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Toire no Hanako-san – Monster der Welt


Hintergrundgeschichte

Kennst Du die maulende Myrte, welche auf der Mädchentoilette von Hogwarts ihren schlecht gelaunten Spuk treibt? Dabei hat sich “Harry Potter“ Autorin J.K. Rowling von einer japanischen Spukgeschichte inspirieren lassen.

In Wirklichkeit heißt das Mädchen Toire no Hanako-San und spukt auf den Toiletten japanischer Grundschulen. Ihren Ursprung hat diese populäre und weit verbreitete Spukgeschichte in einer urbanen Legende aus den fünfziger Jahren. Demnach starb ein kleines Mädchen während des Zweiten Weltkrieges in Folge eines überraschenden Luftangriffes, während es mit seinen Spielkameradinnen gerade Verstecken spielte und sich (… nun ja, wo wohl?) in der Mädchentoilette versteckte. In einer zweiten Version versteckte sich ebenfalls ein kleines Mädchen in der Toilette. Diesmal jedoch vor ihrer eigenen Mutter. Diese war wahnsinnig, fand das Mädchen und tötete es.

Wie auch immer. Von hier aus nahm die Geschichte ihren Ursprung und die unheimlichen Sichtungen auf den Mädchentoiletten verbreiteten sich rasch im ganzen Land. Mitunter wurde die weite Verbreitung der Geschichte als Grund für Blasenentleerungsstörungen von japanischen Grundschülerinnen herangezogen.

Toire-no-HanakoToire no Hanako-san


Aussehen

Toire no Hanako-San sieht aus wie ein normales japanisches Schulmädchen. Meistens bekommt man sie jedoch gar nicht zu Gesicht, sondern hört nur ihre geisterhafte Stimme. Sieht man sie aber dennoch einmal, trägt sie eine Schulmädchenuniform und einen roten Rock.


Heimat von Toire no Hanako-San

Mädchentoiletten in japanischen Grundschulen.

Landkarte-Hanako-San



Taktik und Opfer

Von einer Taktik kann man hier eigentlich nicht sprechen. Und Opfer gibt es auch nur insofern, wenn man sich von einer Begegnung mit dem Übersinnlichen erschrecken lässt. Die Begegnung mit ihr wird eher als Mutprobe genutzt. Zu diesem Zweck muss das Mädchen den leeren Toilettenraum betreten und Hanakos Namen rufen. Dann kann es passieren, dass eine geisterhafte Stimme sagt: “Ich bin hier”. Das variiert aber von Toilette zu Toilette. Recht ausgefeilt ist das Herbeirufen in der Stadt Utsunomiya, wo man im dritten Stock eine Toilettentür öffnen muss, dreimal laut den Namen Hanako-san rufen und anschließend noch ein Stück Toilettenpapier abreißen und runterspülen muss.

Körperliche Übergriffe sind nicht bekannt. Tatsächlich ist Hanako, das Mädchen aus der Toilette, eher so etwas wie ein übernatürliches Schulmaskottchen.

Allerdings gibt es in Yokohama auch eine männliche Variante. Die Begegnung mit diesem Geist verläuft meistens tödlich. Es existieren auch Varianten, in denen Hanako kein junges Mädchen, sondern eine dreiköpfige Echse ist, welche Mädchen auffrisst, die auf der Toilette zu laut ihr Geschäft verrichten.


Abwehr von Toire no Hanako-San

Da von Hanako keine Bedrohung im eigentlichen Sinne ausgeht, ist es eigentlich auch nicht notwendig sich vor ihr zu schützen. Möchte man dennoch eine Begegnung mit ihr vermeiden, um sein psychisches Gleichgewicht stabil zu halten, so empfiehlt es sich, keine japanischen Mädchentoiletten aufzusuchen. Außerdem ist Hanako eine der wenigen Geister, welche eher tags, als nachtaktiv sind. Was verständlich ist, denn Nachts ist ja niemand in der Schule. Ist man sich nicht sicher, ob man sich in einem Gebiet befindet, in dem Hanako als dreiköpfige Echse unterwegs ist, sollte man versuchen beim Toilettengang möglichst alle Geräusche zu vermeiden.


Sonstiges

Wie bereits eingangs erwähnt, ließ sich J.K. Rowling für ihre maulende Myrte vermutlich bei der japanischen Spukgeschichte aus der Mädchentoilette inspirieren.

Auch in der japanischen Populärkultur ist Toire no Hanako-San sehr beliebt. Es gibt zahlreiche Filme und Manga-Comics mit ihr. Allerdings ist die Figur dort aus dramaturgischen Gründen meist wesentlich aggressiver und bedrohlicher, als in Wirklichkeit. Klar, niemand schaut einen Gruselfilm, indem einem der Geist nichts tut.

Trailer zu “Shinsei Toire no Hanako-san” (dt.: ”Die Wiedergeburt von Hanako aus der Toilette”, 1998)

Übrigens sind nicht alle japanischen Toilettengeister so friedfertig. Genauso gut kann es  passieren, dass man friedlich auf dem Lokus sitzt und plötzlich eine Stimme fragt, ob Du lieber rotes oder blaues Toilettenpapier möchtest. Wen du jetzt denkst: „Wie aufmerksam“ liegst du falsch. Denn die Stimme gehört einem Geist mit rotem Mantel. Wählst Du rotes Papier wird er Dich in Stücke schneiden, wählst Du blaues Papier wirst Du keine Luft mehr bekommen bis Dein Gesicht blau anläuft. Entscheidest Du dich witzig zu sein und mit einer anderen Farbe zu antworten, wirst Du in die Unterwelt gespült. Allein die Antwort „Nein, vielen Dank. Ich benötige kein Toilettenpapier.“ rettet Dein Leben. Auch wenn es Dir die Unterhose schmutzig macht.

Dann doch lieber die harmlose Hanako.


Schrecklevel 2 von 10

Ich persönlich finde, dass Geister auf Toiletten nichts zu suchen haben. In einem Moment größter Privatheit und Verletzlichkeit möchte man nicht mit dem Übernatürlichen konfrontiert werden. Dennoch muss man feststellen, dass Toire no Hanako-San, das Mädchen aus der Toilette, eher ein Kleinemädchenschreck ist. Etwas unheimlich zwar, tut aber nix.


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