Die Toten sind da!

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Sie sind da! Vor Kurzem konnte man noch erleichert sagen, dass unhöfliche Zombies, welche den Lebenden an das pulsierende Innenleben wollen, vor allem ein amerikanisches, vielleicht noch italienisches oder spanisches Problem sind. Nun schwappt die Zombiewelle etwas verspätet, dafür aber um so gnadenloser über den deutschen Horrorfreund zusammen. Mit „Rammbock“ startet am 09. September eine durchaus vielversprechende deutsch-östereichische Zombie-Produktion in den einheimischen Kinos (!). Und nicht nur das: Seit Kurzem gibt es auch eine einheimische Zombie-Comic-Serie, die „The Walking Dead“ mal zeigen will, wo der Zombie-Hammer hängt.

DieTotenCover1Bereits auf dem diesjährigen Erlanger Comicsalon stellte der Comicverlag Zwerchfell den ersten Band seines ambitionierten Projektes „Die Toten“ vor. Die Comicserie erzählt vom Ausbruch einer Zombie-Epidemie in good old Germany. In der Nachbarschaft also. Ausfahrt Autobahnkreuz Hohenflechten und bei Konnopke um die Ecke. „Die Toten“ ist keine stringent zusammenhängende Geschichte, sondern besteht aus Kurzgeschichten mit einzelnen Protagonisten, die anschließend nie wieder auftauchen (bzw. meistens am Ende sowieso tot oder untot sind). Zusammen erpuzzelt sich daraus nach und nach ein vielschichtiges Bild einer deutschen Zombie-Apokalypse.

DieTotenLogoCleanerBItNEG---KopieJede Episode wird von einem anderen Zeichner/Texter-Team gestaltet. Vom Verlag bekommen diese nur die Richtlinien und die wichtigsten wissenschaftlichen Fakten über die einheimischen Zombies übermittelt. Schließlich würde es nicht angehen, dass in Bayern die Zombies rennen und in Berlin schlurfen (zumal es – wenn überhaupt – sowieso eher umgekehrt wäre). Stefan Dinter und Christopher Tauber, die Köpfe hinter den Toten, sind Fans der klassischen Zombies. Den Zombies also, die torkeln und schlurfen.

Mit einer eingeplanten zeitlichen Verzögerung ist nun der erste Band endlich auch im Handel erhältlich. Anlass genug für den Kürbiskönig, den beiden Machern und Zombiefreunden hinter dem Comicprojekt „Die Toten“ ein paar tiefschürfende Fragen in die Gehrinrinde zu ritzen.

„Die Toten“ erzählt in mehreren abgeschlossenen Episoden vom Ausbruch einer Zombie-Epidemie in Deutschland. Die Geschichten spielen auf der Autobahn in Baden-Baden, bei München oder in Frankfurt am Main. Wodurch unterscheidet sich denn eine deutsche Zombie-Epidemie von z.B. einer amerikanischen?

Erstmal durch die Waffen. In den USA greifen die Jungs einfach in ihr Handschuhfach und ziehen ’ne abgesägte Mossberg raus, um den Zombies die Köppe wegzuschießen. In Deutschland gibt es weniger Feuerwaffen, deshalb werden sich die Überlebenden wohl eher im Baumarkt mit Hieb- und Stichwaffen eindecken. Und dann durch die relative Enge – in Deutschland leben einfach mehr Menschen pro Quadratkilometer, dadurch kann sich die Seuche einerseits schneller ausbreiten und ist andererseits einfach näher an den Hauptfiguren. So richtig in der Nachbarschaft. Auch bei unseren langsamen Zombies.

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Welche Maßnahmen würde die aktuelle Bundesregierung beim Ausbruch einer Zombie-Epidemie ergreifen?

Die aktuelle? Ach, eigentlich würde jede Regierung erst einmal beruhigen und beschwichtigen, am zweiten Tag bei der WHO nachfragen und die Entscheidung noch einen Tag aufschieben und am dritten Tag die Bundeswehr mit Sandsäcken losschicken. Also genau an dem Tag, an dem eh alles schon zu spät ist…

Welche Maßnahmen SOLLTE sie, nach euren Zombie-Erfahrungen, stattdessen ergreifen?!

Erstmal: Georg Seeßlen die komplette Handlungsmacht übergeben. Dann, einfach, aber unschön: Alle frischen Leichen SOFORT verbrennen. Keine Gräber, keine Ansprachen, einfach Asche. Infizierte müssen leider, leider sofort erschossen und verbrannt werden. Schon existierende Zombies mit Flammenwerfern bearbeiten oder in Containern fangen und ab in die Müllverbrennung. Wem das alles zu herzlos ist: In die Kühltürme von AKWs treiben, da kommt keiner raus, keiner rein und es gibt genug Platz. Hey, hat keiner gesagt, dass das schön wird, wenn in der Hölle kein Platz mehr ist und die Toten auf die Erde zurückkommen.

