Scary Movie

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(Scream If You Know What I Did Last Halloween, I know why you screamed last Halloween, Last Summer I Screamed Because Halloween Fell On Friday the 13th)

2000 | 85min | FSK 16

Die wohl populärste Horrorfilm-Parodie des frühen 21. Jahrhunderts ist “Scary Movie“. Vor dem Hintergrund der aus “Scream“ bekannten Rahmenhandlung werden hier diverse “Ich weiß welchen Fluch Du letzten Freitag den 13. vor Halloween in Amityville ausgesprochen hast“-Streifen auf die Schippe genommen. Lustig, dass der Arbeitstitel von “Scream“ ursprünglich “Scary Movie“ lautete, wohingegen “Scary Movie“ unter dem Produktionstitel “Scream If You Know What I Did Last Halloween“ gedreht wurde. Sachen gibt’s…

Scary-Movie-PosterMaskierter Messermann schlitzt strohdoofe Studenten

Die Handlung an sich ist schnell erzählt und wenig originell. Zu Beginn metzelt ein maskierter Meuchelmörder mit Messer und Mantel ein blondes Blödchen (oder blödes Blondchen), nachdem Sie die Frage nach ihrem Lieblings-Horrorfilm auf ihre Weise beantwortet hat. Dies ist der Beginn einer mordsmäßigen Mordserie. Sechs Jugendliche bangen von nun an um ihr Leben, denn sie haben zwei Dinge gemeinsam. Erstens, sie sind strohdoof. Und zweitens, sie haben einen Menschen auf dem Gewissen. Ein Jahr zuvor hatten die Studenten einen Mann überfahren und den leicht Verletzten anschließend mehr oder weniger versehentlich (!) getötet – “Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“ lässt grüßen. Nun scheint sich der Totgeglaubte zu rächen.

Eigentlich ist die Angst der potenziellen Opfer unbegründet, denn der Killer mit der Kapuze trottelt sich von einer Szene zur nächsten und muss bei seinen Attacken selbst erheblich mehr einstecken, als nötig. Noch ungeschickter könnten sich nicht einmal Inspector Clouseau und Lieutenant Frank Drebbin zusammen anstellen. Trotzdem schnetzelt der schwarze Mann nach und nach fast alle Beteiligten von der Bildfläche. Ob die rasende Reporterin Gail oder der dumme Dorfpolizist Doofy den Täter stellen können und wer der tolpatschige Teenie-Schlitzer ist, wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten. Nur soviel: Das Finale unterscheidet sich recht deutlich von dem der Vorlage.

Witzige Blödeleien und blöde Witze

Die Liste der veralberten Werke ist lang. Neben der Rahmenhandlung von “Scream“ und dem Unfallmotiv von “Ich weiß was Du letzten Sommer getan hast“ bedienen sich die Wayans-Brüder ungeniert bei zahlreichen Kultstreifen des Horror- und Grusel-Genres. Aber nicht nur “Halloween“, “Freitag der 13.“, “Blair Witch Project“ und “The Sixth Sense“ werden durch den Kakao gezogen. Auch Blockbuster wie “Matrix“, “Titanic“ und “Forrest Gump“ kriegen ihr Fett weg.

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Sage und schreibe drei Sequels schaffen es auf die Kinoleinwände. Bei “Scary Movie 3“ und “Scary Movie 4“ übernimmt David Zucker die Regie. Von da an wird der Humor etwas erwachsener. Die Jokes sind zwar nach wie ausgeprägt pubertär, bewegen sich aber weniger auf Pipikacka-Niveau.

Die Verwendung des Begriffs “Gag-Feuerwerk“ ist in diesem Zusammenhang durchaus legitim. Nahezu jede Szene ist gespickt mit Witzen. Zwar bewegt sich das Humor-Niveau fast durchgängig auf niedriger Ebene, dennoch sind einige Spitzen und Pointen wirklich klasse gesetzt. Das Timing stimmt fast immer. Natürlich wird sehr viel rumgeblödelt, was manchen Betrachter nerven mag. Abstecher in die Regionen des Fäkal-Humors oder der sexistischen Scherze und politischen Unkorrektheiten gehören einfach dazu. Andererseits kauft man den großteils unbekannten, aber nicht unbedingt talentfreien Darstellern die gespielte Doofheit gerne ab, weshalb man sich am Rande der doch halbwegs spannenden Story prächtig amüsiert.

Trailer (englisch):


offizielle Webseite
(englisch)

Text: Sascha Adermann

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