Nun halt doch mal still und wackel nicht so!

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Verwackelte, absichtlich amateurhaft wirkende Kameraaufnahmen, eine hanebüchene „Diese Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit“-Story, Dialoge, die man sich besser gespart hätte und schauspielerische Leistungen, die einer solch nüchternen Beschreibung spotten: Willkommen in der wunderbaren Welt der Mockumentarys und „found footage“-Filmchen!

Nun mag man von solchen Mockumentarys (von engl. „to mock“: vortäuschen, verspotten und „documentary“: Dokumentarfilm), fiktionalen Dokumentarfilmen und „found footage“-Filmen („found footage“ engl.: gefundenes Filmmaterial) halten, was man will. Aber seit Erscheinen des kommerziell sehr erfolgreichen Films „Blair Witch Project“ (1999), der Maßstäbe in Sachen Umsatzrentabilität setzte (der Film kostete nur 60.000 US-Dollar und spielte bis Ende 1999 sagenhafte 248 Millionen US-Dollar ein), ist die Anzahl produzierter Mockumentarys sprunghaft angestiegen. Wollt, bzw. will halt jeder ein Stück vom Kuchen abhaben. Der kommerziell ebenfalls sehr erfolgreiche Film „Paranormal Activity“ (2007) verlieh dem Genre dann nochmal einen solchen Aufschwung, dass seitdem nicht nur eine Fortsetzung dieses Films, sondern auch viele neue Mockumentarys auf den Markt schwemmten.

Bis heute bleibt dieser Trend ungebrochen. „Paranormal Activity 3“ steht vor der Tür und viele andere, ebenfalls gruselige Mockumentarys auch. Daher präsentiert Dir der Kürbiskönig hier nun eine Übersicht demnächst erscheinender oder bereits auf Filmfestivals gezeigter Filme, an denen Fans von gruseligen Mockumentarys Gefallen finden dürften.


Paranormal Activity 3 | Erscheinungstermin: 03.11.2011 (D)

Von den hier gezeigten Filmen ist „Paranormal Activity 3“ wohl zweifelsohne der bekannteste Titel. Der dritte Teil der Reihe spielt vor den Ereignissen der ersten beiden Filme und erklärt wie es dazu kam, dass die Schwestern Katie und Kristi für den Rest ihres Lebens (wie lange das auch sein mag) von einem fiesen Dämon heimgesucht werden. Im Gegensatz zu den Vorgängern erwarten Dich – sofern man dem Trailer glauben darf – deutlich mehr Schreckmomente. Die Überwachungskameras werden diesmal stärkere paranormale Aktivitäten zeigen. Damit wollen die Regisseure Henry Joost und Ariel Schuman scheinbar jenen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, welche die Vorgänger als langweilig bezeichneten.


Grave Encounters | Erscheinungstermin: 09.09.2011 (USA)

„Grave Encounters“ lief bereits auf einigen Festivals – zuletzt war der Streifen im Rahmen des Fantasy Filmfests 2011 in mehreren deutschen Städten zu sehen. Der Film erzählt die Geschichte eines Filmteams, das für eine Reality-TV-Show auf der Suche nach Spukstätten und Geistern ist. Die Suche führt das Team in das verlassene (und fiktive, bevor Du Dich jetzt stante pede auf den Weg dorthin machst) Collingwood Psychiatric Hospital, wo bereits mehrfach unerklärliche Phänomene beobachtet worden sein sollen. Natürlich dauert es nicht lange, bis das Team selbst auch Zeuge solcher Phänomene wird. Nebenbei sei erwähnt, dass „The Vicious Brothers“ bei „Grave Encounters“ Regie führten und auch das Drehbuch schrieben. Ob es der Film hierzulande noch in die Kinos schafft, ist fraglich.


Pennhurst | Erscheinungstermin: tba.

Schon wieder eine Psychiatrie, schon wieder ein TV-Team auf der Suche nach paranormalen Phänomenen! Doch im Gegensatz zum fiktiven Collingwood Psychiatric Hospital bei „Grave Encounters“ gibt es die „Pennhurst“-Anstalt tatsächlich. Pennhurst State School and Hospital lautet der kurze Name dieser Anstalt, die ursprünglich unter dem wunderbar klangvollen Namen Eastern Pennsylvania State Institution for the Feeble-Minded and Epileptic bekannt war. Michael Rooker, der manchen Horrorfans als „Henry“-Darsteller ein Begriff sein dürfte, führt bei „Pennhurst“ die Regie und spielt obendrein auch noch mit. Super Sache, das. Die Geschichte ähnelt inhaltlich – wie auch die Location äußerlich – sehr dem, was bei „Grave Encounters“ zu sehen ist. Bisher ist noch kein Erscheinungstermin bekannt.


The Tapes | Erscheinungstermin: 23.09.2011 (UK)

„Found footage“-Filme, bei denen eine angeblich gefundene Kamera zeigt, was an diesem oder jenem Ort Schlimmes passiert ist, und Mockumentarys gehen oft miteinander einher. So auch in diesem Fall. In „The Tapes“ erfahren drei Jugendliche von einer Swingerparty in einer nahegelegenen Farm. Mit der bösen Absicht, die Teilnehmer bei ihren Sexspielchen zu filmen und zu erpressen, machen sie sich auf den Weg. Dabei ignorieren sie sämtliche warnenden Vorzeichen und stellen (zu spät?) fest, dass es Menschen mit noch böseren Absichten gibt, als den ihrigen: Die Swinger sind nämlich eigentlich Teufelsanbeter! Ob und wann wir den Film in den deutschen Kinos sehen können, ist bisher leider unklar.


Atrocious | Erscheinungstermin: 17.08. (USA), 16.09.2011 (UK)

Auch bei „Atrocious“ (engl.: grauenhaft, grausam, scheußlich) steht „found footage“ im Mittelpunkt. Die Story: Am 04. April 2010 finden Polizisten die fünf Leichen der Familie Quintanilla (der Film spielt in Spanien), sowie eine Kamera, die dem Sohn der Familie gehörte. Auf dieser sind insgesamt 37 Stunden Filmmaterial der letzten fünf Tage vor dem Tod der Familie aufgezeichnet – Material, welches zeigt, dass Christian, eben jener Sohn mit der Kamera, zusammen mit seiner Schwester July einer alten Legende nachgehen wollte, wonach 1940 ein Mädchen im Irrgarten des Anwesens verschwand. Wie es sich gehört, gibt es ordentlich Wackelbilder zu sehen. Ein Kinostart in Deutschland ist nicht vorgesehen, der Film erscheint allerdings bereits am 25. November 2011 auf DVD/Bluray und sogar schon ab 26. Oktober 2011 im Verleih.


Evidence | Erscheinungstermin: tba.

Anstatt in den heimischen vier Wänden, tobt der Horror bei „Evidence“ in der freien Natur. Ryan geht mit seinem Freund Brett und weiblichem Anhang campen. Dieses super spektakuläre Vorhaben will er dokumentarisch mit der Kamera begleiten, weil es… das erste Mal ist, dass Brett campen geht. Fantastische Idee. Jedenfalls merken die Camper schon bald, dass um sie herum merkwürdige Dinge geschehen und etwas hinter ihnen her ist. Ob es sich dabei um einen Dämon oder um Lou Ferrigno in einem Gorilla-Kostüm handelt, ist ungewiss. Leider ist es ebenso ungewiss, ob der Film jemals bei uns in den Kinos erscheint.


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