Wishmaster

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1997 | 80min | FSK Keine Jugendfreigabe

Eine der eher selten in Filmen gehuldigten Horror-Figuren ist der Djinn, eine Art gefürchtete Geistergestalt des Orients. Er liebt eigentlich dunkle und feuchte Orte in der Nacht und fliegt tagsüber durch die Lüfte oberhalb der Menschen-Sphäre. Aber wegen seiner Boshaftigkeit wird er auch mal gerne in eine Flasche gesperrt und muss dort als Flaschengeist ein jämmerliches Dasein fristen.

Unter der Regie von Robert Kurtzman erscheint 1997 mit „Wishmaster“ eines der wenigen Werke, welches dieses Thema zum Inhalt hat. Das zumindest der erste Teil keine komplette Katastrophe ist, liegt nicht zuletzt an der Mitarbeit von Wes Craven, der hier als ausführender Produzent tätig ist.

Ruhe in Frieden

Steelbook "Wishmaster"

Im 12. Jahrhundert treibt ein mächtiger Djinn sein Unwesen. Der König unterschätzt die Bösartigkeit des Dämons und erst ein Zauberer schafft es, den bösen Geist in einen Opal zu bannen. Der Edelstein wird dann in eine Statue eingearbeitet, um den Djinn für alle Zeit außer Gefecht zu ziehen. Dort verweilt er – mehr oder weniger friedlich ruhend – die nächsten 800 Jahre.

In der Gegenwart entdecken Forscher bei Ausgrabungen die betreffende Skulptur, ohne zu wissen, welche Gefahr das Ding in sich birgt. Als die Figur nach der Überfahrt in die neue Welt am Hafen verladen wird, nimmt das Unglück seinen Lauf. Die tonnenschwere Steinfigur stürzt auf einen Arbeiter, der daraufhin noch platter ist, als seine geschockten Kollegen. Einer der Hafenarbeiter ist jedoch nicht geschockt genug, um den besagten Opal zu übersehen und da das Einkommen offenbar nicht so prall ist, steckt er sich das vermeintlich wertvolle Teil heimlich in die Tasche.

Wünsch‘ Dir was

Über den Umweg des Pfandleihers gelangt die junge Geologin/Archäologin Alexandra Amberson in den Besitz (wichtig) des mysteriösen Edelsteins. Sie spürt beim Blick durch eine Lupe, dass mit dem Opal etwas nicht stimmt und lässt den Stein in ihrer Abwesenheit von einem Freund im Labor untersuchen. Dabei versagt grandios die Technik und der Djinn entkommt seinem Gefängnis mittels einer heftig-deftigen Explosion.
Nun begibt sich der Djinn auf die Suche nach Alexandra. Schafft er es, ihr drei Wünsche zu entlocken, öffnet sich ein Tor zwischen den Welten. Klingt an sich ganz gut, ist es aber nicht. Denn wenn die höllischen Heerscharen sich den Platz mit den Menschen teilen, zieht der Homo sapiens mit Sicherheit den Kürzeren. Zuvor benötigt der Dämon jedoch einige menschliche Seelen, um seine Macht zu stärken. Dazu gewährt er jeder Person, die ihm begegnet, einen Wunsch.

Anarcho-Aladdin

Zum Verständnis: Gnade und Barmherzigkeit sind für den Djinn Fremdwörter. Vergiss Barbara Eden („Bezaubernde Jeannie“). Dieser Djinn ist eher ein anarchischer Aladin, der die Wünsche der Menschen höchst eigenwillig und boshaft umsetzt. Exemplarisch sei hier nur erwähnt, dass immerwährende Schönheit nicht unbedingt erstrebenswert ist, wenn man als hübsche Plastikfigur „weiterlebt“. Gleiches gilt für alle anderen Wünsche, die der hinterlistige Herrscher der Hölle den Leuten wohlwollend erfüllt. Bloß wie soll die aparte Alexandra den Dämon aufhalten?

Der Blutfaktor ist ziemlich hoch, die Darstellung einiger Qualen schrecklich schön. Trotzdem nimmt sich der Streifen nicht ganz ernst. Zwar handelt es sich bei „Wishmaster“ nicht um eine Komödie, die häufig zynischen Kommentare und sarkastischen Scherze des Djinns sind trotzdem durchaus gut platziert. Erwähnenswert ist auch, dass mit Robert Englund („Freddy Krüger„) und Tony Todd („Candyman„), bekannte Größen aus anderen Horrorfilmen mitwirken. Alles in allem handelt es sich um den spannendsten Teil der Reihe, die es auf mittlerweile vier Episoden bringt.

Trailer (englisch):



 


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