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Der Werwolf von Tarker Mills

(aka “Stephen Kings Werwolf von Tarker Mills – Silver Bullet“)
(USA: “Cycle Of The Werewolf“ (working title), “Stephen King’s Silver Bullet“ (complete title), Silver Bullet)

1986 | USA | 95min | FSK18

In Tarker Mills steppt der Bär

… naja, eher wohl nicht. Zumindest kein Bär. Aber dazu später. Die verschlafene amerikanische Kleinstadt Tarker Mills ist die Heimat von Marty Coslaw (Corey Haim) und seiner Familie. Dem gehbehinderten Jungen scheint sein trauriges Handicap nicht sehr zu stören – zumindest lässt er sich seine Unzufriedenheit nicht ansehen, während seine Familie alles daran setzt, den Jungen in Watte zu packen. Seiner Schwester Jane (Megan Follows) dagegen, ist der kleine Bruder doch manchmal ziemlich lästig, da sie zumeist die Aufgabe der Nanny übernehmen muss. Onkel Red (Gary Busey) ist für Marty jedoch der Rettungsanker im goldenen Käfig. Das schwarze Schaf der Familie ist immer offen für lausbübische Vergnügungen der etwas anderen Art und bastelt eines Tages für seinen Neffen, natürlich im Unwissen seiner überbesorgten Anverwandten, das coole und pfeilschnelle Rollstuhl-Motorrad “Silver Bullet”.

Wenn der Werwolf zweimal heult

Eines, auf einen Vollmond folgenden, Tages im Januar wird in Tarker Mills die Leiche eines stadtbekannten Trinkers neben den Eisenbahngleisen aufgefunden. Dieser fehlt unbequemerweise der Kopf. Man glaubt zunächst an einen Unfall und hakt die Sache ab. Doch schon bald wird das öde Nest Zeuge einer bestialisch brutalen Mordserie, die es in Angst und Schrecken versetzt. Auffällig ist dabei, dass die Opfer übelst zugerichtet werden und das Ganze erstaunlicherweise in Vollmondnächten passiert.

Das kann ins Auge gehen

Marty ist geschockt, als es auch seinen besten Freund Brady erwischt – so wahnsinnig geschockt, dass er sich bald darauf enorme Sorgen um das Feuerwerk am 4.Juli macht, dass aufgrund der Morde kurzerhand von der Stadt abgesagt wird. Also beschließt Marty sein eigenes, von Onkel Red verständnisvoll gesponsertes, Leuchtraketen-Fest zu inszenieren. Dazu macht er sich eines Vollmondnachts (wie dämlich!) in den nahen Wald auf (noch dämlicher!) und lässt die bunten Feuerwerkskörper in die Luft zischen (in Dämlichkeit nicht mehr zu toppen!). Das passt dem ortsansässigen, blutlächzenden Killer natürlich gar nicht und just in dem Moment, als der zottige Geselle den Jungen schon fast erreicht hat, schießt dieser ihm (gar nicht mehr so dämlich!) eine Rakete ins Auge. Marty macht sich, mit Hilfe seines Feuerstuhls, blitzschnell auf den Heimweg und ist von nun an überzeugt, dass der Mörder ein leibhaftiger Werwolf ist. Natürlich fällt es ihm schwer, seine Schwester und seinen Onkel davon zu überzeugen. Doch Jane glaubt ihm ein wenig und sucht daraufhin bei einer Pfandflaschen-Sammelaktion die ganze Stadt nach einem Menschen mit einem verwundeten Auge ab… und siehe da, der allerorts beliebte Reverend Lowe (Everett McGill) bevorzugt neuerdings Piratenlook mit Augenklappe.

