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Bedrohliche Gestalten und geöffnete Körper – einzigartige Horrorgeschichten von Malte S. Sembten

Leipzig, kurz nach dem Mauerbau. Die Grenzen sind dicht. Justus Strohmer hat vor Wochen einen Ausreisantrag gestellt und sitzt nun im Büro der Stasi, die ihm ein seltsames Angebot macht. In einem Mietshaus werden in unregelmäßigen Abständen verkohlte Leichen in ihren Betten gefunden – ohne dass es Anzeichen für ein Feuer gibt. Selbst die Laken und Bettdecken sind unversehrt. Justus Strohmer, der seit seiner Pubertät Anzeichen übersinnlicher Begabung zeigt, soll nun in die Wohnung des letzten Opfers einziehen, um der Sache auf dem Grund zu gehen. Denn paranormale Unregelmäßigkeiten passen nicht in den real existierenden Sozialismus. Wenn ihm das gelingen sollte, darf er ausreisen – das ist der Deal.

Die rote KammerVom Umschiffen der Trash-Klippen

Die Erzählung “Brandopfer“ ist eine von 14 Geschichten von Malte S. Sembten, die in dem Sammelband “Maskenhandlungen“ versammelt sind. Es wurde schon an anderen Stellen, gerade auch zum Erscheinen dieser Zusammenstellung, betont: Malte S. Sembten ist einer der wenigen herausragenden (oder sollte man sagen: lesbaren?) Horrorautoren aus deutschen Landen. Und dem kann man nur zustimmen. Beeindruckend und erfrischend sind vor allem die thematische Vielfalt und die Bandbreite seiner Ideen. Von der klassisch anmutenden Geistergeschichte bis zu Fetisch-Splatter, Folter und Serienkiller-Phantasien mit Science-Fiction Elementen. Gekonnt montiert er in vielen seiner Geschichten Elemente der Zeitgeschichte und Horror, ohne dabei bemüht oder trashig zu wirken. Diese Klippen umschifft er gekonnt und mühelos. Eines der besten Beispiele dafür ist die bereits erwähnte Geschichte “Brandopfer“.

Memory TxBrandopfer

Wer will ein Kind von Jack the Ripper?!

In “Die Krakelkult-Kampagne“ bekommt ein PR-Manager den Auftrag, den Slogan “Cthulhu R’lyeh“ weltweit bekannt zu machen. Wie das ausgesprochen wird oder gar welchens Produkt (?) damit beworben werden soll, weiß niemand. Aber Geld spielt keine Rolle. Zu spät merkt der PR-Mann, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Auch wenn das Ende etwas vorhersehbar wirkt, ist “Die Krakelkult-Kampagne” die mit Abstand beste und unterhaltsamste Cthulhu-Geschichte seit langer Zeit. In “Blind Date” schickt Sembten eine Sexagentin in das London des Jahres 1888, um an den Samen von Jack the Ripper zu gelangen. In der titelgebenden Erzählung “Maskenhandlungen“ verknüpft Sembten Elemente aus Mediensatire, Okkult-Splatter im Clive Barker-Stil und seine Abscheu vor pädophilen Aktivitäten in einer Geschichte. Und zwar in einer lesbaren Geschichte. Das muß man auch erstmal schaffen. Überhaupt scheint der Ausgangspunkt seines Schreibens oft die eigene Beschäftigung mit Themen wie z.B. dem Leben nach dem Tod zu sein. Daraus entwickelt er dann Ideen für seine Geschichten. Das bewahrt sie vor effekthascherischer Oberflächlichkeit und gibt auch noch den sadistischsten Szenen einen Sinn. Und was Sadismus angeht, mutet Sembten dem Leser durchaus einiges zu!

ChtulhuAnthrax

Ein ungelöstes Rätsel

Warum Sembten als Autor bisher nie den großen Durchbruch geschafft hat, ist ein Rätsel, das bis auf weiteres ungelöst bleibt. “Maskenhandlungen“ bietet einen guten Ein- und Überblick in sein Werk, ist doch hier eine Auswahl von 14 seiner besten Horrorgeschichten aus 20 Jahren in chronologischer Reihenfolge versammelt. Jede Geschichte wird mit einer ästhetisch düsteren Illustration von Fabian Fröhlich eingeleitet.

Lediglich das etwas überambitionierte Layout mit Blutflecken an den Seitenzahlen nervt beim Lesen etwas. Ebenso die Bemerkungen des Autors zur Entstehung der Geschichte am jeweiligen Ende. Es ist für die Eitelkeit eines Autoren sicherlich schwer zu verstehen, aber am Ende einer gelungenen Horrorgeschichte will man anschließend nicht unbedingt lesen, dass diese ursprünglich mal für einen Wettbewerb eines Leipziger Regionalblättchens geschrieben wurde, weil man sich davon ein Honorar erhoffte und das dann aber leider nicht geklappt hat. Das zerstört nur die schöne Gesamtatmosphäre.

Das Buch ist verlegt beim Golkonda-Verlag und kostet 16,90 €.
(Alle abgebildeten Illustrationen von Fabian Fröhlich)


Verlosung

Sembten-Maskenhandlungen_408Wir verlosen 3 Exemplare dieses wirklich schönen, gruseligen und sadistischen Buches . Um an der Verlosung teilzunehmen, beantworte einfach folgende Frage:

Welcher bekannte Horror-Autor ist der geistige Vater des Cthulhu-Mythos, den Sembten in seiner Geschichte “Die Krakelkult-Kampagne“ aufgreift?

A.) Edgar Allan Poe

B.) H. P. Lovecraft

C.) Stephen King

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Links

Leseprobe “Maskenhandlungen”

Webseite von Malte S. Sembten

Webseite des Golkonda-Verlages

Webseite des Illustrators Fabian Fröhlich

“Maskenhandlungen” kaufen auf Amazon


 

 

2 Kommentare »

  1. Vielen Dank fürs Lob! :)

    Jedoch:

    “… am Ende einer gelungenen Horrorgeschichte will man anschließend nicht unbedingt lesen, dass diese ursprünglich mal für einen Wettbewerb eines Leipziger Regionalblättchens geschrieben wurde, weil man sich davon ein Honorar erhoffte und das dann aber leider nicht geklappt hat.”

    Das bezieht sich gewiss auf die Story “Das Brandopfer”. Und hier liegt ein Missverständnis vor. Diese Geschichte wurde für die Anthologie eines bekannten deutschen Horror-Verlags mit dem Arbeitstitel “Unheimliches Leipzig” verfasst und auch angenommen. Aber weil am Ende zu wenig verwertbare Beiträge vorlagen, hat der Verlag die Anthologie nicht verwirklicht.

    “Warum Sembten als Autor bisher nie den großen Durchbruch geschafft hat, ist ein Rätsel, das bis auf weiteres ungelöst bleibt.”

    Für den “Durchbruch” muss man Romane schreiben. Kurzgeschichten sind kommerziell uninteressant.

    Comment von Malte S. Sembten — 21. Februar 2014 @ 19:00

  2. Oh, der Meister persönlich. Welche Ehre. Vielen Dank und Herzlich willkommen. Bei dem Kommentar handelt es sich unfairerweise um eine zugespitze Verallgemeinerung. Und ein ein Rätsel bleibt ein Rätsel, denn 1. Hat Clive Barker nicht mit den Büchern des Blutes seinen Durchbruch geschafft? 2. Warum eigentlich? Verdammt nochmal?! Vielen Dank für die Geschichten, sagt und dankt: Der Kürbiskönig

    Comment von Der Kürbiskönig — 24. Februar 2014 @ 15:44

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