Horror aus der Pipette – „Splice“ startet auf DVD

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Wenn zwei Wissenschaftler mit Gen-Material herumspielen, muss daraus nicht zwangsläufig ein entstelltes Monster entstehen. Doch auch ein äußerlich hübscher Klon kann im Inneren ganz schön hässlich sein – und mörderisch.

spliceDie Genetiker Clive Nicoli und Elsa Kast sind jung, hip und Meister im Erschaffen von Kreaturen. Für einen Pharmakonzern basteln sie mal eben zwei überproportionierte Wurmwesen, an denen die Pillenfirma nach Herzenslust herumdoktern kann. Doch das ist den beiden ambitionierten Forschern einfach zu wenig. Heimlich, still und leise rühren sie in ihrem Gen-Labor ein Mischwesen aus menschlicher und tierischer DNA an, um durch das neugewonnene Geschöpf eine Vielzahl an Krankheiten heilen zu können. Dieses Wesen wächst rasend schnell zu einer gut gebauten jungen Frau heran, wenn man mal vom Schwanz mit Giftstachel, vier Knien und amphibischer Lunge absieht. Aber wer ist schon perfekt? Clive und Elsa nennen das angehende Topmodel Dren und verstecken sich mit ihr auf einer entlegenen Farm, damit niemand unangenehme Fragen stellen kann. Allerdings verlieren die beiden zunehmend die Kontrolle über das kleine Biest, was mit dem Tod der Hauskatze beginnt und mit einem abgemurksten Kollegen lange noch nicht endet…

Es lebt!

Die Geschichte vom Wissenschaftler, der einmal Gott spielt und damit nur Tod und Verderben heraufbeschwört, ist so alt, wie die Horror-Literatur selbst. Natürlich steht hier Mary Shelleys „Frankenstein“ von 1818 Pate, wenn auch die Herstellung und das Monster selbst etwas moderner inszeniert sind. Das Horror-Genre malt sich schon immer gern aus, was passiert, wenn die Wissenschaft in die Natur eingreift. Vor allem in den Fünfziger Jahren, zu Zeiten des Kalten Krieges und der Atomhysterie, gibt es unzählige Filme über menschlich herbeigeführte Mutationen, wie „Tarantula“ über eine gezüchtete Riesenspinne, „Formicula“ über gigantische Strahlen-Ameisen und natürlich „Godzilla„, der durch Atomtests entstand.
Auch in den nächsten Jahrzehnten bringen menschliche Experimente immer wieder tödliche Kreaturen hervor, wie im „Omega Mann“ von 1971, in dem ein bakterieller Kampfstoff die Menschheit in lichtempfindliche Kreaturen verwandelt oder „Piranha“ von 1978, wo übereifrigen Killerfische vom Militär gezüchtet werden. Im Film „Firestarter“ von 1984 lässt ein Regierungsexperiment ein junges Elternpaar ein Kind in die Welt setzen, das mit purer Willenskraft Dinge entflammen kann.

talkingkissdinner


Mit Oscar-Preisträger Adrien Brody („Der Pianist“) und Sarah Polley („Dawn Of The Dead“) ist „Splice“ in seinen Hauptrollen hervorragend besetzt und auch Regisseur Vincenzo Natali ist durch sein Meisterwerk „Cube“ sicherlich kein Unbekannter. Aber vor allem die französische Schauspielerin Delphine Chanéac hinterlässt als animalische Dren durch ihr Spiel und dem hervorragenden Make-up einen verstörenden Eindruck. Der Film beginnt ruhig, steigert sich dann aber in der zweiten Hälfte in einen spannenden Kampf Mensch gegen Kreatur. Allerdings artet dies nicht in übermäßiges Gemetzel aus, was den Splatterfreund vielleicht etwas enttäuschen wird. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Art düsteres Kammerspiel, das neben aller Dramatik auch etwas Tiefsinnigkeit in sich trägt. Damit passt dieses Werk eher zum Rotwein, als zum Six-Pack, was an einem lauschigen Winterabend allerdings auch durchaus mal passt.

Splice – Das Genexperiment
FSK:
16
Laufzeit:
104 Minuten
Preis:
DVD & Blu-Ray ca. 15 Euro
Erscheinungstermin: 03.12.2010

Offizielle Website

Trailer

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