Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen

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(A Fantastic Fear of Everything)
2012 | 90 Minuten | FSK 12

Jack ist ein erfolgreicher Autor. Das wollte er auch immer sein. Aber Jack ist ein erfolgreicher Kinderbuchautor. Und das war nur ein Betriebsunfall. Seiner Meinung nach. Also lässt er seine Bestsellerfigur – Harold, der Igel aus dem dunklem Wald – vom Auto überfahren und widmet sich seinem ersten Roman für Erwachsene. Einem Krimi über Serienmörder im viktorianischen England.

Dafür benötigt er natürlich ausführliches Recherche-Material, welches er, wie jeder richtige Schriftsteller, dekorativ in seiner ganzen Wohnung verteilt. Auf das er es immer und überall sehen kann. Da Jack aber nicht gerade der psychisch Stabilste ist und allerlei Psycho-Gepäck aus seiner Kindheit mit sich herumschleppt – er wurde mit sieben Jahren von seiner Mutter in einem Waschsalon ausgesetzt – schlägt ihm die Serienkiller-Allgegenwart mächtig aufs empfindliche Gemüt. Es dauert nicht lange und er ist ein nervliches Wrack. Vermutet hinter jedem Geräusch, jedem Knarren, dem Windzug vom Fenster einen sich herannahenden Serienkiller, der ihm auf bestialische Art und Weise an die sensible Künstlerhaut will. Seine Wohnung verlassen hat er seit Tagen nicht mehr.

Harold, der Igel… ist tot!

Leider interessiert sich niemand für sein Serienkiller-Script. Lediglich ein Produzent aus Hollywood ist begeistert. Jacks resolute Agentin, bezeichnet das Treffen als seine letzte Chance, das Buch noch an den Mann zu bekommen. Aber Jack hat nichts Sauberes mehr zum Anziehen und das Treffen soll in eineinhalb Stunden stattfinden. „Dann wirst Du wohl in den Waschsalon gehen müssen. Wo ist denn das Problem?“ sagt seine Agentin am Telefon. „Ich gehe nicht in Waschsalons. Habe ich nie getan und werde ich nie tun!“ Seine Stimmung bessert sich nicht, als er entdeckt, dass der Produzent aus Hollywood ganz bestimmt der Enkel eines berüchtigten Serienkillers ist, der ihn nun ganz bestimmt umbringen will, damit Jacks Buch nie erscheint. Andererseits ist das seine letzte Chance und Jack ist pleite „’Timmy die Schildkröte‘ kann nicht ewig die Rechnung bezahlen.“ Und so kramt Jack aus einer Kiste seine Oldschool-Gangster-Rap Kassette heraus und beginnt sich für seine größte Herausforderung zu motivieren: Den Gang in den Waschsalon.

Willkommen zur Simon Pegg Show

Wo Simon Pegg (“Shaun of the Dead“) drauf steht ist auch Simon Pegg drin. “Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichem“ ist eine Simon Pegg One-Man-Show, in der der britische Schauspieler mit der markanten Gesichtsmimik sich voll und ganz austoben kann. Das ist auch kein Wunder, schließlich war er fast von Beginn an in das Projekt involviert. Er und Autor & Regisseur Crispian Mills kennen sich schon lange und so war es ihm vermutlich eine freudige Selbstverständlichkeit, die Hauptrolle in dem Debüt-Film seines Freundes zu übernehmen. Er spielt darin einen Autor, der Kinderbücher schreibt, um die Ängste und Erfahrungen seiner Kindheit zu verarbeiten. Als er sich entschließt ein “richtiger“ Autor zu werden, steht ihm dieser Schutzmechanismus nicht mehr zur Verfügung und er beginnt durchzudrehen. Und zwar so richtig!

Bei all diesem Kindheitstrauma-Hintergrund ist “Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen“ ein sehr lustiger und liebenswerter Film. Das liegt nicht nur an den hervorragenden Darstellern (Clare Higgins – bekannt aus den Hellraiser-Filmen – als Jacks Literaturagentin ist einfach großartig), sondern auch am genauen Timing und der liebevollen, durchdachten Ausstattung. Überall tauchen kleine originelle Details auf und natürlich gibt es zahlreiche Anspielungen auf andere Filme zu entdecken, wie zum Beispiel Hitchcocks berühmte Duschszene in der Simon Pegg-Version. Dazu erstrahlt der Film in einer Farbenpracht, die man bei einem solchen Film gar nicht vermuten würde. (Vor allem heute, wo jeder zweite Filmmacher es anscheinend für eine gute Idee hält seinen Film entweder in graublau oder rotbraun über die Leinwand zu jagen). Als i-Tüpfelchen gibt es immer wieder animierte Sequenzen, womit „Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen“ in manchen Momenten etwas von “The Science of Sleep“ bekommt.

Auch wenn der Film am Ende nicht ganz die Kurve bekommt, verzeiht man ihm diese Schwäche zum etwas einfallslosen Happy-End durch die vorhergehenden unterhaltsamen 80 Minuten. Allerdings, wenn man Simon Pegg ein paar Szenen weniger im dreckigen Schlüpfer durch die Wohnung hätte hüpfen sehen, wäre das auch nicht schlimm gewesen.

Ab heute auf DVD& Blue-Ray


Verlosung

Wir verlosen zum Heimkino-Start 3 DVDs + 3 Filmposter. Beantworte dazu einfach folgende Frage:

Simon Pegg ist großer Zombie-Fan. So war er gerne bereit in George Romeros viertem Zombiefilm eine Zombie-Statistenrolle zu übernehmen. Wie hieß der Film?

a. Town of the Dead

b. Land of the Dead

c. House of the Dead

d. Earth of the Dead

Schicke uns bis zum Donnerstag, den 18. Oktober 2012 Deine Lösung, indem Du sie als Kommentar unten in das Textfeld schreibst! WICHTIG: Schreibe Deine E-Mail-Adresse und Deinen vollständigen Namen nebst Anschrift mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!

Viel Glück und Erfolg,

Dein Kürbiskönig!

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