Die-Toten -  IllustrationWo wäret Ihr vermutlich beim Ausbruch einer Zombie-Epidemie? Im Kaufhaus, in der Zombiehorde, auf dem Campingplatz etc.? Wie würdet Ihr Euch verhalten?!

Tauber: Das Haus, in dem ich wohne, verbarrikadieren, alle Infizierten darin töten und die Treppe vom Parterre zum ersten Stock kaputt hauen. Meine Freundin darf mit rein. Ganz sicher ist es aber wohl eher so: Ich gehe schwer davon aus, dass ich unterwegs um die Freundin zu retten, überfahren oder gebissen werde. Sollte ich bereits bei der Freundin sein oder sie während des ganzen Schlamassels mit mir Schluss machen, dann werde ich spätestens beim Zigarettenholen zum Zombie. Wobei… das fühlt sich als Nikotinjunkie auch ohne Untoten-Meute manchmal so an.

Dinter: Mit Frau und Kind ab auf ein Boot und zur nächsten Insel. Da alles von Zombies reinigen und dann… halt auf der Insel leben.

Woher kommt die anhaltende Begeisterung für Zombies, obwohl es sich bei diesen doch um eher stumme und handlungsarme Gesellen handelt?!

Zombies sind einfach die besten Katalysatoren für Geschichten. Sie sind nicht romantisch wie Vampire, animalisch wie Werwölfe, programmiert wie Cyborgs. Sie haben keine Regeln, außer dass sie dich fressen wollen. Sie sind die menschenähnlichsten Monster, ohne dass sie selbst (noch) Menschen sind. Sie sind dein Ende.

DieToten2CoverHardAuf welche Schauplätze und soziale Typen können wir uns in den nächsten „Die Toten“-Bänden freuen?

Eine ganze Menge verschiedene… eine Burg im Schwarzwald, ein Seniorenheim in Hamburg, ein Labor in Berlin, ein Bundeswehrcamp in der Mark Brandenburg, die Fußgängerzone in Heidelberg… jeder Autor und jede Autorin bringt eine neue Sicht und ein neues Setting mit ein. Das ist für uns auch einfach superspannend zu sehen, wenn die neuen Stories reinkommen.

Wann werden diese voraussichtlich erscheinen und welche Künstler werden beteiligt sein.

„Die Toten“ Band 2 erscheint zu, ahem, Halloween mit Stories von Andi Völlinger mit Till Felix und Steven Bagatzky, Ponti und Ingo Römling und Stefan Dinter mit Manuel Clavel. Band 3 kommt nächsten März mit Geschichten von Barbara Kirchner mit Marc Ewert, Tilman Rau mit Benjamin Höllrigl und Dietmar Dath mit Christopher Tauber. Weitere Stories und Plots von Christopher Bünte und Boris Koch liegen vor. Nico Simon, Sarah Burrini, Martin Schlierkamp und Florian Steinl haben auch einiges vor. Es geht, kurz gesagt, rund.

Welche sind Eure fünf All-Time-Zombie-Favoriten (Film, Comic, Buch, Hörspiel, Ballett etc.)?

The obvious, really. „Dawn“ und „Day Of The Dead„, „Return Of The Living Dead“, [rec•], „Shaun Of The Dead“ und Max Brooks‘ „The Zombie Survival Guide“. Es gibt jede Menge Zombiekram, aber auch eine Menge, der einfach blöd ist… und im Zweifel sind wir auf der Seite von George A. Romero. Punkt.

Welchen Film aus der Flut von Zombiefilmen der letzten Zeit, würdet Ihr den Lesern von halloween.de empfehlen?!

Die englische Miniserie „Dead Set“ war unser Lieblingszombiebeitrag der letzten Zeit. „Zombieland“ war auch prima, aber „Dead Set“ schlägt so ziemlich alles.

Wenn Du Dir ein Bild machen willst, ob „Die Toten“ eventuell „Dead Set“ schlagen können und einen von drei Bänden gewinnen willst, beantworte einfach die folgende Frage:

Was würdest Du tun, wenn in Deutschland eine Zombie-Epidemie ausbrechen würde?!

Schick uns bis zum 08. September 2010 Deine Lösung als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreib Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Adresse mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!

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Weitere Infos zu „Die Toten“
Artikel auf halloween.de

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