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Garm – Monster der Welt


Aussehen eines Garm:

Garm ist der monströs-riesige Hund der nordischen Totengöttin Hel. Auch wenn die genauen Größenangaben im Laufe der Jahrhunderte leider verloren gegangen sind, können wir das Attribut ‘riesig’ wohl ziemlich wörtlich nehmen. Sein Frauchen ist nämlich die Tochter einer Riesin und eine so stattliche Dame wird sich wohl kaum einen Dackel halten. Insofern: Das Vieh ist wirklich groß. Das vielleicht eindeutigste Merkmal Garms (große Köter gab es im alten Norden ja etliche) sind seine vier Augen. Diese benötigt er an seinem dunklen Arbeitsplatz auch dringend, dazu später mehr. Da er sich oft und gerne auf Besucher stürzt, diese zerfetzt und verschlingt, sind sein Maul und sein zotteliges Fell auf der Brust durchtränkt vom geronnenen Blut seiner Opfer.

Garm


Heimat eines Garm:

Dieses liebreizende Geschöpf lebt am nördlichen Rand der Welt in der Höhle Gnipahellir (“überhängende Höhle”) und bewacht am Fluss Gjöll den Eingang zum Unterreich Helheim, das von seinem Frauchen regiert wird. Wo genau Fluss und Höhle liegen, ist leider auch nicht mehr überliefert.

 


Hintergrundgeschichte des Garm:

Garm ist von Beruf Wachhund am Grenzfluss zur Unterwelt und untersteht seiner Herrin Hel. Hel ist ihres Zeichens die Tochter des Halunkengottes Loki und der Riesin Angrboda (“Angstbotin”) und herrscht über die Totenwelt Helheim. Jeder, der das Unterreich betreten möchte, muss an Garm vorbei. Dieser ist aber sehr pflichtbewusst und zerfetzt und verspeist alle Ankömmlinge brutal (Ausnahmen: siehe Abwehr). Und hinaus lässt der größte aller Wachhunde sowieso niemanden mehr; wer einmal in der Unterwelt angekommen ist, bleibt also bis auf Weiteres auch dort. Sogar der Obergott Odin bekam es einmal mit Garm zu tun, als er auf seinem achtbeinigen Ross gen Nifelheim ritt. Diese Begegnung beschränkte sich allerdings auf gegenseitiges Umkreisen und Anknurren. Erst wenn das Ende der Welt eingeläutet wird und Ragnarök über uns gekommen ist, wird Garm einmal laut heulen und die Toten erwecken. Dann wird er sich an der Seite seiner Herrin und ihrer Totenarmee in den Kampf gegen die Götter aus Asgard stürzen. Sogleich wird er dem Kriegsgott Tyr im Zweikampf gegenüberstehen, in dessen Verlauf sich Hund und Gott gegenseitig töten werden.


Opfer:

Wer sich unberechtigt dem Totenreich nähert wird in wilder Raserei angefallen und verspeist. Es spielt keine Rolle, ob Du Mensch, Tier, Gott oder Riese bist. So einfach ist das. Außerdem, so heißt es in einigen Überlieferungen, verschlingt er sogar die Sonne.


Taktik:

Wie seine Essgewohnheiten, ist auch Garms Angriffsweise eher simpel: Mit grausigem Geheul stürzt er sich auf seine Opfer, um sie zu zerfetzen und im Anschluss aufzufressen.


Abwehr eines Garm:

Angeblich gibt es eine einzige Möglichkeit, unbeschadet an dem großen Vieh vorbeizukommen. Wer im Leben ein guter Mensch war und sich um die Armen und Schwachen kümmerte, kann dem Höllenhund einen sogenannten Hel-Kuchen anbieten. Garm wird die Geste erkennen und den Überbringer des Geschenks unbeschadet in die Unterwelt einziehen lassen.


Sonstiges:

Die Geschichte von Garm überschneidet sich stark mit der Geschichte des Fenriswolfes Fenrir. Darüber hinaus gibt es in der nordischen Mythologie Überschneidungen mit den Wölfen Hati und Skalli, sowie mit dem Hund Managarm.


Schrecklevel: 4 von 13

Zugegeben: Wenn Dich das Biest erst einmal auf dem Kieker hat, ist die kurze Zeit, die Dir noch verbleibt, erfüllt von schrecklichstem Terror und unbeschreiblichen Schmerzen. Auf der anderen Seite zwingt Dich jedoch niemand zu einem Sonntagsspaziergang am Ufer des Gjölls entlang. Und solange Du Dich wirklich weit vom Eingang Helheims fernhältst, bist Du eigentlich auf der sicheren Seite.


Und das nächste Mal: Ein Wiesel-artiger Dämon, der in einem Bambusbehälter wohnt .


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