Bis(s) zum Examen: Vampire im Hörsaal

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Es ist kein verspäteter Aprilscherz, auch wenn es recht komisch klingt: die University of Hertfordshire bietet ab kommendem Semester einen Studiengang in „Vampire Literature“ an. Ernsthaft! Dozenten und Studenten vertiefen sich dann in die verschiedensten Darstellungen von Vampiren und anderen Untoten in Literatur und modernen Medien. Der interdisziplinäre Studiengang kann dann mit einem MA (Magister) abgeschlossen werden.
Der Kürbiskönig war erst ein bisschen enttäuscht, dass er nicht als Gastdozent geladen war, hat sich pro forma dann aber doch eingeschrieben. „Da kann sogar ich noch etwas lernen“, so seine Worte. Wie ist das möglich? Ein Blick auf die Webseite der University of Herftfordshire bringt etwas Licht ins Dunkel: Am Wochenende des 16. und 17. Aprils wird dort eine einführende Konferenz mit dem sehr schönen Titel „Open Graves, Open Minds: Vampires and the Undead in Modern Culture“ stattfinden. Dozenten aus aller Welt werden hier Lesungen und Diskussionsrunden zu Oberthemen wie „Appetites of the Undead„, „The Gay Undead“ oder „Bad Blood and Infection“ halten, von denen die besten Ausführungen die Grundlage für den Studiengang bilden werden. Das zwölfseitige Programm kannst Du Dir hier zu Gemüte führen, wir haben uns jedoch schon für eine hübsche Auswahl wahnwitziger Fragestellungen entschieden, die auch erklären, was den Kürbiskönig zu seiner überraschenden Aussage bewegte: über schwule Zombies, postmodernen Vampirismus während der Präsidentschaft von George W. Bush oder Vampire als Produkte geistiger Störungen haben wir uns tatsächlich noch nicht allzu viele Gedanken gemacht. Hier ein paar Highlights der Konferenz:

  • „You beautiful piece of dead meat…“: the negotiation of intimacy and sexual exploitation in Charlaine Harris’s Sookie Stackhouse novels – eine gewisser Alex Tankard von der University of Liverpool macht sich Gedanken über untote Intimitäten.
  • „Who Ordered the Hamburger with Aids?“: Blood Anxiety in True Blood – Xavier Aldana Reyes (Lancaster University) weiß, auch Blutsauger müssen auf ihre Ernährung achten.
  • „Death is the New Pornography!“: Gay Zombies and Fascist Hypermasculinity in Queer Horror Film – Darren Elliott-Smith (University of London) ist ein Freund von catchy Überschriften und interessanten Filmen.
  • Zombies and Ninjas and Class, Oh My!: Marxist Paradigms in Pride and Prejudice and Zombies – Klassenkampf zwischen Zombies und Ninjas ist für Julia S. Fullman von der California State University durchaus ein Thema.
  • Fundamentalism, Hybridity and Remapping the Vampire body: Postmodern Vampirism and the Presidency of George W. Bush – Dr Sorcha Ní Fhlainn (Trinity College, Dublin) deckt die Parallelen zwischen George Double-U und Vampiren auf. Oder so ähnlich.
  • Bram Stoker’s Dracula and the Sciences of the Mind: Vampires as Products of Mental Disorders – Dracula, das Produkt eines kranken Geistes. Warum nicht, sagt Andrés  Romero-Jódar (University of Zaragoza, Spanien).
  • The Anatomy of the Undead. Cognitive approach to the study of nonhuman entities – Eigentlich sind sie tot, aber sie bewegen sich doch. Wie zur Hölle soll das funktionieren? Katarzyna Bajka (Jagiellonian University, Polen) klärt uns auf.
  • „I feel strong. I feel different“: Transformations, vampires and language in Buffy the Vampire Slayer – Buffy spricht, aber wie? Fragt sich Malgorzata  Drewniok (Lancaster University).

Zwischendurch wird Tee gereicht und zum Abschluss findet ein „Vampire-Themed Conference Dinner“ statt. Wir finden das fantastisch und haben einen spontanen Videoabend anberaumt, zwecks Fortbildung, versteht sich…

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