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Die Bücher des Autors Anonymus

Genre: Crossover-Thriller in Tarantino-Manier
Autor: Unbekannt
Verlag: Bastei Lübbe

Der Name des Autors ist unbekannt – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Feder von “Anonymus” entsprangen die drei Romane “Das Buch ohne Namen”, “Das Buch ohne Staben” und “Das Buch ohne Gnade”. Drei Werke, die nicht nur mit großem Tempo, sondern auch mit ordentlich Krawall, vulgären Ausdrücken, schwarzem Humor und fässerweise Blutvergießen daherkommen!

Das Buch ohne Namen

“Jeder, der dieses Buch liest, stirbt. Doch nur wer es liest, weiß, warum…”

Klappentext:
“Ein Buch ohne Titel und ohne Autor tötet jeden, der es liest. Ein geheimnisvoller blauer Stein ist plötzlich verschwunden – und alle suchen ihn. In Santa Mondega bricht die Hölle los – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Sonnenfinsternis wird Santa Mondega bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird es blutig werden. Blutiger als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: Bourbon Kid.”

Von Beginn an geht es in “Das Buch ohne Namen” zur Sache. Schon die Handlungen am ersten Schauplatz, der Tapioca Bar, geben einen kleinen Vorgeschmack auf das, was Dich hier erwartet: Düstere Szenarien, derbe Worte, dreiste Aktionen und drollige Regeln! Beispiel gefällig? Dafür taugt eines der ungeschriebenen Gesetze der eben erwähnten Bar, wonach man dort rauchen MUSS:

“Zigarren, Pfeifen, Zigaretten, Joints, Wasserpfeifen, Zigarillos, Bongs, alles war akzeptabel, außer Nichtrauchen. Nichtrauchen war völlig inakzeptabel. Keinen Alkohol zu trinken, wurde ebenfalls als Sünde angesehen, doch die größte Sünde von allen war es, als Fremder dieses Lokal zu betreten.”

Fast unnötig zu erwähnen, dass der Barkeeper der Tapioca Bar Fremden gerne Pisse statt Bourbon einschenkt. Und noch unnötiger zu erwähnen, dass daraus an schlechten Tagen eine tödliche Schießerei, an guten Tagen aber immer noch sehr schnell zumindest eine handfeste Keilerei werden kann, wonach die Bar wie eine mexikanische Würfelbude aussehen muss. Klingt ein bisschen wie Wilder Westen und so wirkt es auch. Aber so bleibt es nicht. Häufig wechseln die Schauplätze von Kapitel zu Kapitel und auch Zeitsprünge sind keine Seltenheit. Hey, sogar die Stimmungen, welche die Buchstaben übertragen, schwanken. Eben noch Western mit knallharten, schmutzigen, schießwütigen Ganoven, plötzlich ein bisschen Eastern mit Martial-Arts-Mönchen. Insofern (aber auch aufgrund der bildhaften Sprache und expliziter Beschreibungen) wirkt “Das Buch ohne Namen” tatsächlich teilweise so, als hätte ein Typ wie Quentin Tarantino die Feder geschwungen. Damit ist es ein großer Spaß für Leute, die ein Faible für schwarzen Humor haben.

Das Buch ohne Staben

“Jeder, der ‘Das Buch ohne Namen’ las, ist tot. Für den Rest kommt nun ‘Das Buch ohne Staben’…”

Klappentext:
Auch ein Massenmörder muss an seine Rente denken. Erst recht nach 18 Jahren Gemetzel und einer höllischen Menge Bourbon. Und so kommt es, dass der berüchtigte Bourbon Kid seinen Job an den Nagel hängen will. Doch so einfach ist das nicht. Der Mönch Peto ist ihm auf den Fersen, denn Bourbon Kid hat alle Mitbrüder des Mönchs auf dem Gewissen. Außerdem trachten ihm diverse Zeitgenossen nach dem Leben: eine Reihe von Vampiren und Söldnern, eine Mumie, ein neuer Dunkler Lord – die Liste scheint endlos. Rente hin oder her. Bourbon Kid hat die Nase voll und erstellt seine eigene Abschussliste. Und diesmal verschont er niemanden…

Im Gegensatz zu “Das Buch ohne Namen” kommt die Geschichte in “Das Buch ohne Staben” etwas langsamer in Schwung – zumindest, wenn man dies auf das erste richtige Blutbad bezieht. Aber auch solange es kein Blutbad gibt, sondern nur die Auferstehung einer Mumie und mehrerer anderer, untoter Gestalten, wirst Du in genau der Art unterhalten, die sich bereits im ersten Buch bewährt hat – auf eine gewissermaßen merkwürdige Art:

“Das Buch des Todes stand dort. Heilige Scheiße! dachte er bei sich. Diese Sesamstraße-Jahrbücher haben sich aber auch ein ganzes Stück verändert seit meiner Kindheit.”

Solche “Erkenntnisse” sind es, die “Das Buch ohne Staben” immer wieder auflockern, während Du dem Feldzug des gealterten Killers Bourbon Kid folgst, der lieber seine persönliche Abschussliste abarbeitet, anstatt in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Die aus “Das Buch ohne Namen” bekannte Art der Szenen-, Zeit- und Stimmungswechsel unterbricht diese Geschichte zwar immer wieder, aber gerade das sorgt für Spannung. Das Interesse am Schicksal des Bourbon Kid wird deshalb wohl auch bei Dir im Mittelpunkt stehen, selbst wenn Du für diesen Bourbon kippenden Killer keine große Sympathie verspüren solltest – schließlich sind auch alle anderen Charaktere nicht unbedingt Sympathieträger. Das würde zu diesem tatsächlich überaus unterhaltsamen Roman auch nicht wirklich passen.

