Rückblick: Großes Gehirne-Fressen auf der Gamescom 2010

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Obwohl der Kürbiskönig naturgemäß den größten Spaß bei realen, abartigen Folterspielen im heimischen Keller oder bei Treibjagden durch heimgesuchte Kornfelder empfindet, ist auch virtueller Horror gerne gesehen – und gespielt!

Da versteht es sich von selbst, dass die seelenlosen Sklaven des Kürbiskönigs per Anhalter des Todes mit Zwischenstationen in Magdeburg, Hannover und Hamm nach Köln ausgesandt wurden, um Hochwürden Bericht zu erstatten. Und somit auch Dir als halloween.de-Leser. Denn auch in diesem Jahr hat die Videospiel-Branche wieder das ein oder andere Schmankerl aufgetischt, welches den blutigen Geschmack nervenstarker Gamer trifft. Der Vorteil als untoter Messebesucher liegt ganz klar darin, dass man keine Müdigkeit empfindet. Im Gegenteil: Nach knapp sieben Stunden Fahrt und drei Gehirnen Wegzehrung stand dem Zutritt in die Hallen der höllischen Horrorspiele nur noch eines im Weg: Die zweiköpfige studentische Einlasskontrolle aka Gehirne vier und fünf.

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Gehirnspender gesucht – und gefunden!

Aufgrund des Standorts der anschließend leblosen Gehirnspender und der Tatsache, dass Halloween mit riesigen Schritten näher rückt, führt uns der Weg zunächst zu Konami. Denn dort können, bzw. wollen wir zwar nicht Real Life-Jigsaw Killer spielen, aber zumindest „Saw 2: Flesh and Blood“ zocken. Das Game kommt nämlich bereits pünktlich zu Halloween auf den Markt. Im Spiel bekleiden wir die Rolle des Detective Trapp, welcher den fiesen, blassen Fallenbauer schon ewig und drei Tage lang jagt. Musste er sich bisher in erster Linie mit den gepeinigten Opfern beschäftigen, so ist er nun plötzlich selbst Teil des sadistischen Spiels. Und somit dürfen wir uns wieder selber verstümmeln und fiese Rätsel lösen, wenn wir am Leben bleiben wollen. Die Atmosphäre ist wie beim Vorgänger schön dicht und ungemütlich, es gibt für Zombies allerdings noch zu wenig Gehirne. Ein kleiner Minuspunkt. Appetit hat „Saw 2: Flesh and Blood“ aber gemacht, deshalb gibt es im Anschluss ein kleines Hirn als Zwischenmahlzeit – klein deshalb, weil Nummer Sechs einfach kein besonders großes Hirn hat.

Da unsere Lust am Spielen erst geweckt und unser Hunger vorerst gestillt ist, widmen wir uns zunächst der spielbaren Version von „F.E.A.R. 3.“ Dafür, dass das Spiel erst 2011 erscheinen wird, können wir schon ordentlich was wegschießen. Wie bei den Vorgängern dreht sich die Geschichte um das mysteriöse Mädchen namens Alma – deren paranormale Fähigkeiten und Kräfte im Vergleich zu vergangenen Tagen spürbar gewachsen sind. Oh Freude schöner Gotterfunken! Typisch ist auch für „F.E.A.R. 3“ wieder einmal die einschüchternde Art des Horrors: Merkwürdige Erscheinungen, die nur für Sekundenbruchteile zu sehen sind und plötzliche Schreckmomente halten uns auf Trab. Deshalb sind wir der Meinung, dass die Anschaffung eines Herzschrittmachers durchaus Sinn machen dürfte – nur so lassen sich unangenehme Aussetzer ohne Folgeschäden überstehen. Wahrscheinlich. Sicher sind wir uns nicht. Sicher ist nur, dass es gut ist, dass wir zuvor das kleine Hirn Nummer Sechs hatten, andernfalls hätte uns das Gesehene sicher auf den Magen geschlagen.

Schwerelos? Erzähle bloß!

Wie reizvoll es sein kann, mal nicht selber das Joypad zu bedienen, zeigte Electronic Arts, denn ein weiteres Highlight war die Präsentation von „Dead Space 2„: Der beklemmende Sci-Fi-Horror des ersten Teils sorgte seinerzeit reihenweise für Angstzustände. Ganz zu schweigen davon, dass die Gewaltdarstellung nichts für zartbesaitete Zeitgenossen war. Daran ändert sich im Nachfolger… nichts! „Dead Space 2“ wird aller Wahrscheinlichkeit nach zu den gruseligsten Games gehören, die Anfang 2011 in den Laufwerken rotieren. Denn auch wenn sich Protagonist Isaac im zweiten Teil öfter Mal „ins Freie“ und damit häufiger in die Schwerelosigkeit begibt, schmälert das kaum die Angst des Spielers vor der nächsten unliebsamen Überraschung. Höchstens die klaustrophobischen Symptome. Denn es gilt, trotz aller Metzeleien im Freien: Im Weltraum hört Dich niemand schreien!

Nicht in der Schwerelosigkeit, aber immerhin in luftigen Höhen befinden wir uns im Spiel „Bioshock: Infinite„. Denn im Gegensatz zu den beiden ersten Teilen, welche Unterwasser spielen, bewegen wir uns diesmal in einer steampunkigen Umgebung zwischen Luftschiffen und fliegenden Gebäuden. Die virtuelle frische Luft macht natürlich hungrig – auch in echt. Ein weiterer kleiner Pausensnack, die lucky number Seven, schafft Abhilfe. Aber zurück zur über den Wolken schwebenden Steampunk-Stadt. Klingt nicht besonders gruselig? Stimmt. Aber tatsächlich ist „Bioshock: Infinite“ SEHR gruselig, weil total unheimlich. Es fällt schwer in Worte zu fassen, was wir in der Lounge im viktorianischen Stil, auf Ledercouches sitzend und Gehirne verdauend, gesehen haben. Aber es ist allein deshalb so spooky, weil es wirklich unwirklich erscheint. Wie die Visualisierung eines Alptraumes, in dem vieles echt, aber dennoch befremdlich ist. Wenn im Internet die bewegten Bilder dessen erscheinen, was wir gesehen haben, dann wisst Ihr, wovon wir reden. Oder schreiben. Nicht von Gehirn in Scheiben.

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