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Tanz der Totenköpfe

(Legend of the Hell House)
1973 | 91 Minuten | FSK 16

„Ist das auch wieder so ein Haus, in dem es spukt?“
„Es ist der Mount Everest der Spukhäuser, mein Liebling“

Der schwerkranke Industrielle Rudolph Deutsch erteilt dem Physiker und kritischen Studenten der Parapsychologie Dr. Barrett den Auftrag das verrufene Belasko-Landhaus zu untersuchen, um dort Beweise für ein Leben nach dem Tod zu sammeln. Wenn man irgendwo Nachweise für eine Weiterexistenz nach dem Ableben finden kann, dann dort. Seitdem eine der ausufernden Partys des exzentrischen und angeblich über 2 m großen Hausherren, Emmerick Belasko mit dem Tod aller Gäste und dem Verschwinden des Hausherren endete, kommt das Haus nicht mehr zur Ruhe. Die Familie ließ bald darauf die Fenster zumauern und das Haus versiegeln. Eine erste Expedition zur Ergründung der Spukphänomene im Haus endete 1953 mit dem Tod von 8 Menschen. Lediglich ein Mann namens Fischer konnte körperlich und geistig halbwegs unbeschadet das Haus verlassen. Nun ist Benjamin Franklin Fischer erneut Mitglied der neuen Expedition rund um den kritischen Physiker Barett. Weitere Expeditionsmitglieder sind dessen Frau und das außergewöhnlich begabte Medium Florence Tanner: „Das Haus weiß, dass wir hier sind“. Sieben Tage Zeit hat die Truppe um bis Weihnachten dem Phänomen des Hauses auf die Spur zu kommen. Und Dr. Barrett hat schon eine ganze spezielle Theorie über den Spuk und wie man ihm mit wissenschaftlichen Mitteln den Garaus machen kann. Das Medium Florence Tanner hat eine andere Theorie. Sie glaubt, dass der Geist des ermordeten Sohnes von Belasko Schuld an den Vorgängen im Haus ist. Und selbstverständlich finden sie auch eine angekettete Leiche im Keller des Hauses. Doch damit ist der Spuk noch lange nicht vorbei – im Gegenteil.

Hill-House in der Psychedelic-Version

Der Mount Everest der Spukhausfilme ist “Tanz der Totenköpfe“ sicherlich nicht. Aber ein ziemlich hoher Sechstausender auf jeden Fall. Das Ambiente und die Darsteller sind exzellent. Die Stimmung und Atmosphäre sind genauso bedrückend und düster, wie man es von solch einem Film erwarten darf. “Tanz der Totenköpfe“ wirkt wie eine psychedelische Version von “Bis das Blut gefriert“. Schräge und exzentrische Kameraeinstellungen übertragen die verzerrte Realität innerhalb des Hauses auf das Hirn des Zuschauers, so dass Dieser sich im Laufe des Films selbst etwas seltsam zu fühlen beginnt. Noch weiter verstärkt wird dieser Effekt durch teilweise suggestive Kamerafahrten, wie zum Beispiel in der berühmten Katzenszene. Ansonsten spielt der Film all das aus, was sein legendärer „Vorgänger“ nur bedrohlich andeutet. Im Hell House fliegen die Teller durch die Gegend, dass es nur so eine Freude ist. Und nur knapp entgeht Physiker Barrett dem Schicksal von einer spitzen Schlachterplatte an die Stuhllehne genagelt zu werden. Solche Aktivitäten schlittern natürlich mehr als einmal nur haarscharf am Trash vorbei. Barretts-Wundermachine könnte auch aus einem Ed Wood-Film stammen.

Im Bett mit einem Geist

Im Gegenzug kann der Film mit mindestens drei unvergesslichen Szenen aufwarten. Dazu zählt nicht zuletzt die bereits erwähnte, legendäre Szene, in der Florence Tanner brutal von einer Katze angegriffen wird. Auch die Séance-Szene ist äußerst stimmungs- und eindrucksvoll inszeniert und macht Lust auf mehr. Absoluter Höhepunkt sind aber die Versuche eines Geistes (ist es wirklich der Sohn von Belasko?), sich an die hübsche Florence Tanner ranzumachen, inklusive beleidigtem Türnknallen (des Geistes) und schlussendlich einem finalen Liebesakt zwischen Geist und Frau. So etwas sieht man nun wirklich nicht oft.

Wer einerseits klassische aber auch abgefahrene Gruselunterhaltung mit tollen Bilden sucht, dem ist der “Tanz der Totenköpfe“ nur zu empfehlen. Es ist immer etwas los, es sieht immer gut aus und kurz bevor es zu albern wird bekommt der Film stets gerade so die Kurve. Da stört es auch nicht, dass der Schluss jetzt nicht unbedingt der Nachvollziehbarste ist. Zwei der erwähnten Szenen wurden in der Scary-Movie-Reihe parodiert. Totenköpfe tanzen in dem Film nicht ein einziges Mal. Genauer gesagt treten generell keine Totenköpfe in dem Film auf und getanzt wird auch nicht. Dafür ist das Plakatmotiv aber extraklasse!

Warum sehen Filmposter heute nicht mehr so aus?


Trailer (englisch)


Text: A.Hartung

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