Ihn wirst Du nicht mehr los: Der Babadook

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Der kleine Samuel ist kein einfacher Junge. Mit viel Fantasie ausgestattet und am Rande der Hyperaktivität geht er auf Monsterjagd. Zu diesem Zweck nimmt er schon mal eine Art selbstgebaute Armbrustvorrichtung mit in die Schule, mit der er nur um Haaresbreite einen Dartpfeil am Kopf einer Mitschülerin vorbeischießt. Die Schulverwaltung hat dafür erwartungsgemäß wenig Verständnis und rät dazu, „das Kind“ in Behandlung zu geben. Die verstörte Mutter schreit: „Sein Name ist Samuel!“ und nimmt stattdessen ihren Sohn von der Schule.

Seit dem Tod ihr Mann bei einem Autounfall verstarb, als er seine schwangere Frau ins Krankenhaus bringen wollte, lebt die Altenpflegerin Amelia mit ihrem Sohn allein in dem großen Einfamilienhaus. Einzig ihre Schwester ist noch ihre Vertraute. Aber spätestens als Samuel ihre gleichaltrige Tochter auf deren Geburtstagsfeier aus dem Baumhaus schubst, weil sie ihm nicht glaubt, als er vom Babadook erzählt, geht auch diese zunehmend entnervt auf Distanz.
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Dook dook dook … Lange Schatten greifen nach Dir

Eigentlich ist “Mister Babadook“ nur ein groteskes Bilderbuch, welches eines Tages vor der Haustür der beiden liegt. Es handelt von einem seltsamen, dunklen Wesen mit Hut und Mantel, langen Zähnen und Klauen, die nach einem greifen. Hat man ihn erst in sein Haus gelassen, wird man ihn nicht mehr los … bis man tot ist. Kein Wunder, dass das grausige Buch bald von der panisch genervten Mutter zerrissen und auf den Müll befördert wird. Doch wir erinnern uns: Wer ihn einmal ins Haus lässt, wird ihn nicht mehr los. Und langsam scheint der Wahn des Sohnes auch auf die einsame Mutter überzugreifen. Die Schatten werden länger, scheinen sie packen zu wollen. Sie hört Geräusche. Versucht nachts lieber nicht mehr zu schlafen, meldet sich auf Arbeit krank. Mantel und Hut ihres toten Mannes scheinen im Keller einen makabren Tanz aufzuführen … Das entsorgte Buch kommt derweil immer wieder von selbst zurück.  Man wird ihn nicht mehr los.

Der_Babadook_PosterLangsam scheint sich das Verhältnis umzukehren und der Sohn beginnt, sich um seine Mutter zu sorgen – und gleichzeitig, sich vor ihr zu fürchten. Am Ende wird die Mutter mit einem Messer auf ihren Sohn los gehen. Und über all dem thront der Babadook mit seinen immer länger werdenden Klauen.

Verdrängte Trauer?

Regisseurin Jennifer Kent beschreibt ihren Film vor allem als eine Erzählung über Verdrängung. Weil ihr Sohn Samuel am selben Tag geboren wird, an dem ihr Ehemann stirbt, fällt es ihr schwer ihren Sohn zu lieben. Diese verdrängte und unterdrückte Trauer bricht sich Bahn und tritt in Form des Babadooks in ihr gemeinsames Leben, welches er zu vernichten droht.

Psychologische Apokalypse mit expressionistischen Anleihen

Insofern ist “The Babadook“ fast ein Zwei-Personen-Kammerspiel. Eingeschlossen in ihrem geschmackvollem, düsteren und leeren Haus entfesselt sich eine psychologische schwarze Apokalypse, die dem Zuschauer den Atem nimmt. Die Leistungen der beiden Hauptdarsteller, vor allem des siebenjährigen Noah Wiseman als Samuel, sind beeindruckend. Und Essie Davis gibt mit ihrer müden Schönheit und wirren Verletzlichkeit der erschöpften Amelia eine beunruhigende, intensive Aura. Über all dem schwebt der eigentliche Hauptdarsteller, die imposante Darstellung des Babadooks in den Illustrationen von Alexander Juhasz, welche der klaustrophobischen Atmosphäre des Filmes den letzten Schliff geben. Für die Grundatmosphäre hat sich die Regisseurin sichtbar vom deutschen expressionistischen Film wie „Das Cabinet des Dr. Caligari“ beeinflussen lassen.

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Fazit: “The Babadook“ ist ein beeindruckender, furchteinflössender Film mit exzellenten Darstellern und einem tollen Film- & Sound-Design, der zu Recht schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Für normale Horrorgänger, die vor allem zählen wie viele Teenager von Kettensägen zerteilt werden und auf überraschende Schockmomente stehen, ist der Film jedoch vermutlich eher nichts. Ab Donnerstag, den 7.Mai im Kino.

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Trailer



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