Fido – Gute Tote sind schwer zu finden

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2006 | 92min | FSK 16

Timmy Robinsons Vater hat Angst vor Zombies. Das ist nicht weiter ungewöhnlich, haben diese doch die unangenehme Leidenschaft lebende Personen (wie Timmys Vater) bei lebendigem Leibe zu zerfleischen.

Dumm nur, dass er in einer Welt nach der Zombie-Apokalypse lebt und die Zivilisation sich mittlerweile recht gut mit den untoten Mitmenschen arrangiert hat. Ein elektronisches Halsarmband dämmt ihre blutrünstigen Gelüste ein und macht sie zu anspruchslosen Dienstleistern. Zombies gründen keine Gewerkschaft und brauchen keine Pause.

Hippe Zombies

Dennoch mag sich Timmys Vater nicht an die Existenz der Untoten gewöhnen. Seit er seinen eigenen Vater im Krieg gegen die Zombies erschießen musste, spart er eisern, um sich und seiner Familie eine richtige Beerdigung (Kopf und Körper getrennt) zu ermöglichen. Bloß nicht als Zombie wieder zurückkehren, das ist sein Wunsch! Und so ist er gar nicht erfreut, als seine Frau ihm eines Feierabends einen Hauszombie präsentiert, der ihr ab sofort bei der Hausarbeit zur Hand gehen soll. Aber da hilft kein Murren, schließlich kann man es sich in der feinen Reihenhaussiedlung des Ansehens wegen gar nicht leisten, keinen Zombie zu haben.

Der Film könnte auch „Ein Junge und sein Zombie“ heißen. Der schüchterne Timmy beginnt sich schnell mit dem neuen Hauszombie anzufreunden und gibt ihm den Namen Fido. Und zwischen der vernachlässigten Frau Robinson und dem „neuen Mann“ im Haus knistert es gewaltig, wenn sie den beiden „Jungs“ frischen Orangensaft bei der sonntäglichen Autowäsche serviert. Sie lächelt und wirft ihr Haar extra nochmal nach hinten und später, beim Tanzen im Wohnzimmer, wird sogar manche zarte Zombiebande mit der Dame des Hauses geknüpft.

Rettet Fido!

Fido ist ein wundervoller und komischer Film, der aussieht, wie aus einer 50er-Jahre-Fernsehreklame entsprungen. Die Frauen lächeln weiß und tragen Kleid. Die Männer holen im Morgenrock – fortwährend mit Pfeife im Mund – die Zeitung aus dem Garten und natürlich scheint jeden Tag die Sonne. Doch es ist trotzdem nicht alles eitel Sonnenschein. Spätestens als Fido, nach einem Wackelkontakt in seinem Armband, die meckernde Hundeoma aus der Nachbarschaft auffrisst, beginnen die Probleme. Darauf steht nämlich der Zombietod und die Polizei ermittelt schon. Also entwickeln Timmy und sein exzentrischer Nachbar einen aufwendigen Plan zur Rettung von Fido. Tja, und wenn ein gut durchdachter Plan nicht ganz so läuft, wie geplant, dann wird’s auch schon mal extrem blutig im Hochglanzparadies.

Fido ist eine skurrile und groteske Zombie-„Familien“-Komödie, die das Genre und ihre Protagonisten ernst nimmt und auch ansprechende Splatterszenen bietet, welche sich schlüssig in die liebevolle Handlung einfügen. Was sagt Frau Robinson noch gleich zu Timmy, nachdem sie zwei Pfadfinderzombies erschlagen und verbrannt hat? „Ich möchte nicht, dass du das hier für normal hältst!“ Einer der schönsten und originellsten Zombiefilme der letzten Jahre – 50er Jahre-Heimatfilm meets George A. Romero.

Trailer:

Offizielle Webseite: fidothefilm.com


Text: A. Hartung

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