It Follows: Sex mit John Carpenter

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It Follows - Offizielles FilmplakatIt Follows (ab heute im Kino!) lehrt Dich das Fürchten: Stell‘ Dir vor, Du wirst verfolgt. Stell‘ Dir vor, irgendetwas ist hinter Dir her und Du weißt nie, wann es Dich holen kommt. Klingt für Dich nicht sonderlich gruselig? Dann schau Dir It Follows an und lasse Dich eines Besseren belehren! Der Kürbiskönig hat’s getan und verrät Dir, warum sich der Weg ins Kino für Dich lohnt. Und obendrein kannst Du auch noch Poster und T-Shirts gewinnen!

Angst. Es gibt so viele verschiedene Formen der Angst, dass es wohl kaum einen Menschen gibt, der sich nicht vor irgendetwas überdurchschnittlich stark fürchtet. Clowns? Schrecklich! Spinnen? Eklig! Puppen? Gruselig! Zahnärzte? Brutal! Große Höhen oder enge Räume? Deine Knie werden schon bei der Vorstellung daran butterweich! Besonders faszinierend ist jedoch, dass sich Menschen wirklich vor allem möglichen fürchten können, z.B. auch vor Schmutz (Mysophobie), Nahrung (Sitophobie), Spiegeln (Spektrophobie) oder alten Menschen (Gerontophobie). Solche skurril anmutenden Ängste werden von Nicht-Betroffenen gemeinhin eher belacht, weswegen sie auch kaum für einen veritablen Horrorfilm taugen. Horrorfilme über Clowns, Spinnen und Puppen gibt es indes jede Menge. Sogar irre Dentisten ließen Dir schon das Blut in den Adern gefrieren. Und auch It Follows versteht es, Angst zu vermitteln.

Du wirst verfolgt!

Regisseur David Robert Mitchell bedient sich bei It Follows einer Angst, die im Prinzip jeden treffen kann: Paranoia. Verfolgungswahn. Der oder die irre Ex kann Dich ebenso stalken, wie ausländische Geheimdienste Angela Merkel. Paranoia ist eine schlimme Sache. Zu glauben, man würde beobachtet oder – noch schlimmer – verfolgt werden, kann einem das tägliche Dasein echt vermiesen. Doch es geht noch fieser: Wenn man genau weiß, dass man verfolgt wird, aber nicht sagen kann wovon oder wann der Verfolger das nächste Mal unvermittelt auftaucht! Mit dieser Angst spielt It Follows.

Hugh (Jake Weary) eröffnet Jay (Maika Monroe) ihr Schicksal. | © 2014 It Will Follow, INC.

Im Mittelpunkt der Story von It Follows steht die 19-jährige Jay (Maika Monroe; The Guest). Jay verkörpert das Mädchen von nebenan. Sie ist zwar recht attraktiv, aber nicht die eingebildete Beauty Queen, die den ganzen Tag lästert oder ihre Fingernägel lackiert. Sie macht auch nicht den Eindruck, als ob sie einen an der Waffel hätte. Potenziell eine gute Partie also. Das denkt sich scheinbar auch der smarte Hugh (Jake Weary; Zombiber), der gar nicht Hugh heißt. Er buhlt um ihre Gunst. Er will mit ihr schlafen, da ist sie sich sicher. Und obwohl er eines Abends ganz exklusiv ein Mädchen mit einem gelben Kleid gesehen haben will und sich daraufhin auch irgendwie merkwürdig verhält, schnackeln die zwei später ganz klassisch auf der Rückbank im Auto. Danach betäubt er sie überraschend mit Chloroform. Was hat er vor? Ist er ein perverser Irrer? Eher nicht. Steht er auf wehrlose Frauen? Vielleicht ein bisschen.

