Key of Z – Der Zombiefänger von New York

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Mit Zombies kann man keine Geschichten erzählen: Sie reden nicht, sie haben keine Charaktereigenschaften, sind weitestgehend emotionslos, und ihre Mimik ist verhältnismäßig eingeschränkt. Ihr ganzes Wesen ist ausgerichtet auf eine ungerichtete, sinnlose Fortbewegung und eine rein symbolische Form der Nahrungsaufnahme (siehe: Fragen Sie Dr. Kürbis 7 – Brauchen Zombies eigentlich Nahrung).

Vampire, Werwölfe oder Aliens können reden, Pläne entwickeln, eine Geschichte voran treiben. Selbst tumbe Monster wie der Schrecken vom Amazonas, King Kong oder Frankensteins Monster werden immerhin von der menschlich zutiefst nachvollziehbaren Sehnsucht nach Liebe und Zuneigung getrieben. Zombies sind dagegen eigentlich so unterhaltsam wie Meerschweinchen. Wenn auch nicht so niedlich. (Und das Zombie-Problem löst sich auch nicht dadurch, dass die Untoten eines Morgens auf einmal tot neben der Mohrrübe liegen.)

Aus diesem Grund handeln Zombiegeschichten fast nie von Zombies. Sie bilden nur den Rahmen. Die apokalyptische Umfassung mit Splatter–Deko, in welcher sich die überlebenden Menschen behaupten müssen. Zombie-Geschichten handeln vom Wesen des Menschen. Sie stellen die Frage, was den Menschen ausmach, wenn er in einer plötzlich lebensfeindlichen Umwelt um das nackte Überleben kämpft. Was gelten die Regeln der zivilisierten Gemeinschaft in solch einer Welt noch? Moral? Kultur? Umgangsformen? Regeln des Zusammenlebens? Seit der Entstehung des modernen Zombies in George Romeros “Nacht der lebenden Toten“ wird in Zombie-Geschichten die Frage der Moral verhandelt. Was unterscheidet den Menschen vom Zombie, vom Tier? Ein Tier oder ein Zombie töten wenigstens aus Instinkt. Nahezu alle möglichen Varianten dieser Frage dekliniert ja gerade Robert Kirkman erfolgreich in seiner Endlos-Comicserie “The Walking Dead“ durch. Mit allen Stärken und Schwächen.

Spiel mir das Lied vom Zombie

Und vom diesem Grundkonzept weicht auch die Zombie-Comic-Serie “Key of Z“ von Coheed and Cambria-Sänger Claudio Sanchez nicht ab. Die Geschichte entwickelte er zusammen mit seiner Frau Chondra Echert. Schon als Texter seiner Band mag Sanchez es etwas epischer. Alle Alben von Coheed and Cambria sind inhaltlich miteinander verwoben und erzählen eine opulente Science-Fiction-Familiensaga. Und so handelt auch “Key of Z“ quasi von drei Königshäusern, die inmitten der New Yorker Zombie-Katastrophe um die Vorherrschaft kämpfen. Ihre kleinen Königreiche haben die Gangs in den Baseball-Stadien von Manhattan, Queens und der Bronx errichtet, von wo aus sie operieren. Ähnliches kennt man bereits aus “The Walking Dead“, wo der sadistische Gouverneur Philip Blake im befestigten Woodbury seine Schreckensherrschaft ausübt.

Nachdem sein Herrscherhaus in einem Hinterhalt vernichtet wurde, vagabundiert der ehemalige Bodyguard Edwing als Einzelkämpfer durch die New Yorker Straßen. Als Erinnerung an seinen toten Sohn trägt er eine Mundharmonika mit sich, mit der er die Zombies wie der Rattenfänger von Hameln beeinflussen kann. Natürlich sinnt er auf Rache für den Untergang seines Hauses und beginnt, die beiden verbliebenen Gangs, ganz im Stil von “Für eine handvoll Dollar“, gegeneinander auszuspielen.

Natürlich erfindet auch “Key of Z“ die Zombie-Geschichte nicht neu. Alles bleibt im üblichen erzählerischen Korsett. Aber wie Sanchez mit verschiedenen populären erzählerischen Versatzstücken jongliert – hier etwas Mafia-Epos, dort etwas Mad Max und eine Prise Italo Western – ist im Rahmen der Möglichkeiten nicht unoriginell, und dazu ist es auch noch spannend und unterhaltsam erzählt! Für einen neuen Zombie-Klassiker reicht das zwar noch nicht. Aber dafür stapeln sich nun über die Jahre auch schon zu viele Zombie-Epen. Dafür bräuchte es mal wieder jemand, der das erzählerische Zombie-Korsett sprengt. Wir sind gespannt, wer das macht.


Verlosung

Der Kürbiskönig verlost, mit freundlicher Unterstützung des Cross Cult Verlages, unter allen Zombiefreunden 3 Exemplare von “Key of Z“. Um an der Verlosung teilzunehmen, beantworte einfach folgende Frage:

Wen entführte der Rattenfänger, als die braven Bürger der Stadt Hameln ihm die Bezahlung verweigerten? Und welches Instrument benutzte er dafür?

 

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