Kopflos in der Wüste: Gallowwalkers

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Ein Mann steht auf einem Bahngleis und wartet. Er hat Pferde mitgebracht. Bald darauf erscheinen am Horizont die Silhouetten von drei Männern mit langen Mänteln. Sie bleiben in epischer Entfernung stehen, mustern sich gegenseitig. Einer der drei Männer sagt „Du hast ein Pferd zu viel mitgebracht!“ Kurz darauf sind sie tot. An welchen Film denkst Du?

“Gallowwalkers“ Regisseur Andrew Goth hat in seinem Leben vermutlich sehr oft “Spiel mir das Lied vom Tod“  und alle anderen Italo-Western von Sergio Leone gesehen. Und sich gesagt: „So etwas mache ich auch … aber Zombies müssen auch mit dabei sein!“ Nachdem er sich diese Idee notierte, schaute er dann noch eine Runde “Mad Max

Eigentlich eine gute Idee. Und so ist „Gallowwalkers“ vor allem etwas fürs Auge. In der wunderschönen kargen Wüstenlandschaft der Namib stehen zwischen abgestorbenen Bäumen Männer in roten, langen, wehenden Mänteln und Gestalten in grotesken Kostümen. Großaufnahmen der Gesichter, eine Schlange schlängelt sich quer über den sandigen Boden, ein Eimer voller Blut kippt am Brunnerand und läuft langsam aus. Keine Frage: In Sachen Optik, Ausstattung und Atmosphäre gibt es eine glatte 1+ für die „Gallowwalkers“. Auch der Soundtrack ist mit seiner atmosphärischen Akustikgitarre und schleppenden bis treibenden Drums und natürlich der obligatorischen Maultrommel mehr als passend und gelungen.

Leider hat Andrew Goth bei all seiner Begeisterung für den Italowestern und ästhetischen Extravaganzen mehr oder weniger vergessen, so etwas wie eine Story um die wehenden Mäntel herum zu bauen. Und aus irgendeinem Grund hat er Wesley Snipes in die schöne Landschaft gestellt. Der darf, wie fast immer in seinen Filmen, ein cooles Kostüm tragen, stakst aber ansonsten etwas hüftsteif durch die Gegend. Es geht natürlich um Rache. Irgendwie. Wesley Snipes heißt im Film Aman. Seine große Liebe wurde von einer marodierenden Revolverbande vergewaltigt und geschwängert – anschließend verstarb sie bei der Geburt des Kindes. Aman nimmt blutige Rache. So weit, so “wie immer“…

Dumm nur, dass alle von Aman Getöteten wieder vom Tode auf erstehen, um sich jetzt wiederum an ihm zu rächen. Das hat er seiner Mutter zu verdanken, die als Mitglied eines ominösen Schwesternordens die Tore der Hölle bewacht und ihr Leben für das seine gab. Dann gibt es noch einen blonden jungen Mann, der ihm helfen soll, die Wiederauferstandenen zu töten, sowie allerlei andere Figuren, von denen man jetzt nicht so genau weiß, wo die herkommen, was die sollen und – später im Film – was mit ihnen passiert ist. Mit anderen Worten: inhaltlich ein unglaublich verquaster Murks.

Als Ausgleich hat man der ansprechenden Ästhetik des Filmes noch ein paar schöne Splattereffekte mit zuckenden Wirbelsäulen an abgetrennten Köpfen spendiert. Das rettet zwar nicht die Geschichte, sieht aber einmal mehr gut aus. Fazit: Wenn Du auf der Suche nach intelligentem, spannendem Horror bist – Hände weg! Filmfreunde, die für eine coole Western-Optik und bizarre Kostüme in der Wüste mit Gewalt-Eruptionen gerne auf Geschichte und Dramaturgie verzichten, können sich auf einen schönen und zuweilen meditativen Filmabend freuen.



Verlosung

Unter allen, die es einfach mal cool finden, wenn Männer mit wehendem Mantel stundenlang in der Wüste stehen (so, wie ich) verlosen wir 3 DVDs von “Gallowwalkers“.

Beantwortet dazu einfach folgende Frage:

Wieso kann Snipes erst seit dem 19. Juli 2013, nach 3 Jahren, wieder an neuen Filmprojekten arbeiten?

Deine Antwort schickst Du uns bitte bis zum  10. September 2013 als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! Schreibe unbedingt Deine E-Mail-Adresse, Deine Anschrift und Deinen vollständigen Namen mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!

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Trailer


 

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