The Cabin in the Woods

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Pornos & Horrorfilme sind Brüder im Geiste. Der Zuschauer weiß von der ersten Sekunde an genau, was ihn erwartet und was gleich passieren wird. Eine fest ablaufende Handlung umrahmt die Szenen, um die es eigentlich geht. Gut ausgeführte Tötungsszenen (bzw. ein amtlich ausgeführter Geschlechtsverkehr). Während der Pornofilm sich nun konsequenterweise auf den sich auf das Wesentliche beschränkenden Kurzfilm konzentriert, produziert sich der Horrorfilm nach wie vor stoisch in der Wiederholungsschleife. Nur im Horrorgenre ist es möglich, sechsmal hintereinander die gleiche Story zu verfilmen. Einzig Wes Craven polierte in den Neunziger Jahren (des letzten Jahrhunderts) das Genre mit einem frischen ironischen Blick für einige Zeit etwas auf. Auf den “Scream“-Film des Pornofilms warten wir bis heute  jedoch vergeblich.

Und so beginnt auch “The Cabin in the Woods“ mehr oder weniger, wie jeder andere Backwood-Slasher der letzten Jahre. Die Kamera gleitet über weitläufige grüne Wälder durch die sich eine Landstraße schlängelt auf der, noch weit entfernt, ein Auto (Jeep/Wohnmobil) fährt. Jetzt ist die Kamera fast auf Augenhöhe, wir bekommen erste Gesprächsfetzen aus dem Auto zu hören. Offensichtlich Jugendliche. Schnitt ins Auto. Gerade wird ein Joint gedreht. 4 – 6 Jugendliche haben beschlossen ein Wochenende auf dem Land zu verbringen und mal so richtig die Sau raus zu lassen. Was meint: In einer einsamen Holzhütte hocken und Bier trinken. Vereinzelt versucht man Sex zu haben. Es war schon immer eines der ungelösten Rätsel dieser Filme, was eine Gruppe von debilen aus dem Ei gepellten Großstadt-Kids, die nicht gerade den Eindruck von Naturfreunden machen, zum Bier trinken in eine alte Waldhütte treibt. Vorher wird natürlich noch an einer alten verrotteten Tanke halt gemacht, um sich von einer ungewaschenen Bedienung anblaffen zu lassen.

 

Gerade wenn man sich zurück gelehnt und routiniert festgelegt hat, wer wann sterben wird, fangen die Dinge an seltsam zu werden. Man richtet sich wieder auf. All das, was der geneigte Slasher-Freund bereits als altgewohnte Kulisse kennt und ihn dadurch ebenso in Sicherheit wiegt, wie die ahnungslosen Opfer, erweist sich als genau das: Als eine Kulisse! Und dann beginnt der Film richtig ab zu drehen und die Kids würden sich wünschen, sie hätten es nur mit einem normalen Slasher zu tun.

Drew Goddard (u.a. Autor von „Cloverfield“ und „Lost“) und Joss Whedon („Marvel’s The Avengers“ und „Buffy – Im Bann der Dämonen“) mixen hier einen wilden bunten Genre-Cocktail, der einerseits mit dessen Regeln spielt und sie auf der anderen Seite in Frage stellt. In welchem Genre-Film hat der obligatorische Kiffer schon als erstes den Durchblick?!


Trailer:


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