Scarlett Johansson goes Arthouse: Under the Skin

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Wenn ein Film mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle es in Deutschland nicht ins Kino schafft, macht das stutzig. Tatsächlich hat sich die Hollywood-Schönheit mit „Under the Skin“ tief in unsichere Arthouse-Gewässer gewagt – und dabei ist einer der seltsamsten SciFi/Horror-Thriller der letzten Jahre entstanden. Gewinne bei uns zum Heimkinostart von „Under the Skin“ eine von zwei brandneuen Blu-rays des Films!

Under the Skin

Dunkelheit. Langsam, sehr langsam nähert sich aus weiter Ferne ein helles Licht. Strahlenkränze bilden sich um den gleißenden Schein. Kugelförmige Objekte gleiten gravitätisch voreinander und nehmen astronomisch wirkende Konstellationen ein, bevor sie beginnen, sich majestätisch ineinander zu schieben. Was zunächst wirkt wie eine Nahtoderfahrung, Aufnahmen von fernen Planeten oder das Andockmanöver futuristischer Weltraumfahrzeuge, entpuppt sich als Nahaufnahme der Fertigung eines künstlichen Auges, das am Ende der Sequenz zum Leben erwacht. So beginnt „Under the Skin“ – und macht gleich von Anfang an klar, dass dieser Film anders ist als andere. Ganz anders.

Under the Skin

Die Welt mit fremden Augen sehen

Das Auge aus dem Vorspann gibt gleich das Leitmotiv des ganzen Films vor: „Under the Skin“ folgt der Handlung konsequent aus der Perspektive von Laura (Scarlett Johansson) – einem Alien in verführerischer Frauengestalt. In einem unauffälligen weißen Van fährt sie durch den Norden Schottlands, auf der Suche nach ihrer Lieblingsbeute: alleinstehenden Männern. In klassischer Pickup-Manier nähert sich der extraterrestrische Vamp seinen Opfern. Zunächst unschuldig nach dem Weg fragend, versucht Laura, die Männer in ihren Van zu locken, um ihnen zunächst den Kopf zu verdrehen und sie dann an abgelegene Orte wie leere Lagerhallen und verlassene Häuser zu bringen. Was dort passiert, ist eine bisher ungesehene Mischung aus sinnlicher Verführung und düster-psychedelischem Mord.

Under the SkinUnder the Skin

Dabei bleiben die Männerfiguren blass und fast charakterlos. Der Film traut es sich, konsequent bei seiner unmenschlichen Protagonistin Laura zu bleiben, die – gefangen in einem fremden Körper auf einem ihr nicht vertrauten Planeten – Menschen in erster Linie als Beute wahrnimmt. Gleichzeitig distanziert und überwältigt von der Fremdartigkeit unseres kleinen blauen Planeten, versucht der uneingeladene Gast aus dem All, seinem Job nachzugehen. Dadurch entsteht die besondere Wirkung des Films: Kamera, Look und Dramaturgie tun alles dafür, dass der Zuschauer sich mit dem fremden Eindringling identifiziert – und nicht mit dessen menschlicher Beute. Dabei ist es faszinierend und verstörend, von ganz Nahem zu beobachten, wie Scarlett Johansson vom emotionslosen, staunenden Beobachten der ihr fremden Umgebung plötzlich auf kommunikativ, nahbar und flirty umschaltet, sobald ein schottischer Herr sich dem heruntergekurbelten Fenster des Vans nähert. Es ist, als spränge plötzlich ein Programm an.

Under the Skin Under the Skin

Guerilla-Dreh für möglichst authentisches Material

Um seine prominente Hauptdarstellerin dem Publikum möglichst unverfälscht nahe bringen zu können, ließ Regisseur Jonathan Glazer eigens ein besonders kleines und diskretes Kamerasystem entwickeln. So konnte Johansson z.B. alleine mit den Mini-Kameras im Auto ganz natürlich und ohne Kameraleute die fasziniert-verlorene Außerirdische verkörpern – mit sehr überzeugenden Ergebnissen. Zudem hatte das Team auf diese Weise die Möglichkeit, reale Passanten ohne deren Wissen in den Film einzubeziehen. Dies stellt eine weitere, aufsehenerregende Besonderheit von „Under the Skin“ dar: Viele der Männer, die Laura auf der Straße anspricht, wussten nichts von den Kameras und waren sich nicht darüber im Klaren, dass es sich bei der Begegnung mit der schönen Fremden um einen Filmdreh handelte. So entstanden ungeheuer real wirkende Gesprächssituationen, die dem Film ein berückend glaubwürdiges Grundgefühl verleihen. Überhaupt sind beim Dreh so gut wie keine Statisten zum Einsatz gekommen. Alle Passanten, die wir sehen, sind „echte“ Menschen auf den Straßen und in den Clubs von Glasgow, wo der Großteil des Films spielt.

Under the Skin

Scartlett Johanssons distanziert-fremdartiges Schauspiel und extrem real anmutende Menschen in Kombination mit wunderbar inszenierten, rohen und wunderschönen Bildern aus Glasgow und der schottischen Natur vermischen sich bei „Under the Skin“ tatsächlich zu einer Filmerfahrung, in der man zu ahnen meint, was es heißt, uns und unseren Planeten mit fremden Augen zu betrachten. Kontrastiert wird dieser Effekt durch düstere, surreale Szenen, in denen wir gemeinsam mit Lauras Opfern entführt werden. Hier herrschen Dunkelheit, fehlende Logik und Einsamkeit vor. Außerdem bietet „Under the Skin“ einen der ungewöhnlichsten und erschreckendsten Film-Schock-Momente der letzten Zeit … Aber wir wollen ja nicht zu viel verraten!

Under the SkinUnder the Skin

Fazit

Achtung: „Under the Skin“ ist echtes Arthouse-Kino. Der Film ist langsam, kommt mit sehr wenigen Schnitten und noch weniger Worten aus, und er gibt sich keine besondere Mühe, den Zuschauer an die Hand zu nehmen und abzuholen. Die Entscheidung der Verleihfirma, den Streifen trotz extrem starker Marketing-Argumente (Scarlett Johansson nackt!!) nicht ins Kino zu bringen, dürfte gerechtfertigt sein – ein so schwer zugängliches und sperriges Werk hätte trotz hoher künstlerischer Qualität wohl kaum Chancen, ein Kassenschlager zu werden. Deshalb die Warnung: Wenn dir „2001 – Odyssee im Weltraum“ zu langatmig und „Mulholland Drive“ zu unverständlich ist, solltest du es mit „Under the Skin“ gar nicht erst versuchen.

Wenn du allerdings ein Geschmäckle für außergewöhnliche, atmosphärische und fordernde Filme hast und das Ungewöhnliche nicht scheust, wird dir „Under the Skin“ ein ziemlich einmaliges Filmerlebnis bieten.


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 Filmtrailer


„Under the Skin“ – Gewinnspiel

Zum Heimkinostart von „Under the Skin“ verlosen wir zwei Exemplare der Blu-ray. Um an der Verlosung teilzunehmen, musst du nur die folgende Frage richtig beantworten:

UNDER-THE-SKIN_Packshot_BD_3D_finalFür welche dieser Bands hat „Under the Skin“-Regisseur Jonathan Glazer noch kein Musikvideo gedreht?

 

a.) Nick Cave and the Bad Seeds

b.) Portishead

c.) Massive Attack

d.) Radiohead

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