Es kommt die Zeit… in der man in Kürbisbooten Rennen fährt!

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Genau genommen, ist es sogar schon soweit. 1999 kam Danny Dill, der Sohn des Kürbisfarmers Howard Dill, auf die mehr oder weniger geniale Idee, in der kanadischen Stadt Windsor ein Rennen mit ausgehöhlten Kürbissen als Boote über den Lake Pesaqid auszurichten. Da merkt man wieder mal, dass Kanada direkt neben den USA liegt. Aber auch hierzulande ist dieser Trend bereits angekommen.

Voller Einsatz gehört bei der Kürbisregatta dazu! | © Linda Müller

So wird am 20. September ab 13.00 Uhr in Ludwigsburg bereits die 5. Deutsche Meisterschaft im Kürbis-Boot fahren im Rahmen der weltgrößten Kürbisausstellung stattfinden. Vor der schönen Kulisse des Ludwigsburger Schlosses stürzen sich dann wieder mutige oder bekloppte Kanuten in die Fluten. Als Sportgerät dienen ihnen dabei kolossale Kürbisse (vorzugsweise der Sorte „Atlantic Giant“), die mehrere hundert Kilo auf die Waage bringen. Da nicht jeder Normalsterbliche solche Gemüse-Monster auf dem Balkon züchtet, werden diese bei Bedarf sogar vor Ort gestellt.

Dicke Kürbisse, fettes Preisgeld!?

Beim Einstieg am Start ist Hilfe angebracht | © Casjen Klosterhuis

Die Wettbewerbsstruktur der Kürbisregatta ist simpel. Frauen und Männer treten in Gruppen getrennt voneinander an. Jene acht Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die mit den Riesen-Kürbissen in den Vorläufen die schnellsten Zeiten erzielen, erreichen das Viertelfinale, danach geht es im K.O.-System weiter. Vor den Highlights, den Finals, werden von den Verlierern der Halbfinale noch die dritten Plätze ausgepaddelt. Die ersten vier Plätze werden prämiert, die Sieger erhalten jeweils – halt Dich fest – 200 Euro! Da winkt ja schon fast der Vorruhestand!

Aber selbst wenn Du 200 Euro gut gebrauchen kannst und jetzt mit dem Gedanken spielst, teilzunehmen, solltest Du Dir das gut überlegen. Muckis und Rest-Erfahrung vom schulischen Kanu-Kurs allein machen niemanden zum neuen Kürbisregatta-King. Denn das Ausbalancieren in Kombination mit dem Paddeln erfordert Übung. Da ein Kürbis nicht über den stabilisierenden Kiel verfügt, ruderst Du unter Umständen mehr im Kreis als geradeaus. Mit anderen Worten: Die Zuschauer haben Spaß, die Kürbis-Kanuten lahme Arme und brennende Oberschenkel.

Die Boxengasse der Kürbis-Kanuten | © Manuel MemmertWetten, dass ein Kürbis schwimmt?

Der Bekanntheitsgrad dieser „Extremsportart“ wuchs insbesondere durch eine spektakuläre Wette bei „Wetten, dass…“, einen Kürbis in fünf Minuten auszuhöhlen und darin eine 50 Meter lange Strecke auf dem Wasser zurückzulegen. Die Wette wurde natürlich gewonnen. Aufgrund dieser Wette stieg die Zahl der Akteure und Schaulustigen zuletzt stetig. Im sächsischen Geringswalde findet eine Woche nach der Deutschen Meisterschaft beispielsweise noch die 3. Sächsische Kürbisregatta statt.

Angesichts dieser wachsenden Popularität ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis irgendein Optimist auf die Idee kommt, den Atlantik in einem Kürbis überqueren zu wollen. Na, wie wäre es denn mit Dir?

P.S.: Anmeldeschluss für die Kürbisregatta in Ludwigsburg ist der 15. September! Entweder per Anmeldeformular oder telefonisch unter 0173 359 19 48.

So sieht es aus, wenn enorme Kürbisse als Boote missbraucht werden

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