Grabbers

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Erin Island ist ein wunderschöner Leberfleck am Arsch der Welt. Es gibt nur einen Pub. Man sollte also besser nicht riskieren, dort Hausverbot zu bekommen. Alles in allem ein recht beschaulicher Ort, den sich die junge und strebsame Polizistin Ruth Bradley ausgesucht hat, um mit ein paar Extraeinsätzen während ihrer Urlaubszeit einen guten Eindruck bei den Vorgesetzten zu machen. “Hier passiert nie etwas Aufregendes“, sagt ihr etwas widerwilliger einheimischer Arbeitskollege Ciarán O’Shea, der jeden Tag mit einem zünftigen Kater und amtlichen Kopfschmerzen begrüßt.

Aber kaum hat er diesen Satz ausgesprochen, ist auf einmal voll was los und die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. Der Strand ist plötzlich voller toter Wale mit seltsamen Wundmalen, Inselbewohner verschwinden auf Nimmerwiedersehen und der alte Paddy fischt ein fremdartiges Wesen aus dem Wasser und lagert es in seiner Badewanne. Während er nun noch überlegt, was das putzige Tentakelwesen bei eBay bringen würde, springt es ihm ins Gesicht und versucht, ihm das Blut auszusaugen. Kurz darauf kommt niemand mehr um die Erkenntnis herum, dass fiese blutsaugende außerirdische Tentakelmonster die Insel invasieren und alles dafür tun, dass der Pub bald niemand mehr Hausverbot geben kann. Als ob das nicht schlimm genug wäre sind die Eindringlinge auch noch ziemlich viele und wachsen verdammt schnell! Während man nun kurz davor steht in Panik auszubrechen, fällt der Blick auf den grinsenden Paddy. Warum hat er überlebt und die anderen nicht? Die Antwort ist, weil Paddy standesgemäß bis obenhin mit seinem Selbstgebrannten abgefüllt ist. Und solch ein Blut verträgt auch das invasionswilligste Tentakelmonster nicht.

Ich bin die beste betrunkene Polizistin, die Du je gesehen hast.

Bis Hilfe vom Festland eintrifft, hilft also nur eines: Saufen, saufen, saufen. So lädt man die versammelte Gemeinde direkt aus der Kirche zur Freibierparty ins Pub ein. Nur der Wirt ist etwas besorgt, weil er vermutet, dass seine Frau glaubt, dies wäre so etwas wie ihre Geburtstagsparty. Auch wenn er Recht behält und auf einen handfesten Ehekrach hinsteuert, soll das für diese Nacht noch sein geringstes Problem sein, denn so leicht lassen sich die abstinenten Aliens nicht ins Bockshorn jagen.

Trockener Humor für feuchte Iren

“Grabbers“ ist ein ziemlich komischer und unterhaltsamer Monsterfilm geworden, der von der ersten bis zur letzten Minute gut zu unterhalten weiß. Natürlich ist “Grabbers“ nicht der lustigste Film aller Zeiten, wie uns das Booklet weismachen möchte. (Wenn man den Texten darin glauben möchte, scheinen die Schauspieler vor lauter Lachen kaum zum Lesen des Drehbuchs gekommen zu sein.) Das “Grabbers“ eben kein Klamaukfeuerwerk à la betrunkene Iren kotzen auf Aliens geworden ist, sondern der Humor eher so etwas wie die stetige Hintergrundmusik mit einigen sehr starken Auftritten ist, macht die Qualität des Films aus. Lakonisch und trocken. Trockener Humor ist genau das Richtige für einen Film, in dem man sich durchs Saufen das Leben rettet.

Gremlins & Tremors lassen schön grüßen

Schöne Bilder und starke, wie auch amüsante Darstellerleistungen machen den Charme des Filmes aus. Beste Referenz ist “Tremors – Im Land der Raketenwürmer“, der mit einem ganz ähnlichen Humor aufwartet. Und spätestens, wenn die (sturzbetrunkene) Abstinenzlerin Ruth Bradley durch einen Schankraum tappt, der gerade von fröhlichen Jung-Tentakeltieren auseinandergenommen wird, fühlt man, als würde man gerade einen verschollenen „Gremlins“-Teil sehen. Überhaupt sind gerade die Jungviecher lustig anzuschauen. Und die ausgewachsenen Exemplare der Spezies können mit einer originellen Art des stetigen Überschlag durch die Gegend zu rollen.

Für einen spaßig-geselligen Filmabend ist Grabbers“ also ideal. Am besten zu genießen mit ein paar trinkfesten Freunden auf der Couch oder Sonntagmorgen verkatert im Bett.


„Grabbers“ Trailer


 

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