In Hamburg machen wieder die Monster mobil

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Hach, da wird bestimmt nicht nur Dir, sondern auch grenzdebilen Film-Nostalgikern direkt warm ums Herz: Neun grandiose, mitunter zu Unrecht fast vergessene Trash-Perlen des SciFi-Horror-Genres kann man ab heute nochmal auf der großen Leinwand bestaunen. Leider – und da blutet Dein eben noch so schön erwärmtes Horror-Herz möglicherweise – gibt es die Streifen in der Form nur beim 3. Hamburger SciFi-Horror-Festival zu sehen, das heute Abend im Hamburger Metropolis Kino eröffnet wird.

Endlich. Endlich gibt es mal wieder höchst anspruchsvolle Unterhaltung im Kino zu sehen! Nicht den ganzen neumodischen Kram mit computergenerierten Effekten ohne Ende, glatten Darstellern und Pseudo-Moral, sondern fantastische Filmkunst von ehrlichen Enthusiasten. Von Regisseuren, die trotz laienhafter Darsteller und hanebüchener Storys keine Gnade kannten und ihre Visionen (woher auch immer die kamen) ohne Rücksicht auf Verluste, dafür aber mit viel Herzblut auf 35 mm Filmrolle bannten – um diese dann auf die Allgemeinheit loszulassen!

Insgesamt neun zeitlos trashige SciFi-Horror-Streifen haben die filmverrückten Veranstalter Andreas Schiefler und Ralf Lorenz für die dritte Auflage ihres Hamburger SciFi-Horror-Festivals ausgewählt. Die Filme stammen allesamt aus den 1950er-1970er Jahren und werden dem geneigten Publikum im Hamburger Metropolis Kino als 35mm-Fassungen mit deutschem Ton präsentiert, um das Flair vergangener Zeiten noch zu intensivieren. Skurrile Bühnenshows und seltene Trailer höchstgradig seltsamer B- und C-Movies flankieren das Programm, dass vom 30. März bis zum 1. April läuft. Und damit Du weißt, oder zumindest eine ungefähre Vorstellung davon hast, was Dich wann erwartet, stellen wir Dir weiter unten noch kurz die gezeigten Filme vor.

Was?
Monster machen mobil – 3. Hamburger SciFi-Horror-Festival

Wann?
30. März bis 1. April

Wo?
Metropolis Kino in Hamburg

Die Filme

Sindbads gefährliche Abenteuer (USA 1973) | 30. März 2012, 19:00 Uhr
Mit seiner für damalige Zeiten spektakulären Stop-Motion-Tricktechnik von Ray Harryhausen fasziniert dieser fast 40 Jahre alte Film noch heute. Fantastische Kreaturen wie eine Kali (indische Göttin) mit sechs Armen und ein Zyklopen-Zentaur stellen sich Sindbad, der nach der Quelle des Lebens sucht, in den Weg.

Star Crash – Sterne im Duell (Italien 1979) | 30. März 2012, 22:00 Uhr
Was auf den ersten Blick wie ein billiger italienischer Abklatsch von „Star Wars“ wirkt, ist im Prinzip genau das. Obendrein ist „Star Crash“ aber auch eine ernstgemeinte Parodie, die schon allein aufgrund ihrer Besetzung Kultstatus verdient: Christopher Plummer als Imperator und – festhalten – David Hasselhoff als Prinz Simon rechtfertigen das! Zur Not auch die immer in knappste Lack- und Latex-Outfits gekleidete Caroline Munro. Dass die Filmmusik von Bond-Titelmelodie-Macher John Barry stammt, rundet die Sache ab.

Gigant des Grauens (USA 1958) | 30. März 2012, 23:59 Uhr
Die Fortsetzung von „Der Koloss“. Schade nur, dass dieser Klassiker aus dem Jahre 1958 mit gut einer Stunde Laufzeit recht kurz ausfällt: Vor allen Dingen das hochklassige Make-up und die mitunter doch recht eindrucksvollen Effekte können sich sehen lassen. Die Geschichte ist zudem unterhaltsam genug, um die Zuschauer bei Laune zu halten. Geht ja wie gesagt nur eine Stunde, der Film.

Gamera gegen Gaos (Japan 1967) | 31. März 2012, 15:30 Uhr
Gamera, die Riesenschildkröte mit Düsenantrieb, kämpft gegen den fliegenden Urzeitdrachen Gaos. Da geht’s richtig ab und die Darsteller hatten in ihren Gummianzügen bestimmt richtig Spaß. Sieht zumindest so aus.

Die Folterkammer des Hexenjägers (USA 1963) | 31. März 2012, 18:00 Uhr
Regisseur Roger Corman zeichnet für diesen Klassiker verantwortlich, in dem Vincent Price – der Hansdampf in allen Horror-Gassen jener Tage – die Hauptrolle spielt. Er verkörpert einen Hexenmeister, der 100 Jahre später von einem Nachfahren Besitz ergreift. Die Geschichte basiert auf der Lovecraft’schen Erzählung „Der Fall Charles Dexter Ward„, bedient sich aber des Titels eines Gedichts von Edgar Allen Poe.

Draculas Tochter und Professor Satanas (Mexiko 1968) | 31. März 2012, 21:00 Uhr
Verrückte Wissenschaftler sind die Besten! Professor Satanas sowieso. Aus den Organen von Supersportlern stellt er bösartige Fischwesen her, welche die Menschheit bedrohen. Zum Glück für die Menschen ist aber auch noch Bat-Woman am Start…

Infra-Superman – Invasion aus dem Inneren der Erde (Hongkong 1975) | 31. März 2012, 23:15 Uhr
Maßstäbe in Sachen Schwachsinn setzt dieser kultige Titel. Man mag sich kaum ausmalen, mit welchen (möglicherweise verbotenen) Mittelchen hier nachgeholfen wurde, um so ein durchgeknalltes Ergebnis zu bekommen. Irrwitzige Farb- und Lichteffekte, irrsinnige Kung Fu-Choreographien und eine recht gelungene deutsche Synchronisation zeichnen dieses grandiose Machwerk aus!

Der Mann ohne Körper (England 1957) | 1. April 2012, 11:30 Uhr
Mit den ganz besonders fortschrittlichen Forschern ist es wie mit so vielen Filmen: Mancher theoretische Ansatz hätte vielleicht noch die ein oder andere Überlegung vertragen, bevor man die praktische Umsetzung in Angriff nahm. Dabei ist die Idee, den Kopf des Nostradamus als Transplantationsobjekt zu verwenden, gar nicht mal so schlecht. Theoretisch.

2071 – Mutan-Bestien gegen Roboter (USA 1964) | 1. April 2012, 13:30 Uhr
Allein die Wortschöpfung „Mutan-Bestien“ hätte eigentlich eine Auszeichnung verdient. Aber davon haben die Forscher im Film auch nichts, die aufgrund einer defekten Zeitmaschine im Jahr 2071 – nach dem großen Atomschlag – landen. Denn die Mutan-Bestien, im Prinzip glatzköpfige Mutanten, kämpfen in dieser Zeit gegen eine Roboter-Armee der letzten „normalen“ Menschen. Großes Kino!

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