Von Vollmond und bestialischen Bassisten: Wer – Das Biest in Dir

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Die Zahl der Horrorfilme, die im Dunstkreis von Halloween auf der Bildfläche erscheinen, steigt scheinbar stetig. Und damit leider auch die Zahl der Genre-Vertreter ohne echte Daseinsberechtigung. Glücklicherweise gehört „Wer“, ein seit dem 14. Oktober 2014 auf DVD, Blu-ray und VOD (Video on Demand) erhältlicher Werwolf-Film, nicht zur Gattung jener lieblos hingeklatschten, aus reiner Profitgier mit der heißen Nadel zusammengestrickten Produktionen!

cover_wer_dvdStell Dir vor: Du schlenderst durch die Filmabteilung des örtlichen Elektronik-Fachgeschäfts oder durch die Videothek Deines Vertrauens, und plötzlich bleibt der Blick Deines für die Suche nach vielversprechenden Horrorfilmen geschärften Gruselauges an einem potenziellen Kandidaten kleben: „Wer – Das Biest in Dir“ steht auf dem Cover. Darauf ein etwas haariger, leicht schmutziger Typ, der seinen Arm von oben nach einer unter ihm befindlichen blonden Frau auszustrecken scheint. „Könnte was mit Werwölfen sein“ schießt es in Deinen Kopf, nicht ohne Hoffnung auf eine kleine Trashperle.

„Hmmm… der Titel sagt mir aber rein gar nichts … lief wahrscheinlich nicht im Kino“, murmelst Du leise, aber immer noch so laut vor Dich hin, als würdest Du Dir entweder a) Aufklärung oder b) Bestätigung aus irgendeiner Richtung erhoffen. Da aber weder Verkäufer noch Videotheksmitarbeiter in der Nähe sind und Dich Frau Knorkenmeier (die alte Klatschbase aus dem Nachbarhaus) von der anderen Seite des Regals nur missbilligend und ein bisschen mitleidig anschaut, musst Du mit dieser schwierigen Situation alleine fertig werden. Bei nährerer Betrachtung der Filmhülle bestätigt sich Dein erster vager Verdacht: „Aha, ein Werwolf-Film!“ Wirst Du das Risiko eingehen und Dir diesen bislang unbekannten Streifen kaufen/ausleihen?

Klar, die Gefahr ist ziemlich groß, so kurz vor Halloween eine Niete zu ziehen. Die Flut an Horrorfilmen zu dieser Zeit macht es umso schwerer, selbst kleine Trüffel in dem ganzen Dreck zu finden. Denn viele geldgeile Produzenten sind nur darauf aus, sich das Gruselfest und die damit verstärkt vorhandene Lust der Leute auf filmischen Nervenkitzel zu Nutze zu machen. Aber irgendwie bist Du ja einerseits romantisch, andererseite animalisch und hast deshalb auch ein kleines Faible für Werwölfe. „Ach, was solls!?“ bekräftigst Du Dich trotz einem Rest Unsicherheit selbst in Deinem bereits unbewusst getroffenen Entschluss, dem Film eine Chance zu geben. Am Abend legst Du zuhause den Film ein, machst das Licht aus und es geht los …

Strahlt der Vollmond nachts sehr helle, ist der Werwolf schon zur Stelle

Eine kleine amerikanische Bilderbuch-Familie (Mama, Papa, Sohn und Hund) campt unweit von Lyon und filmt den Ausflug mit der eigenen Kamera – eine durchaus glaubwürdige Herangehensweise, um das dabei entstehende Found Footage-Material zu legitimieren. Die Szenerie am Abend ist ebenfalls bilderbuchmäßig: Eine sternenklare, friedliche Nacht, Vollmond, Lagerfeu … VOLLMOND??? Da wird der eine oder andere Werwolf-Kenner doch schon stutzig und ahnt, dass Ungemach droht! Na jedenfalls wird das heimelige Lagerfeuer jäh vom Gebell des Hundes unterbrochen, der unvermittelt und ungeachtet anderlautender Befehle seiner Menschenfamilie zum nahen Waldrand rennt, bellend im Unterholz verschwindet um kurz darauf nur noch ein klägliches Winseln von sich zu geben. Schöne Scheiße!

Breaking News wie diese tragen zur stimmigen Atmosphäre bei

Von der Fernsehcouch aus ist es natürlich einfach, jetzt zu sagen: „Los, verschwindet da ganz schnell!“. Und anders als der besorgte Familienvater wärst Du mit Deinem Wissen um die Werwolf-Gefahr bei Vollmond dem Hund nicht hinterher gerannt. Es kommt, wie es kommen muss: Der Vater wird mit ungeheurer Wucht ins Dickicht gerissen, es folgen Schreie, Panik und noch mehr Schreie. In total verwackelten, chaotischen Aufnahmen der Familienkamera zeichnet sich das schreckliche Schauspiel ab, ohne jedoch klar zu zeigen, wer oder was denn da nun die Familie zerfleischt. Einzig die Mutter überlebt den Angriff der mutmaßlichen „Bestie“. Im Krankenhaus berichtet sie von dem Vorfall, woraufhin Behörden und Medien hinter dem Unglück zunächst ein wildes Tier vermuten.