Fuck for Life

Jay muss von Hugh, der gar nicht Hugh heißt, erfahren, dass er bei ihr nicht nur einen weggesteckt, sondern sie damit auch gleich gewissermaßen „angesteckt“ hat. Nicht etwa mit Syphilis, Chlamydien oder irgendwelchen anderen ekligen Geschlechtskrankheiten. Sondern mit etwas Bösem! Dieses Böse kann als beliebige Person auftreten und wird ihr folgen. Es ist langsam, aber nicht dumm. Es denkt nicht. Es fühlt nicht. Es gibt nicht auf. Und es gibt nur einen Weg, es loszuwerden: Sex. Nur durch Sex lässt es sich auf jemand anderes übertragen. Doch sobald diese Person seinerseits das Zeitliche segnet, folgt es wieder der Person, die zuvor an der Reihe war. Im Prinzip also ein fieses (Fick-)Spiel auf Zeit!

Jay (Maika Monroe) merkt, dass Ihr etwas folgt. | © 2014 It Will Follow, INC. Greg (Daniel Zovatto), Jay (Maika Monroe) und Kelly (Lili Sepe) sind ratlos. | © 2014 It Will Follow, INC.

Zunächst ist Jay noch unsicher, ob Hugh, der gar nicht Hugh heißt, bloß ein böses Spiel mit ihr treibt. Doch es dauert nicht lange, bis wechselnde Gestalten auftauchen, die unbeirrt auf sie zugelaufen kommen – und die niemand sonst sehen kann! Mal ist es eine typische Altersheim-Oma (Gerontophobiker aufgepasst!), mal eine junge Frau, die urinierend durch Jays Küche läuft, mal ein nackter Mann auf einem Dach. Nach den ersten Begegnungen beginnt Jay, an ihrem Verstand zu zweifeln. Sie offenbart sich ihrer Schwester und ihren engsten Freunden (darunter ein Ex-Lover und Der-schon-immer-auf-sie-scharfe-Nachbar). Selbst auf die Gefahr hin, dass Sie für wahnsinnig gehalten wird. Nur wie soll sie glaubhaft machen, was los ist? Soll sie ewig weglaufen? Und selbst wenn die Sache mit dem Sex funktioniert, wen soll sie „beglücken“ und wie lange wird sie dann ihre Ruhe haben? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

John Carpenter lässt grüßen!

It Follows ist fesselnd, Leute mit latentem Hang zur Paranoia und/oder blühender Fantasie werden bei It Follows sicher ganz besonders mitleiden! Und das ist eigentlich ziemlich erstaunlich. Denn das Setting des Films in der amerikanischen Vorstadt wirkt so stinknormal und vertraut, dass der Film ohne seine Horrorelemente auch gut ein x-beliebiges, langweiliges TV-Drama sein könnte. Doch Regisseur David Robert Mitchell versteht es, die natürliche Distanz, die Du als Zuschauer zu den Protagonisten hast, ziemlich schnell schrumpfen zu lassen. Durch die geschickte Einführung des Horrors wirst Du als Zuschauer schnell reingezogen und in der Folge bist Du permanent angespannt, weil Du nicht weißt, wann wieder etwas passiert. Du fühlst mit der armen Jay mit und überlegst Dir, wie Du Dich an ihrer Stelle verhalten würdest.

Das Schwimmbad. Ein sicherer Ort? | © 2014 It Will Follow, INC.

It Follows braucht nicht viel Blut, um Dir Schauer über den Rücken zu jagen. Die gezielt eingesetzten, atmosphärischen Schockmomente reichen völlig. Der Film wirkt aufgrund der Kulissen, der Kamera-Einstellungen und des ungewöhnlichen Soundtracks wie ein klassischer John Carpenter-Horrorfilm, der sich in die Gegenwart verirrt hat. Dazu passt auch das altbekannte Sex-Motiv (laut dem nur Jungfrauen überleben), das hier aufgegriffen und erweitert bzw. fast umgedreht wird: Wer im Film Sex hat, muss zwar (früher oder später) sterben, kann dadurch aber auch länger leben. Ziemlich genial.


IT FOLLOWS GEWINNSPIEL

Das Gewinnspiel ist beendet! Die Gewinner wurden per E-Mail benachrichtigt. Falls Du diesmal kein Glück hattest, dann vielleicht das nächste Mal!


 

It Follows – Offizieller Trailer (deutsch)

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