[Rec] Rec (2007)

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2007 | 80min | FSK 18

Die ambitionierte Nachwuchsreporterin Ángela dreht des Nachts, während die braven Bürger in ihren Betten schlummern, die Fernseh-Life-Reportage “Während sie schlafen“. Darin begleitet sie die nachts arbeitende Bevölkerung mit der Kamera und hofft, dass etwas Aufregendes passiert.

So dreht sie auf einer Feuerwehrstation den leeren Essensraum, moderiert die Feuerwehrrutschstange an und wartet auf einen Notruf, um ein wenig richtiges Leben in die Reportage zu bekommen. Als dieser dann endlich eintrifft, scheint sich das für das zweiköpfige Fernsehteam als ein echter Glücksfall zu erweisen. Eine alte, fast unbekleidete Frau hat sich schreiend in ihrer Wohnung eingeschlossen. Als die Feuerwehrleute mit einer Polizeistreife in die Wohnung eindringen, fällt die offensichtlich geistig verwirrte und blutverschmierte Frau den leitenden Polizisten an und beißt ihn in den Hals.

Besser hätte es nicht kommen können! Erst noch überglücklich über die Bilder aus dem richtigen Leben, muss das begeisterte Fernsehteam nebst alarmierten Hausbewohnern bald darauf feststellen, dass jemand die Haustür abgeschlossen und die Gesundheitsbehörde beschlossen hat, dass Haus unter Quarantäne zu stellen und mit Sicherheitsfolie zu umwickeln. Falls jemand versuchen sollte, dennoch ins Freie zu gelangen, werden radikale Gegenmaßnahmen angedroht. Nicht ohne Grund, wie sich bald herausstellt. Scheint doch ein aggressiver Virus unter den Hausbewohner zu kursieren, der kurz nach der Infizierung zum blutrünstigen Wahnsinn führt. Und es sind nicht die langsamen Zombies!

Geringe Mittel -Maximale Wirkung

„[Rec]“ ist ein kleiner feiner spanischer Streifen, der mal wieder zeigt, dass man auch mit geringen Mitteln überzeugende und mitreißende Horrorfilme drehen kann. Das liegt nicht unwesentlich an dem pseudo-dokumentarischen Stil des Filmes. Die Geschichte wird, wie in  “Blair Witch Project“ nur über die Bilder des Kameramanns erzählt, was gerade den Actionszenen einen bedrohlichen Realismus und atemberaubendes Tempo verleiht. Und zwar so sehr, dass dem Betrachter schon mal schwindelig werden kann!

Ein weiterer Pluspunkt für “[Rec]“ ist das Ende mit einem überraschend schaurigen und düsteren Finale. So erfindet der Film das mittlerweile doch arg ausgelutschte Zombie-Genre zwar nicht neu, kann aber mit seiner realistischen Wackelbildästhetik wenigstens für kurze Zeit frisches Blut in den untoten Patienten pumpen (und das macht einen 1 Euro in die Phrasenkasse!)

Es existiert bereits ein amerikanisches Remake namens “Quarantäne“, welches so schnell gedreht wurde, dass es bei uns zeitgleich mit der DVD-Veröffentlichung von “[Rec]“ in die Kinos kam. Ein Nachfolger von “[Rec]“ unter dem selben Regie-Team ist bereits in Arbeit. Naja, die Regel: „Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen“, hatte in der Horrorfilmbranche noch nie viele Freunde.

Trailer (deutsch):


Text: A.Hartung

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