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Cluricaun – Monster der Welt


Aussehen:

Der Cluricaun ist ein Elfenwesen. Wer aber dabei jetzt an kleine süße, fliegende Kreaturen wie aus dem KIKA-Vormittagsprogramm oder androgyne Gestalten wie aus den “Der Herr der Ringe”-Filmen denkt, der irrt. Und zwar gewaltig! Der Cluricaun hat nämlich seinen ganz eigenen modischen Geschmack: Oft trägt er grüne Breeches (Kniehose, Reithose) und dazu gern – Kontrast ist King – schöne rote Strümpfe. Silberne Schnallen an den Schuhen , mitunter eine Schürze und ein rotes Häubchen auf dem Kopf sind ziemlich sichere Zeichen dafür, dass Du einem Cluricaun gegenüberstehst.

Cluricaun





Heimat des Cluricaun:

Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei einer derart gekleideten Gestalt tatsächlich um einen Cluricaun handelt, ist ungleich höher, wenn Du Dich in Irland aufhältst. Denn in der dortigen Mythologie ist der Cluricaun beheimatet. Er ist am liebsten allein, weswegen man ihn niemals in Gesellschaft (außer, er schließt sich einer Familie an) findet. Er treibt sich mit Vorliebe in Weinkellern, Schankhäusern, aber auch Privathäusern herum – allerdings nur, wenn dort Alkohol in ausreichender Menge vorhanden ist.

 


Hintergrundgeschichte:

Seine Schwäche für Alkohol (und auch Tabak) ist es nämlich, die den Cluricaun kennzeichnet. Er wird häufig als mürrisch und nahezu immer auch als besoffen beschrieben. Einige Autoren sehen in ihm eine Art “Nachtversion” des Leprechaun, die zu später Stunde nach verrichtetem Tagewerk die Sau rauslässt und dann auch gern auf Hunden oder Schafen reitet. Man sagt dem Cluricaun außerdem nach, dass er Kenntnis über vergrabene Schätze besitzt, weswegen manche Menschen versuchen, den Cluricaun zur Schatzsuche zu drängen. Da das Hauptinteresse des Cluricaun jedoch im Saufen und Rauchen besteht, bedient dieser sich verschiedener Tricks, um den Menschen in die Irre zu führen. In Kapitel 3, Punkt 2 von “Brüder Grimms Irische Elfenmärchen” findet sich dazu folgendes Beispiel:

“Eine gewöhnliche List besteht darin, daß er das Merkmal, wo der Schatz liegt, sei es Strauch, Distel, Stein, Zweig, unendlich vervielfältigt, damit es dem Menschen, der ein Werkzeug herbeigeholt hat, die Erde aufzugraben, nicht weiter als Unterscheidungszeichen dienen kann.”

Ganz schön ausgefuchst.


Opfer:

Zu den “Opfern” des Cluricauns zählen in erster Linie die Alkoholvorräte der Menschen. Dabei ist der Cluricaun nicht unbedingt ungesellig. Zumindest nicht, solange der Herr des Hauses den Cluricaun nach dessen Vorstellung versorgt. Im Gegenzug für eine adäquate Bewirtung bringt der Wicht seinem Hausherrn eine gewisse Achtung entgegen, leistet mitunter sogar hilfreich Hand und verhütet Unglücksfälle im Haushalt. Gern beschäftigt sich der Cluricaun der Sage nach mit der Verfertigung von Schuhen, wozu er ein Lied pfeift. Hochgradig zornig wird der Cluricaun jedoch, wenn man ihn vergisst oder ihm nicht die von ihm erwartete Aufmerksamkeit entgegenbringt.


Taktik:

Der Cluricaun kann ordentlich Krawall machen.  Er öffnet Weinfässer, zerschlägt Flaschen und trinkt alles, was ihm vor die immer dürstende Kehle kommt. Eine andere, für den Cluricaun ganz wesentliche Taktik bzw. Fähigkeit besteht darin, blitzschnell verschwinden zu können. So verschwindet er, sobald Du Deinen Blick nur für den Bruchteil einer Sekunde von ihm ablässt. Er ist deshalb auch besonders listig und geübt darin, die Menschen von sich abzulenken.


Abwehr:

Die beste Abwehr ist das Bündnis. Versorge ihn regelmäßig mit ausreichend Nachschub an Alkohol und Tabak, dann hast Du einen Untermieter, der zwar nicht Deine Alkohol- und Tabakvorräte, dafür aber Deine Einrichtung schont. Und den Du vielleicht mal für eine Schatzsuche einspannen kannst (denke dabei aber an seine Tricks, sonst gehst Du leer aus!).


Sonstiges:

Der Cluricaun besitzt einen Glücksschilling (Sprè na Skillenagh) den er, egal wie oft er damit zahlt (man fragt sich, wofür eigentlich), immer wiederfindet. Er bewahrt diese Wundermünze in einem ledernen Beutel auf. Manchmal trägt der Cluricaun auch einen zweiten Beutel bei sich, in dem er eine Kupfermünze verwahrt. Sollte er von einem Menschen, der ihn entdeckt hat, gezwungen werden seinen Glücksschilling herauszurücken, so händigt er ihm den Beutel mit der Kupfermünze aus. Schaut der Mensch hinein, nutzt er den Moment in dem man den Blick von ihm abwendet, um zu verschwinden.


Schrecklevel: 1 von 13

Abgesehen von seiner gewöhnungsbedürftigen Kleidung und den Flurschäden, die ein zorniger Cluricaun anrichten kann, ist der Schrecklevel zu vernachlässigen. Übrigens: An St. Patricks Day, am 17. März jeden Jahres, kann man generell besonders gut mit irischen Kobolden saufen!


Seid auch nächste Woche wieder mit dabei, wenn es heißt: Monster der Welt!


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