzte Rest Gewissheit weg…

Not so funny games

Da hilft es dann natürlich auch nichts, dass die Mama eines Tages ohne Kopfbandagen vor den Jungs steht. Die Zweifel bleiben. Die Skepsis ist mittlerweile zu groß. Was denkst Du? Glaubst Du der Frau? Ist sie wirklich die Mama? Und wenn sie es ist, was ist mit ihr los? Lukas und Elias entschließen sich, die Wahrheitsfindung selbst zu forcieren. Ab jetzt beginnt „Ich seh ich seh“, sein anderes, sein schmutziges und brutales Gesicht zu zeigen. Ein bisschen „Funny Games“ mäßig. Nur hat niemand Spaß daran.

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Im Schlaf fesseln die Jungs ihre Mutter ans Bett. Sie setzen sich gruselige Masken auf und drängen sie, auf die alles entscheidende Frage zu antworten. Diese lautet nicht etwa: „Bist du die Mama?“, sondern „Wo ist die Mama?“! Immer wieder wiederholen sie diese Frage. Sie wollen hören, dass sie es nicht ist, denn sie sind sich dessen bereits sicher. Darum akzeptieren sie auch keine andere Antwort. Als Zuschauer fragst Du Dich: Wenn sie nicht die echte Mutter ist, würde sie es in dieser durchaus bedrohlichen Situation zugeben? Und wenn sie doch die echte Mutter ist, wie sollte sie es beweisen? Die Lage spitzt sich immer weiter zu, irgendwann kommt es zur Eskalation und zu einem Ende, das der eine oder andere vielleicht nicht hat kommen sehen…

Fazit: Es lohnt sich, genau hinzusehen!

„Ich seh ich seh“ beginnt ruhig, wie Paketklebeband auf dem Mund. Der Film gibt sich durchweg sehr geheimnisvoll. Die Zwillinge umgibt ein wenig offenkundiges Geheimnis, das aber zumindest für erfahrene Zuschauer sehr schnell keines mehr ist. Die Mutter umgibt hingegen ein sehr offenkundiges Geheimnis, welches den Zuschauer sehr viel länger im Unklaren lässt. Beide Geheimnisse stehen im Zusammenhang und ergeben so ein Wechselspiel der beiderseitigen nachvollziehbaren Unsicherheit. Klingt kryptisch, ist aber so! Es funktioniert sowohl aus Sicht der Kinder, wie auch aus Sicht der Mutter wunderbar.

Na Kinder, schlaft ihr schon?

Im Prinzip ist die ganze Geheimniskrämerei „nur“ ein Mittel zum Zweck, um die Psychologie eines traumatisch bedingten Vertrauensverlustes zu verbildlichen. Und das gelingt Veronika Franz und Severin Fiala, die hier Regie führten, auf so eindrucksvolle Art, dass man am Ende des Films eigentlich nur niedergeschlagen, verunsichert, verstört und begeistert zugleich sein kann. Sofern man sich dieser anspruchsvollen Art von Film stellen möchte – und den österreichischen Akzent verträgt!



Links

Ich seh ich seh Website
Ich seh ich seh auf Facebook


Ich seh ich seh Trailer


ICH SEH ICH SEH – GEWINNSPIEL

Weil der Kürbiskönig wirklich beeindruckt war und sowohl diese Art von komplexen Filmen wie auch den österreichischen Akzent liebt, verlost er zum Heimkinostart von „Ich seh ich seh“ drei Blu-rays!

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, musst Du uns nur folgende Frage beantworten:

Was glaubst Du: ist die Mama wirklich die Mama?


Deine Antwort schickst Du uns bitte bis zum 01. November 2015 als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst!

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