Halloween – Die Nacht des Grauens

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1978 | 85min | FSK 16

poster8Haddonfield 1963, Halloween. Der sechsjährige Michael Myers tötet seine 17-jährige Schwester brutal mit dem Küchenmesser, nachdem diese Geschlechtsverkehr mit ihrem Freund hatte und sich nun nackig vor dem Spiegel die Haare kämmt. Anschließend verschwindet er für 15 Jahre in einer geschlossenen Anstalt, in der sein Psychiater Dr. Loomis acht Jahre lang versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen und die nächsten sieben Jahre bemüht ist, zu verhindern, dass Michael Myers jemals wieder freikommt. Zu Recht, wie sich zeigt, als der nunmehr 21-jährige Myers bei einem Überführungsversuch türmt, um in Haddonfield blutige Rache zu nehmen.

Die Mutter aller Slasher-Filme

“Halloween“ von John Carpenter ist gewissermaßen die Mutter aller Slasher-Filme und damit Wegweiser jenes speziellen Horrorgenres, in dem maskierte Psychopathen (nicht selten unbekleidete) Teenager aufschlitzen. Der Film vereinigt viele der typischen Klischees in reinster Form und paart sie mit filmischer Brillanz, wie sie viele der nachfolgenden Filme und Epigonen deutlich vermissen lassen.

Carpenter bringt als einer der ersten Regisseure den Horror in die heile amerikanische Vorstadt. Nicht in gotischen Gemäuern finden die Bluttaten statt, sondern direkt nebenan – in der Nachbarschaft. Ebenso neu ist, dass der Täter kein nachvollziehbares Motiv hat. Ist Michael Myers am Beginn “nur“ ein kleiner psychopathischer Junge, wird er im Laufe des Filmes zum gesichtslosen und übermenschlichen schwarzen Mann – zum absolut seelenlosen Bösen. Und den schwarzen Mann kann man nicht töten, wie der kleine Junge  ganz richtig bemerkt, nachdem Jamie Lee Curtis (als Laurie Strode) ihm versichert, der schwarze Mann wäre jetzt tot. Und so steht Myers allein in “Halloween 1“ dreimal wieder auf, nachdem er eigentlich schon tot am Boden liegt.

„Benimm dich, Kind!“

Eine Überlebenschance hat dabei nur, wer sich im moralisch-konservativen Sinne richtig verhält.
Und so ist das brave Kindermädchen Laurie, welche allein schon beim Gedanken mit einem Jungen zu Tanzen hysterisch wird und beim Rauchen Hustenanfälle bekommt, dann auch die einzige Überlebende, während ihre lebenslustigen Freundinnen dem Killer wehrlos ausgeliefert sind. Diese Parameter beachtend, wirkt der Film wie ein modernes Warn- und Schreckmärchen. Sozusagen Rotkäppchen für die verzogenen Kinder der 68er Generation.

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Die Nacht des Grauens geht weiter

Der nachfolgende, zweite Halloweenfilm von Rick Rosenthal erzählt drei Jahre später die Nacht des Grauens genau an der Stelle weiter, an der Teil 1 endet. Die Schreckensnacht ist für Laurie also noch nicht vorbei. Die Zahl der Opfer ist wesentlich höher und die Morde brutaler. Eigentlich soll dies der letzte Auftritt von Michael Myers sein. Carpenter plant, die Halloweenreihe mit unterschiedlichsten Geschichten und Charakteren weiterzuführen. Nach dem kolossalen Flop von “Halloween 3“ darf fortan wieder Michael das Küchenmesser schwingen.

Für den heutigen geübten Horrorfan ist der niedrige Bodycount und die lange atmosphärische Anlaufphase sicher ungewohnt. Aber wer sich darauf einlässt, kann in einem äußerst  bedrohlichen und Furcht einflößenden Film versinken, der dazu mit einem äusserst prägnanten Soundtrack (wie so oft von Carpenter selbst komponiert) aufwartet.


Trailer:


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