O du tödliche – Garantiert zuckerfreie Weihnachtsfilme

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Zur Weihnachtszeit kann der Horrorfan zur Abwechslung mal gemütlich unter dem Baum sitzen, Vanillekipferl lutschen und verzückt dem lieblichen Gesang des Honigthaler Knabenenchors in C-Dur lauschen. Aber dann ist es auch wieder gut. Um Dir den ganzen Süßkram aus den Sinnesorganen zu spülen, hat der Kürbiskönig und sein Gefolge eine festliche Schlachteplatte aus weihnachtlichen Horrorfilmen angerichtet. Rohes Fest!

Natürlich könnten wir Dir jetzt „Santa Claus Conquers the Martians“ von 1964 oder „Christmas Evil“ von 1980 um die Ohren hauen, um Dir so richtig zu zeigen, wie prall unsere Filmbibliothek neben der Folterkammer gefüllt ist, doch wir würden Dir damit sicher kein Geschenk machen. Um Dir wirklich eine Freude zu bereiten, empfehlen wir deshalb nur Filme, die Du beim Videothekar Deines Vertrauens, legal im Netz oder im Fernsehen zu sehen bekommst.

Santa’s Slay, 2005
Das die Kanadier einen seltsamen Humor haben, weiß man spätestens seit diversen South Park-Folgen. Der kanadische Film „Santa’s Slay“ ist deshalb entsprechend trashig, böse und abgefahren. Santa Claus (gespielt von Ex-Wrestler Bill Goldberg) ist eigentlich der Sohn des Teufels. Vor 1000 Jahren hat er jedoch gegen einen Engel beim Curling verloren und muss deshalb der Menschheit zur Strafe Geschenke bringen. Doch die Zeit der liebevollen Zuwendung ist jetzt vorbei, Santa darf wieder teuflisch sein und ist richtig sauer. Da er nur über die Weihnachtstage über seine Spezialfähigkeiten verfügt, muss er sich ordentlich beeilen, um sich an den Menschen zu rächen. Verschiedene Todesarten durch Festtagsbraten, Weihnachtssterne und Eierlikör, untermalt von passender Festtagsmusik, sorgen für heitere Stunden im heimischen Wohnzimmer.


The Children, 2008
Gar nicht so heiter, sondern vielmehr ziemlich befremdlich, ist diese kleine Filmperle aus England, die bei uns leider viel zu unbekannt ist. Wie der Name schon sagt, geht der Horror hier von kleinen Kindern aus, was eigentlich immer sehr gruselig ist, wie beispielsweise „Das Dorf der Verdammten“ oder der Horror-Shooter „F.E.A.R.“ in der Vergangenheit eindrucksvoll beweisen konnten. Über die Weihnachtstage versammeln sich zwei Ehepaare samt vier kleiner Racker in einem abgelegenen Landhaus. Durch eine eingeschleppte Seuche wird aus dem Nachwuchs sehr bald aber eine mörderische kleine Rasselbande, die ihre Erzeuger einen nach dem anderen um die Ecke bringen. Die Bilder sind so unterkühlt und die lieben Kleinen töten mit einer so eiskalten Gelassenheit, dass Du wahrscheinlich einen Glühwein mehr brauchst, um hinterher schlafen zu können.




P2, 2007

Warum dieser Film ausgerechnet auf Parkdeck 2 spielen muss, so dass der Film nun wie der Zuckerrohrschnaps Pitú heißt, weiß wohl nur der Wind. Denn eigentlich handelt es sich hierbei um einen spannenden Reißer, den man auch nüchtern hervorragend genießen kann. Karrierefrau Angela verlässt an Heiligabend als letzte ihr Büro und muss mit Bedauern feststellen, dass ihr Auto nicht anspringt. Doch kein Problem, denn der schnuckelige Parkhausbubi Thomas hat Spätschicht und kann die Geschäftsfrau in seine kleine Kabine einladen, um gemeinsam mit ihr auf ein Taxi zu warten. Kurz darauf findet sich Angela allerdings ausgestreckt auf dem Fußboden wieder, was jedoch nicht an dem Charme des Garagenwächters liegt, sondern an einer Nase voll Chloroform. Thomas ist nämlich ein Psychopath, der es schon lange auf die knackige Powerfrau abgesehen hat. Das folgende Katz-und-Maus Spiel ist ungewohnt spannend, was vor allem daran liegt, dass Angela kein genreübliches Dummchen ist, sondern stets nachvollziehbare Entscheidungen trifft. Dieser Film läuft am 25. Dezember um 22:20 Uhr auch auf Vox.

Dead End, 2003
Leider ist diese amerikanisch-französische Koproduktion bei uns ebenfalls ziemlich unbekannt, doch wer den Film gesehen hat, kriegt bei der Erwähnung des Titels grundsätzlich leuchtende Augen. Atmosphärischer, bedrückender und gleichzeitig skurriler kann Horror nämlich nicht sein. Eine Familie fährt am Weihnachtsabend zu ihren Verwandten, doch sie geraten zufällig auf eine seltsame Straße, die einfach immer nur geradeaus führt und nicht zu enden scheint. Sehr bald bemerken die Familienmitglieder, dass auch andere Sachen überhaupt nicht nach Plan laufen, denn sie dringen zunehmend an einen Ort vor, der eine bizarre Parallelwelt zu sein scheint. Eine seltsame weiße Frau kreuzt ständig ihren dunklen Weg, die auch noch zunehmend für beängstigende Situationen sorgt. Bald wird den Verirrten klar: An diesem Ort kann man nicht nur ganz schnell den Verstand verlieren, sondern auch sein Leben…
Ein erfrischend dreckiger Spuk-Film mit klaustrophobischer Umgebung und einem knalligen Ende.

Zum Abschluss überreichen wir Dir noch drei Kurzfilme, die Du Dir auf der Stelle anschauen kannst, wenn Du magst. Den Anfang machen die beiden Produktionen „Rare Exports Inc.“ und „Rare Exports: The Official Safety Instructions“ aus Finnland. Diese aufwändig gefilmten Werke sind die Vorgänger des demnächst im Kino erscheinenden Langfilms „Rare Exports: Eine Weihnachtsgeschichte“ und erzählen auf beeindruckende Art und Weise aus dem harten Leben im Weihnachtsbusiness. Der englischen Sprache solltest Du allerdings mächtig sein.

>>Zu den Filmen<<

Zu guter Letzt kannst Du in „Treevenge“ hautnah miterleben was passiert, wenn die Weihnachtsbäume eines Tages zurückschlagen. Aber Achtung: Das ist zwar alles äußerst überzogen, trotzdem geht’s unglaublich heftig zur Sache. Garantiert nichts für den feiertagsgeplagten Magen!

Und welche Horror-Filme helfen Dir Jahr für Jahr über die Feiertage? Schreib uns Deine Filmtipps, wir freuen uns über jede Anregung!


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