John Dies at the End

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Don Coscarelli ist vielleicht nicht unbedingt der fleißigste aller Regisseure. Stattdessen kann man ihm ohne mit der Wimper zu zucken das Prädikat “Kultregisseur“ ins Gesicht stempeln. Schließlich geht doch die legendäre „Phantasm“-Tetralogie auf sein Konto. Allein die tödlichen geflügelten Kugeln (Spheres), die sich kichernd in den Kopf ihres Opfers fräsen und die Idee, geschrumpfte Leichen in Mönchskutten schnatternd über einen Friedhof wuseln zu lassen, werden ihm auf Ewigkeit einen Platz in der Hall of Fame des obskuren Horrorfilms sichern. In “Bubba Ho-Tep“ ließ er Fan-Liebling Bruce Campell als im Rollstuhl sitzender, alter Elvis in einem Altersheim gegen eine blutsaugende Mumie kämpfen. Knapp 10 Jahre später geht Coscarelli dazu über, den Betrachter mit seinem neuen Film “John dies at the End“ endgültig das Gehirn wegzupusten.

Attack of the Würstchen-Monster

Einiges ist klar. Es gibt zwei beste Kumpels. Ihre Namen sind John & Dave. Zusammen haben sie schon einige schräge Sachen erlebt. Aber das, was jetzt passiert, stellt alles in den Schatten. Hast Du schon einmal gesehen, wie sich der Inhalt einer Gefriertruhe selbstständig zu einem Würstchen-Steak-Mann zusammenbaut, der erst nach einem Telefonat mit einer Art telepathischem Fernsehprediger „überredet“ werden kann, in einem Blitzschlag zu implodieren?! Nein? Willkommen in der Welt von “John dies at the End“!

Klingt alles nach einem schlechten Drogentrip zweier zugekiffter Schul-Abbrecher. Ist es vielleicht auch. Weiß man aber nicht. Weder Dave, noch John, noch der Zuschauer. Denn da gibt es diese neue Droge “Sojasoße“. Sie scheint Zeit und Dimensionen durchlässig zu machen. So passiert es, dass Dave einen Anruf von John bekommt. Seltsam nur, dass John ihm eigentlich gerade gegenüber sitzt. Dave ist zutiefst irritiert. Ist das jetzt die Wirklichkeit oder die Droge? Sicherheitshalber versucht er, alles richtig zu machen. Der Zuschauer kann bei “John Dies at the End“ vor allem eines richtig machen: sich zurücklehnen und das Gehirn auf intuitives Erleben umschalten. Denn was jetzt folgt, ist ein obskure Achterbahnfahrt der seltsamen Wendungen und Erlebnisse, die mit klarem Verstand nicht zu erklären ist. Bereite dich auf das Unerwartete vor. Du hast keine Ahnung, was als Nächstes passieren wird. Und dabei ist der Film auch noch saukomisch. David Cronenberg in lustig! „eXistenZ“ trifft „Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit“.

Frischer Wind im Einheitsbrei

Gut gelaunt lehnt sich der Kürbiskönig zurück, knabbert ein paar frittierte Elfenflügel. Es ist schön zu beobachten, dass eine zunehmende Anzahl origineller bis erfrischend durchgeknallter Filme, wie „Die furchtbare Furcht vor dem Fürchterlichen“, „Chillerama“ oder eben „John dies at the End“ dem Horror-Einheitsbrei aus Fortsetzungen und Remakes unterhaltsam und unbeschwert Konkurrenz machen.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen erfolgreichen Buch von David Wong. Vor einem halben Jahr ist die Fortsetzung zu “John dies at the End“ erschienen. Sie heißt “This Book is full of Spiders: Seriously Dude don’t touch it“. Auf deutsch sind die Bücher bis jetzt noch nicht angekündigt.


Trailer


 

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