Alexandre Ajas MANIAC

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Das introvertierte Milchgesicht Frank (Elijah Wood) betreibt zurückgezogen von der Welt eine veraltete Ladenwerkstatt für Schaufensterpuppen. Dieses nicht mehr ganz so zeitgemäße Geschäft hat er von seiner alleinerziehenden Mutter geerbt, die ihn anscheinend nicht besonders liebevoll behandelt hat. Denn Frank kann nicht sehr gut mit Frauen. Eigentlich überhaupt nicht. Er hat die dumme Angewohnheit, ihnen nachzustellen, sie umzubringen, zu skalpieren und zu entkleiden. Nicht gerade ein Schwiegermuttertraum. Mit den Skalps schmückt er anschließend seine Schaufensterpuppen und postiert sie in seinem Schlafzimmer, wo er dann mit ihnen heile Welt spielt. Eines Tages begegnet Frank der niedlichen Fotokünstlerin Anna (Nora Arnezeder), die seine Tötungsroutine heftig durcheinanderwirbelt. Sie interessiert sich für den schüchternen Typen und verbringt viel Zeit mit ihm. Frank taut langsam auf und empfindet zum ersten Mal echte Zuneigung. Doch wer nun an ein Happy End glaubt, hat wahrscheinlich noch nie einen Horrorfilm gesehen…

Kopfkino

Okay, wirst Du nun denken, da ist also ein kranker Spinner, der Frauen umbringt. Hab ich ja noch nieee gesehen. Langweilig! Doch Du irrst Dich. Denn bei “Alexandre Ajas Maniac” zählt nicht das WAS, sondern das WIE. Drehbuchautor Alexandre Aja (“The Hills Have Eyes”, “Piranha”) und Regisseur Franck Khalfoun (“P2 – Schreie im Parkhaus”) haben zwar die grundsätzliche Story des Originals übernommen, das Ganze aber mit einem technischen Kniff versehen, der für eine völlig neue Seh- und Gefühlserfahrung sorgt.


Anders als das (in Deutschland beschlagnahmte) Original aus dem Jahr 1980, ist der Film nämlich zu 90% aus der Sicht des Hauptdarstellers gefilmt. Das bedeutet, dass Du fast die gesamte Handlung als Frank erlebst. Du fährst als Frank durch die Straßen und hältst nach neuen Opfern Ausschau, Du verfolgst Frauen als Frank und am Ende tötest Du sie als Frank. Dies wirkt nicht etwa steif und ungelenk, sondern fühlt sich dank hervorragender Kameratechnik erschreckend realistisch an. Zwischendurch erlebst Du immer wieder verstörende Visionen, als wären sie Deine eigenen. So tauchst Du mehr und mehr in die Psyche eines irren Killers ein. Bald verschwimmt die Distanz zum Film und Du wirst Frank. Damit wollen wir keinem Jugendschützer eine Steilvorlage geben, dass “Maniac” unbescholtene Bürger in wahnsinnige Mörder verwandelt. So etwas schafft kein Film und auch kein Ego-Shooter. Aber dieses Werk dringt tatsächlich in Regionen des Zuschauers vor, die andere Filme bisher noch nicht erreicht haben. Dies führt zu einem äußerst intensiven Filmerlebnis, das noch lange nachwirkt. Wenn manche Kritiker von einem “Meilenstein” sprechen, können wir dem nur zustimmen. “Alexandre Ajas Maniac” muss man einfach gesehen haben.

„Alexandre Ajas Maniac“ – Die offizielle Webseite

„Alexandre Ajas Maniac“ – bei facebook


„Alexandre Ajas Maniac“ (2012) – Offizieller deutscher Trailer in HD

„Maniac“ (1980)


 

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