Aus „Saw“ mach Spuk – „Insidious“ startet in den Kinos

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Lange, lange hat´s gedauert, bis der neue Film der „Saw“-Macher einen deutschen Starttermin erhalten hat! Endlich dürfen die Zuschauer auch in heimischen Kinosälen kreischen, wie sonst nur beim Justin Bieber Konzert.

Eine junge Bilderbuchfamilie ausInsidious Plakat 2 Frau, Mann und drei Kindern zieht in ihr neues Heim und hat zuerst das Glück allein. Doch es dauert gar nicht lange, da wird die Idylle der Familie von bedrohlichen Geräuschen und schockierenden Erscheinungen erheblich getrübt. Mal dringen ganz und gar unkindliche Laute aus dem Babyphon, mal bewegen sich Türen von selbst, was sie nun mal schlichtweg zu unterlassen haben (es sei denn, sie gehören zu einem Fahrstuhl). Als Sohnemann Dalton bei einer Klettertour auf dem Dachboden zuerst von der Leiter und dann ins Koma fällt, ist das Maß voll: Der Auszug aus dem Gruselschuppen ist unvermeidlich (weil der Antrag auf Mietminderung abgelehnt wurde). Doch auch in der neuen Bleibe setzen sich die unheimlichen Zwischenfälle fort. Die eilig herbei zitierte Geisterexpertin stellt nach eingehender Prüfung fest: „Nicht das Haus ist von Geistern besessen – sondern der Junge!“ Langschläfer Dalton hat nämlich die Fähigkeit, sich in eine dämonenverseuchte Zwischenwelt namens „Die Weite“ zu begeben, in der er nun durch seinen Unfall gefangen ist. Die gute Geisterfrau instruiert daraufhin den Familienvater, wie dieser in die Twilight Zone einchecken kann, um Junior aus den Fängen des Bösen zu befreien…

astralkinderzimmerbesuch


Geister sägen an den Nerven

Die „Saw“-Macher James Wan (Regie) und Leigh Whannell (Drehbuch) legten mit ihrem Gruselschocker in Amerika den größten finanziellen Überraschungserfolg des jungen Filmjahres hin und begeisterten Kritiker und Publikum gleichermaßen. Manche mögen dem krassen Umschwenken von perversem Folterhorror zum klassischem Geistergrusel vielleicht skeptisch gegenüber stehen, doch die beiden haben schon mit dem (leider zu Unrecht untergegangenen) Handpuppen-Horror „Dead Silence“ bewiesen, dass sie auch ohne abgesägte Körperteile bestens unterhalten und erschrecken können. Die erste Hälfte von „Insidious“ (dt. hinterhältig) ist ein Glanzstück aus Spannung, vagen Andeutungen und heimtückischen Schockmomenten, die sogar alte Hasen erschrocken zusammenzucken lassen. Hut ab, vor soviel Mut, sich dem Mainstream-Horrorgetöse mit altmodischem Spuk á la „Poltergeist“ oder „Amityville Horror“ entgegenzusetzen. Leider bekommen die Filmemacher in der zweiten Hälfte dann aber Angst vor der eigenen Courage. Wenn sich Papa nämlich zu seinem Sohn in die Geisterwelt begibt, driftet der Film leider zusehends in ein knallbuntes Jahrmarktgetöse aus Dämonen, Special-Effects und Bodennebel ab, was nicht jedem gefallen wird. Äußerst schade, denn ohne diese übertriebene zweite Hälfte wäre „Insidious“ mühelos in den Olymp der gruseligsten Filme aller Zeiten aufgestiegen. Bis zum Abtauchen in Gespensterbahn-Gefilde ist der Film aber so gut, dass wir ihn Dir dennoch wärmstens ans Herz legen wollen. Geh rein… wenn Du Dich traust.

„Insidious“ startet heute, 21. Juli, im Kino.

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