Das Buch ohne Gnade

“Ich schreibe so lange weiter, bis alle tot sind.” Anonymus (der Legende nach)

Klappentext:
Ein Hotel irgendwo in der Wüste. Etwas Großes steht bevor: Abgehalfterte Barkeeper, schizophrene Musiker und eine Handvoll Zombies machen sich auf den Weg zu dem Rock-Festival, das unter dem Motto “Zurück von den Toten” steht. Die Teilnehmer sollen längst verstorbene Stars imitieren. Keiner von ihnen ahnt, dass sie dem Tod näher sind, als ihnen lieb ist. Denn ein weiterer Gast steht auf der Liste: ein wahnsinniger Killer namens Bourbon Kid…

Anstatt mit “Das Buch ohne Gnade”, dem dritten Titel der Buchreihe, die Geschichte des zweiten Buches weiter zu erzählen, springt der unbekannte Autor Anonymus diesmal wieder etwas in der Zeit zurück. Anstelle von Vampiren stehen diesmal Zombies im Mittelpunkt. Der bitterböse, schwarze Humor und die obligatorischen, derben Schilderungen fehlen natürlich ebensowenig, wie die immer wieder zu einem Schmunzeln führenden, skurrilen Konversationen:

“Bist du Johnny Cash?”
“Ja.”
“Und du Kurt Cobain?”
“Ja, das ist er.” Johnny deutete auf Kurt.
“Gut.”
Der Knabe schien es nicht eilig zu haben, in eine andere Kabine zu gehen, und die Situation wurde ein bisschen peinlich. Johnny entschloss sich zu einem Friedensangebot.
“Willst Du auch etwas von dem Koks? Wir haben noch zwei Lines übrig.”
“Nein.”

Auch für “Das Buch ohne Gnade” gilt, das, was schon für die beiden Vorgänger galt: Wer sich an expliziten Beschreibungen teils krasser Gewalt sowie an einem meist vulgären Umgangston nahezu aller Charaktere nicht stört und den grotesken Geschichtchen innerhalb der Story ohne unangebrachten Ernst begegnet, der wird auch an diesem Roman seine helle Freude haben.


Text: Sascha Adermann


7 Kommentare »

  1. Ich Liebe Die Bücher Von Anonymus. Die Geschichten Sind Sehr Spannend Und Aufregend. Gibt Es Das Buch Des Todes ? Wenn Ja, Wo Kann Ich Es Finden ?

    Comment von vivienne — 20. Mai 2012 @ 14:02

  2. Habe alle 3 Bücher schon das 2. mal gelesen :) Ich liebe diesen Schriftstil und bin jetzt seit kurzer Zeit auf der Suche nach änhlichen Büchern oder Büchern vom selben Autor. Kann mir jemand weiterhelfen?

    Comment von Maico — 6. August 2012 @ 21:51

  3. Hallo Vivienne,

    es hat leider etwas gedauert, aber meine unfähigen Trolle brauchten etwas Zeit, um auf allen Kontinenten nach dem ominösen Buch zu suchen. Ergebnis: Das Buch des Todes, so wie im Roman beschrieben, ist unauffindbar.

    Falls Du also Namen in ein Buch schreiben willst, die dann sterben (sollen), musst Du Dir wohl oder übel einen Mafiaboss anheiraten. Oder eine Karriere als Kopfgeldjägerin anstreben.

    Dein Kürbiskönig

    p.s. Wenn es Dir nur um den Buchtitel “Das Buch des Todes” als solches geht, dann schau mal hier, da kommt am 8. Oktober 2012 so ein norwegischer Thriller raus:
    http://amzn.to/OVUCIW

    Comment von Der Kürbiskönig — 7. August 2012 @ 9:42

  4. Tja Marco,

    zunächst einmal bin ich etwas verwirrt. Hättest Du nicht schon nach “Das Buch ohne Namen” tot sein müssen??? Und du hast alle drei Bücher 2x gelesen??? Wahnsinn. Dann bist Du sozusagen der Chuck Norris der Bücher! ;)

    Vielleicht habe ich wirklich einen Tipp für Dich: Das Buch heißt “Sandman Slim – Höllendämmerung” und ist von Richard Kadrey.
    http://amzn.to/OM3Oh0

    «Ein süchtig machendes, hochamüsantes, dreckiges Meisterwerk.» William Gibson

    Dein Kürbiskönig

    Comment von Der Kürbiskönig — 7. August 2012 @ 9:47

  5. Hi…
    Bis Jetzt Habe Ich

    Das Buch Ohne Namen
    Das Buch Ohne Staben

    Das Buch Ohne Gnade Muss Ich Mir Noch Holen…

    Und Das Buch Des Todes Gibt Es Auch Schon

    In Der Buchhandlung Mayersche Müsst Ihr Mal Kucken Gehen

    Lg PamPam

    Comment von PamPam — 16. Februar 2014 @ 7:16

  6. Wenn diese buecher nicht von terry prachett stammen, fress ich meinen hut…

    Comment von Michael tobien — 16. Januar 2015 @ 17:56

  7. für pratchett liest sich das ein wenig zu hardboiled.

    ich Tipps mal schwer auf ein colfer.

    Comment von pHaTe — 29. April 2015 @ 6:57

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