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Fragen Sie Dr. Kürbis! – Teil 7: Brauchen Zombies überhaupt Nahrung?


Die Frage:

Lieber Dr. Kürbis!

Was passiert mit Zombies, wenn sie nichts zu essen bekommen? Verhungern sie dann oder benötigen sie das Menschenhirn gar nicht zur Energieaufnahme?

Gruß,
Nico


Die Antwort:

 

Dr.KuerbisLieber Nico,

Auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben. Mit äußerst hoher Wahrscheinlichkeit benötigen sie keine Nahrung. Auch wenn uns als Menschheit (bisher) eine Zombie-Epidemie globalen Ausmaßes erspart geblieben ist, so lässt sich diese Aussage trotz allem anhand einiger Beobachtungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse stützen.

Zombie vs. Biologische Naturgesetze

Ein Zombie kann auch mit einem riesigen Loch im Bauch weiter existieren. Das heißt ohne Magen und das wiederum heißt ohne Verdauung. Daraus folgt, dass er zwar nach Nahrung giert, diese aber nicht benötigt. Davon abgesehen, dass das kleine Häufchen Überlebender schon rein statistisch nicht ausreichen würde, um den Energiebedarf der Zombiemassen zu decken. Wären Zombies also auf die Nahrungsaufnahme angewiesen, würde innerhalb kürzester Zeit nur einige wenige Zombies überleben. Von Zombies die zu oder abnehmen, hat man noch nicht gehört. Und auf Toilette sitzen sah man auch noch keinen (Was jedoch nichts aussagt, denn Winnetou hat man auch noch nie pinkelnd gezeigt).

In Wahrheit ist es so, dass Zombies fast auf alle ihre Körperorgane, selbst jene, welche für einen normalen Menschen lebensnotwendig wären, verzichten können. Denn ein Zombie lebt nicht. ER ist untot. Die meisten der biologischen Naturgesetze scheinen für ihn nicht zu gelten. Wichtig allein für seine Existenz scheint der Kopf zu sein, so dass zu vermuten ist, dass sich dort der Auslöser finden lässt für das was den Zombie zum Zombie macht. Vermutlich wird aus der Kleinhirn-Region eine Art verbleibender animalischer Urinstinkt ausgesendet, der das unstillbare Bedürfnis nach Fleisch suggeriert. Eine Art inneres Echo auf ein vergangenes Dasein und vergangene Bedürfnisse. Würde dieses Bedürfnis der Nahrungsaufnahme und Energiegewinnung dienen, wäre ein Zombie auch irgendwann satt. Sein Hunger wäre für eine Weile gestillt. Aber wer hätte je davon gehört? Wäre er auf Nahrung angewiesen, würde der hungrige Zombie in Notzeiten, sich an Aas und in extremen Fällen an den Artgenossen gütlich halten.

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Gehiiiirrrn!!!!

Aber oft scheinen sie sich „nur“ auf das Gehirn des lebenden Menschen zu beschränken. Experten sind sich nicht ganz einig, ob Zombies dabei wirklich nur auf Menschenhirn zurückgreifen. Schließlich wird in vielen Filmen und Erzählungen geschildert, wie Untote auch andere Teile ihrer Opfer verzehren oder zumindest anknabbern (nur eben nicht alles, denn schließlich sollen aus den Opfern später noch halbwegs funktionierende Zombies werden). Das menschliche Hirn besteht in seiner Substanz fast vollständig aus Fett und Proteinen. Während sich die weiße Hirnsubstanz aus ca. 55% Fett und 40% Proteinen zusammensetzt, sind es bei der grauen Gehirnsubstanz ca. 55% Proteine und immer noch 33% Fett. Den Rest bilden Kohlenhydrate, Mineralstoffe und andere, organische Substanzen. Damit unterscheidet sich das Gehirn gar nicht einmal so sehr vom Rest des Körpers, die Zusammensetzung der Zellen im Hirn hat jedoch einen deutlich höheren Fettgehalt, wohingegen sonst der Anteil an Proteinen signifikant höher ist. Würde es ihnen als um Energiegewinnung durch Nahrungsaufnahme gehen, könnten die Untoten also auch beim örtlichen Fastfood-Schuppen ihren Appetit stillen.

Verwesen statt Verhungern

Unabhängig von “Hirn oder nicht” gestaltet sich das Überleben der Zombies ferner deshalb so schwierig, weil der Verwesungsprozess bereits in vollem Gange ist und sich für gewöhnlich auch nicht mehr stoppen lässt. Selbst, wenn sich Zombies über längere Zeit mit frischem Hirn (oder ähnlichem) versorgen könnten – was ein durchaus logistisches Problem darstellt – so werden sie früher oder später einen derart hohen Grad an Verwesung aufweisen, dass ein Fortbestand der Art praktisch überhaupt nicht möglich ist. Man kann also davon ausgehen, dass Zombies über kurz oder lang ganz einfach verwesen werden. Wenn Du es also schaffst, Dich bei einer Zombie-Epidemie lange genug zu isolieren, dann besteht die Chance, dass Du nach einiger Zeit ziemlich alleine in Deiner Gegend lebst.


 Fazit:

Der Fresstrieb von Zombies dient nicht zur Energiegewinnung. Zwar ähnelt er in rudimentären Abläufen der Nahrungsaufnahme, ist aber eher als archaisches Echo auf frühere biologische Notwendigkeiten zu betrachten. Warum ausgerechnet dieser Trieb in seiner grotesken Verstümmelung noch vorhanden ist (und z.B. nicht der Sexualtrieb) ist bislang unklar.

Dein Dr. Kürbis


Du hast auch eine Frage an Dr. Kürbis? Dann schreibe eine Mail an: frage@halloween.de


5 Kommentare »

  1. Schoener Blog, ich komme ab jetzt regelmaessig

    Comment von Robin — 12. April 2011 @ 23:39

  2. OHA!!!OHA!!!!

    Comment von Lili — 11. November 2011 @ 19:44

  3. Bei Skulduggery Pleasant verrottet Vaurien Scapegrace so sehr, dass am Ende andauernd Stücken von ihm abfallen, die er später verzweifelt wieder anzubringen versucht (z.B. mit Kleber oder Heftklammern).

    Comment von Das Mädel im Sarg — 13. Juli 2013 @ 16:52

  4. [...] Mit Zombies kann man keine Geschichten erzählen: Sie reden nicht, sie haben keine Charaktereigenschaften, sind weitestgehend emotionslos, und ihre Mimik ist verhältnismäßig eingeschränkt. Ihr ganzes Wesen ist ausgerichtet auf eine ungerichtete, sinnlose Fortbewegung und eine rein symbolische Form der Nahrungsaufnahme (siehe: Fragen Sie Dr. Kürbis 7 – Brauchen Zombies eigentlich Nahrung). [...]

    Pingback von Key of Z – Der Zombiefänger von New York – Halloween.de — 3. September 2013 @ 15:20

  5. Hilfe,

    ich grunze super laut rieche ab und zu etwas streng. Könnte ich ein Zombiehund sein?

    Gehiiiiiiirneeee!

    Comment von Tequila — 22. Oktober 2014 @ 1:32

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