Bald wird angebadet – Hai-Alarm am Müggelsee

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Es ist zugebenermaßen noch etwas hin, bis man unbeschadet wieder die Freuden eines sonnigen Badetages am Strand genießen kann. Jedoch nicht so lange, wie man denkt. Denn angebadet wird dieses Jahr bereits im März. Dann startet nämlich endlich die langerwartete heimische Großproduktion “Hai-Alarm im Müggelsee“ in den Kinos. Und weil die gesamte Mannschaft von Halloween.de schon voller Vorfreude kichernd durch die heimischen Dungeons schleicht, wollen wir Dir die obskure Produktion an dieser Stelle bereits einmal vorstellen.

Der Müggelsee ist ein recht großer See am Rand von Berlin, umgeben von reizvollem Waldgebiet, Ausflugsgaststätten, den Müggelbergen und den Ausläufern der Stadt. Heimliche Hauptstadt und Perle des Müggelseegebietes ist der Stadteil Friedrichshagen. Im Sommer ist der See und Umgebung ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Mit Kind und Kegel, Bier und Fahrrad wird gebadet und sich erholt, was das Wetter hergibt. Und irgendwo hier beginnt der Film. Und zwar als eines Abends dem Bademeister im Wasser eine Hand abgebissen wird. Da ist die Verwunderung natürlich groß. Laien und Experten sind sich einig: Vielleicht ein Hai im Müggelsee? Maßnahmen müssen ergriffen werden. Um jedoch nicht das einträgliche Geschäft mit den Touristen zu gefährden, lauten diese Maßnahmen: kleinreden, verschleiern, ignorieren. Die Leute sollen nicht ins Wasser gehen, aber “positiv“. Das heißt man spricht keine Verbote aus, sondern man versucht sie durch Freizeitangebote außerhalb des Wassers davon abzuhalten, ins gefährliche Naß zu steigen.

Lange funktionieren tut das natürlich nicht. Und spätestens als sich nur noch 10 Teilnehmer zum jährlichem großen Müggelseeschwimmen anmelden ist klar, dass gehandelt werden muss. Wie gut, dass gerade Hai-Jäger Snake Müller mit seinem Hausboot in Friedrichshagen fest gemacht hat. Mit Hilfe seines alten Unterwasser-Haikäfigs geht er auf Haisuche und gibt eine eidestattliche Erklärung ab: Da IST ein Hai im Müggelsee. Dem Bürgermeister kommt das gerade recht. Schließlich stehen die Bürgermeisterwahlen ins Haus und in Zeiten der Not, sitzt der Amtsinhaber am längeren Hebel. Es wird Hai-Alarm ausgerufen!

„Die Zahnpasta der Angst lässt sich irgendwann nicht mehr in die Tube der Beschwichtigung zurückstopfen!“

Für “Hai-Alarm im Müggelsee“ musste extra ein neues Genre erfunden werden: Der Alarm-Film! Verantwortlich dafür ist der umtriebige Autor & Musiker Sven Regener und Filmemacher Leander Haußmann. Dieser verfilmte bereits erfolgreich Regeners Debüt-Roman “Herr Lehmann“. Bei “Hai-Alarm im Müggelsee“ machen es sie jetzt alle gemeinsam: Drehbuch schreiben, Regie führen und die Filmmusik. Ganz nebenbei spielen sie auch noch einen Großteil an Pärchen-Nebenrollen (also die 2 Polizisten, die 2 Taucher, die 2 Punker, die 2 Pantomimen etc.). Der ganze Film ist eine Art Guerrilla-Projekt. Um die Idee nicht in den Tretmühlen der deutschen Filmindustrie schal werden zu lassen, gründeten die beiden kurzerhand ihre eigene Produktionsfirma Müggelfilm. „Nach meinen langen Jahren im Filmgeschäft, schien es mir sinnvoll, mit einem kleinen, manövrierfähigen Schnellboot zwischen den Öltankern durch zu flitzen. Das hat sich ausgezahlt. Nur nicht finanziell.“ (Haußmann)


Es spricht für sich, dass bis auf eine kleine Ausnahme kein TV-Sender und keine Filmförderung das Projekt unterstützen wollten. War vermutlich nicht dröge genug. Dafür verzichten Stars, wie Henry Hübchen auf ihre Gagen und wandelten diese stattdessen in Produzentenateile um.

Dem Vorgang des Drehbuchschreibens kann der interessierte Zuschauer teilweise auf der Webseite der Produktionsfirma mitverfolgen. Wobei natürlich nicht nur geschrieben, sondern auch über Gott und die Welt geredet und gestritten wird. Schließlich sitzt Sven Regener an der Tastatur und der scheint ja nun immer und überall zu reden. Ein Casting für die Hauptdarsteller gab es nicht. Sie wurden einfach gefragt… und sagten zu. In der Tat liest sich die Besetzungsliste, wie ein Who is Who des deutschen Films, wenn man mal von der glücklichen Abwesenheit von Til Schweiger und der einen die immer so nervig ist … absieht. Auf der Besetzungsliste stehen u.a. Henry Hübchen, Detlev Buck, Michael Gwisdek, Katharina Thalbach, Benno Führmann … um nur einige zu nennen. Drehbeginn war August 2012. Nach 30 Tagen war das Teil im Kasten und diesen März kommt der Film ins Kino. So schnell kann es gehen!

„Mal nicht immer alles hinterfragen, auch einfach mal mitmachen! Und wenn Hai-Alarm ist, dann heißt das: Angst haben, weglaufen, so einfach ist das, Angst haben, weglaufen, ist das denn so schwierig?“

Bereits der Trailer ist ein einziges Highlight und entlockt dem Kürbiskönig trotz eher gemäßigter Blutrünstigkeit das eine oder andere Kichern. Die Vorfreude ist bereits jetzt schon riesengroß. Die noch zu absolvierende Wartezeit kann man sich u.a. damit vertreiben, den Prozess des Drehbuchschreibens als Video-Tagebuch nachzuvollziehen, den Produktions-Blog zu lesen, sich kostenlos den Hai-Song von Sven Regener und Leander Haußmann herunterzuladen oder sich eine Original-Hai-Alarm Schneekugel zu bauen. Und zwar schnell, bevor der Winter vorbei ist. Dann wird nämlich angebadet. Im Müggelsee.


Trailer


Links

Hai-Alarm auf Facebook
Über den Müggelsee: am-mueggelsee.de
Webseite der Produktionsfirma mit Video-Tagebuch während des Prozeß des Drehbuchschreiben
Hier gibt es die Möglichkeit sich den Hai-Song kostenlos herunter zu laden und sich eine Hai-Alarm-Schneekugel zu basteln.


 

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