Total gerädert – „Rubber“ startet auf DVD

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Ein Autoreifen, der von allein durch die Wüste rollt und alles und jeden umbringt, das klingt wie ein trashiges Vergnügen im Stil von „Angriff der Killertomaten„. Doch der Macher dieses Films verfolgt eine ganz andere Absicht. Das Ergebnis ist vorsichtig gesagt „sehr speziell“.

Der bemerkenswertrubbere Streifen beginnt mit einem Auto, das in der Wüste steht. In aller Seelenruhe steigt ein Sheriff aus dem Kofferraum, lässt sich vom Fahrer ein Glas Wasser reichen und hält dann einen Monolog über die grundlosen Ereignisse in Filmen: Warum ist E.T. braun? Warum waschen sie die Protagonisten aus „Texas Chainsaw Massacre“ nie die Hände? Für all diese Sachen gibt es keinen wirklichen Grund, denn auch im wahren Leben geschehen Millionen sinnloser Sachen. Nach dieser kleinen Ansprache steigt der Sheriff wieder in seinen Kofferraum zurück und die Kamera schwenkt auf eine Gruppe von Menschen, die sich alle den Vortrag angehört haben und nun auf die Handlung dieses Films gespannt sind. Von einem Betreuer erhalten die Anwesenden ein Fernglas, durch das sie verfolgen können, wie sich ein Autoreifen minutenlang aus dem Wüstensand kämpft und sogleich eine hübsche Autofahrerin verfolgt. Dabei lässt der Gummikamerad fröhlich alle Tiere und Menschen per Telekinese platzen, die sich in seinen Weg stellen. Der ermittelnde Polizist der Gegend identifiziert den Autoreifen schnell als Täter und bittet den Betreuer der beobachtenden Menschengruppe, diese doch jetzt aus dem Weg zu räumen, damit der sinnlose Quatsch aufhört und der Film enden kann. Doch ein Zuschauer überlebt diese Säuberungsaktion und so muss die Handlung von „Rubber“ leider weiterlaufen…

policestuhl


Rad ab?

Was sich schon reichlich seltsam liest, ist in seiner filmischen Umsetzung noch viel absonderlicher. Der Film spielt mit seiner Sinnlosigkeit, zeigt manchmal detailgenau ein Ereignis, das gar keins ist, quält uns mit minutenlangen Einstellungen ohne Vorkommnisse, verschachtelt reale und irreale Ereignisse bis zur Unkenntlichkeit miteinander und knallt uns mit wummernden Technobeats zu. Letztere hat Autor und Regisseur Quentin Dupieux selbst geschrieben, denn er ist eigentlich Musiker und hat in den Neunzigern als Mr. Oizo mit „Flat Beat“ den vielleicht schrägsten Hit dieses Jahrzehnts hingelegt (Du weißt schon, das Ding mit dieser gelben Handpuppe). Wer den minimalistischen Song noch im Ohr hat, kann sich in etwa vorstellen, wie ein Spielfilm dieses Mannes aussieht. Die groteske Machart von „Rubber“ mit seiner fast nicht vorhandenen Handlung und dem zwanghaften Drang, alles herkömmliche im Film um jeden Preis ad absurdum zu führen, trifft ganz sicher nicht jedermanns Geschmack. Aber darauf zielt der Film bewusst ab. Einige Kritiker klagen über Kopfschmerzen und Übelkeit, andere dagegen halten diesen Film für wahnsinnig komisch und unterhaltsam. Wenn Du einigermaßen schmerzfrei bist und an durchgeknallten Experimentalfilmen Deinen Spaß hast, kannst Du den Reifen des Todes ab Freitag, dem 27. Mai durchs Wohnzimmer rollen lassen. Aber sag nicht, wir hätten Dich nicht gewarnt…

Rubber
Erscheinungstermin: 27. Mai 2011
Preis: DVD – 17€, Blu-ray – 20€

Trailer

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