Währenddessen macht sich eine wütende Meute Einheimischer daran, das „Untier“, hinter dem immer noch ein wahnsinniger Serientäter vermutet wird, zu fangen. Leider werden die Jagenden aber ganz fix selbst zu den Gejagten und kurz darauf ist eine kombinierte Trauerfeier notwendig. Marty hat wiederum seine eigene Methode, dem Unhold auf den Werwolfspelz zu rücken und versucht es erst einmal mit fiesen Erpresserbriefen, in denen er dem heiligen Mann den Freitod ans Herz legt. Zur Sicherheit muss Onkel Red widerwillig die silbernen Halsketten der Geschwister zu einer Silberkugel einschmelzen lassen. Der Reverend ist über eine solch dreiste Direktheit natürlich „not amused“ und beschließt, dem kleinen Querulanten die Suppe zu versalzen. Schließlich ist doch ein hilfloser Rollstuhlfahrer eine leichte Beute, oder?

… Regen, Schnee und Sonnenschein und der Vollmond schaut herein

So schließt das Vorwort der schaurig-schön von Bernie Wrightson illustrierten Stephen King Kalendergeschichte “Das Jahr des Werwolfs“ (“Cycle of the Werewolf“) von 1983, die zwei Jahre später die Vorlage für den Dino de Laurentiis Streifen “Der Werwolf von Tarker Mills“ (“Silver Bullet“) liefert.

King selbst schreibt das Drehbuch und so lässt sich bezüglich der filmischen Umsetzung einfach wieder einmal nicht leugnen, dass es sich um eine typische Adaption der King’schen Schreibkunst handelt – nicht wirklich überzeugend, nicht wirklich story-treu und nicht wirklich erfolgreich, obwohl der Streifen 1985 trotz aufwändiger, aus heutiger Sicht natürlich angestaubter, Effekte ca. sieben Mio Dollar verschlingt. Aber was macht den “Werwolf von Tarker Mills“ trotz allem zu etwas Besonderem? Das Geheimnis liegt in der Einfachheit der Geschichte. Ein Werwolf in einer öden, spießigen Kleinstadt – ein, für den Zuschauer nachvollziehbarer, Mikrokosmos aus Schwarz, Weiß und ganz viel Grau. Schlicht und daher überzeugend haarsträubend. Gute Spannungsmomente verteilen sich, genau abgestimmt und mit Splatter-Einlagen garniert, über die ganze Story. Der Humor kommt nicht zu kurz und nimmt zum Teil satirische Ausmaße an. Leider wird diese Qualität nicht bis zum Schluss durchgehalten. Das Finale ist extrem schwach, zu schnell und absolut voraussehbar. Ein weiteres Manko ist die schauspielerische Leistung der Darsteller, die zuweilen etwas gefühlsarm wirkt, obwohl der Hintergrund der Geschichte ausreichend Stoff für ein tränenreiches Drama bieten würde.

Fazit:

Ein spannender Horrorfilm des Werwolf-Genres mit liebevollen Splatter-Elementen, der recht unbeachtet in den DVD-Regalen der Kaufhäuser schlummert – unbeachtet, aber nicht unbeachtlich. Denn obwohl “Der Werwolf von Tarker Mills“ sicherlich kein Klassiker-Niveau besitzt, bietet dieser jedoch genug Atmosphäre, um in Halloween-Nächten prächtig zu unterhalten – und das am besten uncut und mit viel Popcorn.

Trailer:


Text: Cornelia Weidmann

2 Kommentare »

  1. ey ich will den film

    Comment von kimba — 28. September 2009 @ 16:50

  2. Hallo Kimba! Wie, Du willst den Film? Was soll das heißen? Du willst ihn heiraten? Für immer bei ihm sein? Du willst, dass er auf Deine Geburtstagsparty kommt? Dass er Dich in die Geheimnisse der Liebe einführt? Ansonsten habe ich ihn gerade bei einem großem Internetanbieter für schlappe 5,60 € gesehen. Deine große Liebe! Hoffentlich werdet Ihr glücklich! Dein Kürbiskönig

    Comment von Der Kürbiskönig — 28. September 2009 @ 18:36

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