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Berlin Horror Action Pulp: Berlin Werwolf

Verdammte Scheiße, diese Stadt ist ein Dschungel. Hier überleben nur die Härtesten. Zumindest dort, wo Gerorolf unterwegs ist. In den dreckigen Straßenschluchten von Berlin Kreuzberg. Wer hier beim “Curry 36″ Imbiss nicht schnell genug seine Bestellung aufgibt, geht unter den Kommentaren der gnadenlos schlagfertigen Wurstfee unter, wie eine bleierne Ente beim Donald Duck-Gedächtnisschwimmen im Strandbad Plötzensee. Klar gibt es in Berlin auch weniger harte Orte, z.B. bei den Latte Macchiatto trinkenden Schlaffis mit Jutebeutel-Ummantelung im Prenzlauer Berg. Gero von Sarnau ist kein Schlaffi. Er ist ein ganzer Kerl der alten Schule: Rauchen, Saufen, Vögeln und kein Geld haben. Mit Haaren auf der Brust und Belag auf den Zähnen. Manchmal muss er sich morgens aus diesen Zähnen sogar Brocken rohen Fleisches puhlen. Menschenfleisch, wohlgemerkt.

Denn Gero von Sarnau ist ein Werwolf. Alle paar Wochen oder wenn er in Rage gerät, platzt seine Körper-Physiognomie aus allen Nähten und er verwandelt sich in ein wolfähnliches Wesen, welches fast nur noch vom Instinkt gesteuert wird. Und nach dem wilden Verlangen nach Blut. So kann es dem einen oder anderen Nachtschwärmer passieren, dass er in den frühen Morgenstunden in der U8 neben einem blutverschmierten nackten Mann sitzt, der sich nur notdürftig mit einer Mülltüte bekleidet und mit leicht angenervtem Gesichtsausdruck auf dem Weg nach Hause befindet. Eigentlich ein Wunder, dass ihn in diesem Aufzug noch kein freundlicher Streifenpolizist eingesackt hat.

Aber diesbezüglich hat er sowieso Glück… denn, vorsichtig ausgedrückt, lebt Gero auch außerhalb seiner Werwolf-Existenz mitunter am Rande der Legalität. Ob es eine gute Idee ist, mit 3 Freunden das Wettbüro des Paten von Kreuzberg zu überfallen? Vor allem, wenn man mit dessen Tochter noch eine heimliche Liebesaffäre hat? Nein, ist es nicht. Es ist sogar eine ziemlich beschissene Idee. Und die Lage wird nicht einfacher, als die Berliner Polizei, aufgrund der zahlreichen ungeklärten nächtlichen Morde (besonders in Vollmondnächten), einen Experte des Übersinnlichen zur Hilfe ruft. Der gnadenlose Hercule de Fortesquieue, ein Ex-Bulle, der nun im Auftrag des Vatikans auf alles Seltsame Jagd macht. Seltsames, wie zum Beispiel Werwölfe. Dazu hat er jedoch auch allen Grund. Töteten doch einige aus Gerolfs Sippe (oder sagt man Rudel?) Fortesquieues’ Frau bei einem Camping-Urlaub und bissen ihm Arm und Bein ab. Nach seiner Gesundung wurde er zu dem gnadenlosen Jäger, der er heute ist. Ein Jahr später spürte er einen irischen Familienzweig der Sarnaus auf und eliminierte ihn. Zahn um Zahn! Und der ist jetzt in Berlin. Und er scheint Gero riechen zu können. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Schwierigkeiten häufen sich. Und am Ende muss ein Grab ausgehoben werden.

Berlin Horror Gangster Action Pulp

Wie man bereits bei dem unglaublich bescheuerten Namen des Hauptdarstellers ahnt, ist “Berlin Werwolf“ jetzt keine große Literatur. Das will es aber auch gar nicht sein. “Berlin Werwolf“ ist unterhaltsamer Berlin Horror Gangster Action Pulp und feiert unbeschwert fröhlich alle gängigen Klischees ab. Hauptsache, es passiert etwas und es passiert in doll. Und jemand hat eine Fluppe im Maul. Die ständigen Authentizitäts-behauptenden Berlin-Bezüge nerven zwar auf Dauer etwas, lesen sich aber letztendlich genauso flüssig weg, wie der Rest des Buches.

Der zweite Band “Rache“ legt so gar noch eine Schippe an Kurzweiligkeit drauf. Hier begibt sich Gero auf die Suche nach der verschwundenen Schwester eines asiatischen schwulen Handtaschenverkäufers und gerät dabei in Konflikt mit der Rockerbande Mad-Dogs, welche das lokale Rotlichtmilieu kontrolliert. Wobei das Wort Konflikt natürlich eine Untertreibung ist. Zu allem Überfluss hat Gero zudem gerade eine ausgerissene Teenager-Dame an der Backe, die sich in der Großstadt mal so richtig austoben will.


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1 Kommentar »

  1. […] heiße Frauen, coole Drinks und das schnelle Geld – in seinem neuesten Abenteuer ist der Berlin Werwolf Gero von Sarnau mal wieder ganz in seinem Element. Und als hätte der tierisch toughe Kiez-Cowboy nicht schon genug […]

    Pingback von Blutige Jagd im Großstadtdschungel – der neue Roman der Berlin Werwolf Reihe – Halloween.de – Das Halloween & Horror Magazin – Halloween.de — 8. April 2014 @ 17:08

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