Böse Bestie oder kranker Kerl?

Doch weitere Aussagen der Mutter („Es war ein großer, haariger Mann“) führen die Ermittler schnell auf die Spur eines anderen Verdächtigen: Talan Gwynek (Brian Scott O’Connor), ein absonderlicher Außenseiter. Dieser wird verhaftet, da er als hagerer Hühne mit starker Behaarung und Händen so groß wie Bratpfannen sehr gut auf die Beschreibung passt. Außerdem wohnt er – seit dem Tod seines Vaters – allein mit seiner Mutter auf einem nahen Anwesen. Doch seine Pflichtverteidigerin Kate Moore (A.J. Cook, „Mother’s Day“) – deren Vater ebenfalls erst kürzlich gestorben ist – ist von der Unschuld ihres Mandanten überzeugt. Der schüchterne, höfliche Talan ist nämlich krank. Er leidet an einer Form der Porphyrie und ist aufgrund des Krankheitsbildes gar nicht in der Lage, die Morde begangen zu haben.

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Gemeinsam mit dem Recherche-Künstler Eric Savin (Vik Sahay, „Chuck“), der alles besorgen kann, aber nicht mehr in die USA reisen darf, und mit ihrem Ex-Lover Gavin Flemyng (Simon Quarterman, „Devil Inside“), seines Zeichens Experte für Wildtierangriffe oder so, will sie ihre Theorie um jeden Preis beweisen. Bei ihren Nachforschungen, die dem zuständigen Chef-Ermittler Klaus Pistor (Sebastian Roché, „Supernatural“, „Fringe“) rein gar nicht schmecken, stösst sie dann auch noch auf Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Tod von Talans Vater, die auf eine lokale machtpolitische Verschwörung hindeuten. Aber das sind Kinkerlitzchen im Vergleich zu dem, was sich ereignet, als das ärztliche Gutachten zur Krankheit von Talan Gwynek erstellt werden soll …

Spannender und unterhaltsamer Werwolf-Horror

Groß, haarig und gemein! Kann das der gute Talan sein?Eigentlich scheint von Anfang an klar, wer bei „Wer“ der „Schuldige“ ist. Zu groß und zu unheimlich wirkt die mutmaßliche menschliche Bestie Talan Gwynek. Eine beindruckendere Besetzung als Brian Scott O’Connor, der Musik-Kennern als Bassist der Eagles of Death Metal bekannt sein dürfte, hätte Regisseur William Bell („Devil Inside“) wohl kaum finden können. Wahnsinn, wie bedrohlich der hagere Riese wirkt, selbst wenn er in Handschellen und mit gesenktem Kopf einfach nur still und starr da sitzt. Doch es dauert gut die Hälfte des Films, bis man als Zuschauer das erste Mal „richtige“ Werwolf-Action sieht. Und das nicht zu knapp! Da spritzt das Blut fast schon eimerweise, da fliegen die Körperteile wie Kamelle beim Karneval. Das kann sich alles sehr gut sehen lassen.

Fazit: Ausufernde CGI-Werwolf-Transformations-Szenen fehlen, aber das stört keineswegs. Das Wenige, das gezeigt wird, wirkt so viel realer. „Wer – Das Biest in Dir“ ist rein optisch handwerklich gelungen und KEIN typischer Found Footage-Film. Wer das erzählt, erzählt Quatsch. Dieses vielen Kritikern schon fast verhasste Stilmittel kommt nämlich kaum zum Einsatz. Mindestens 95% machen klassische Einstellungen aus, garniert mit Aufnahmen von Überwachungskameras oder halbwegs stimmig inszenierten Fernseh-Nachrichten im „Breaking News“-Style. Die zentrale Story ist spannend erzählt, hat aber Schwächen. Da werden Baustellen eröffnet, die dann einfach nicht fertig bearbeitet bzw. so oberflächlich behandelt werden, dass man sie sich auch hätte sparen können. Etwa die Sache mit dem Tod von Talans Vater. Auch über das „Underworld“-mäßige Ende lässt sich streiten. Trotzdem eine klare Anschauempfehlung, spätestens beim nächsten Vollmond!



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Um an der Verlosung teilzunehmen, musst Du nur die folgende Frage korrekt beantworten:

Wer hat keinen Werwolf auf der großen Leinwand zum Besten gegeben?

a) Michael J. Fox

b) Benicio del Toro

c) Nicolas Cage

d) Jack Nicholson

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Wer – Trailer

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