Nightmare Concert

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(A Cat in the Brain, Un Gatto nel Cervello)

1990 | 67min | FSK Keine Jugendfreigabe

Wenn man Kult-Regisseur ist, kann man sich schon Einiges erlauben. Zum Beispiel kann man einen Film drehen, in dem über weite Strecken alte Szenen aus früheren Werken anderer Filmemacher recycled werden, dabei die Hauptrolle spielen und trotzdem cool sein wie feinstes Gelato.

nightmare-concertDer italienische Altmeister des Horrors, Lucio Fulci (1927-1996), gibt mit seinem “Nightmare Concert“ nicht nur den Protagonisten, sondern bindet blutig-brutale Filmszenen verschiedener anderer Regisseure geschickt mit ein.

Lieber Tagträume in den Alpen, als Alpträume am Tag!

Hätte er doch nicht derart viele Horror-Filmchen gedreht und geschaut. Dr. Lucio Fulchi (natürlich von ihm selbst gespielt) leidet seit einiger Zeit unter schrecklichen Alpträumen. Ursache der schlimmen Einbildungen, die sich vor seinem geistigen Auge manifestieren, ist seine Arbeit. Realität und Erinnerungen an einige der fiesesten Filmszenen verschmelzen zu Visionen, die den Filmemacher an den Rand des Wahnsinns (oder darüber hinaus) treiben und ihn zunehmend an seinem Geisteszustand zweifeln lassen.

Ausgerechnet ein deutscher Psychiater namens Dr. Egon Schwarz soll ihm helfen, das Problem in den Griff zu bekommen und die Dinge wieder positiv zu sehen. Doch daraus wird nichts, denn der Professor verfolgt seinen eigenen, perfiden Plan. Er will seine verhasste Frau aus dem Weg räumen, aber natürlich nicht den Rest seines Lebens hinter schwedischen Gardinen verbringen. Dieses Dilemma bringt den sadistischen Seelenklempner auf eine Idee. Mittels Hypnose möchte er dem armen und unschuldigen Lucio die Schuld in die Sandalen schieben. Wie in Fulci-Filmen üblich, bleibt es natürlich nicht bei einer Leiche. Stattdessen wird fleißig gemetzelt und gehäckselt, so dass der Bodycount stetig steigt.

Von Häuptern, die rollen und Hauptrollen

fulciDie deutsche DVD-Fassung ist trotz Keine Jugendfreigabe-Siegel gegenüber der ungeschnittenen Originalfassung erheblich gekürzt. Von ursprünglich 88 Minuten bleiben gerade einmal 67 Minütchen übrig – das sagt einiges. Dennoch ist der Streifen recht unterhaltsam, nicht zuletzt dank rollender Häupter und Signore Fulci in seiner einzigen Hauptrolle. Zwar spielt er nicht besonders gut und brabbelt manchen Satz unverständlich in seinen Bart, dennoch muss man den Meister auch mal vor der Kamera gesehen haben. Unvergesslich ist zudem die Szene, in der Säge, Gliedmaßen, Fleischwolf und Schweine eine Rolle spielen, während im Hintergrund Edvard Grieg’s “In der Halle des Bergkönigs“ läuft. Derbe!

Text: Sascha Adermann

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