Katakomben – Achterbahnfahrt unter Tage

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Kein Scheiß: Unter der Metropole Paris liegen die Gebeine von ca. 6 Millionen Menschen in unzähligen Stollen, die sich unterirdisch über mehrere Hundert Kilometer erstrecken. Zugegeben, eine ziemlich gruselige Geschichte und ein dankbares Szenario für einen zünftigen Horrorfilm. Wie gruselig der Film „Katakomben“, der hierzulande am 11. September in den Kinos angelaufen ist und Dich in den unheimlichen Untergrund mitnimmt, wirklich ist, das verrät Dir der Kürbiskönig. Und obendrein verlost seine Hohlheit auch noch ein paar Goodies zum Film!

Mit den wahren Begebenheiten ist das ja insbesondere bei Horrorfilmen so eine Sache: Liest man zu Beginn eines Films einen einleitenden Text, der einen glauben machen will, die gezeigten Ereignisse entsprächen der Wahrheit oder beruhten auf einer wahren Begebenheit, dann schießt einem schnell der Gedanke „Bullshit“ ins Hirn. So gesehen stellt „Katakomben“ eine angenehme Abwechslung dar: Auch wenn die Dramaturgie der Geschehnisse in den titelgebenden Katakomben stellenweise doch sehr realitätsfern ist, so sorgt das authentische Setting bisweilen dennoch für ein durchaus beunruhigendes Ambiente!

Katakomben-4So schick sieht es in den Katakomben aus | © Legendary Pictures / Universal PicturesFranzosen sind die geborenen Künstler, keine Frage! | © Legendary Pictures / Universal Pictures

Wegen Überfüllung geschlossen

Weil gegen Ende des 18. Jahrhunderts aufgrund von wachsender Bevölkerung, Seuchen und Hungersnöten der Platz auf den Pariser Friedhöfen ausging, wurden zu dieser Zeit mitunter halb verweste Leichen exhumiert. So sollen 1779 mehrere Bewohner der Rue de la Lingerie erstickt sein, weil der Verwesungsgeruch vom benachbarten Cimetière des Innocents herüber wehte. Sagt Wikipedia. Aber selbst der Kürbiskönig, dessen Fantasie kaum Grenzen kennt, kann sich das nur schwer vorstellen.

Na jedenfalls mussten die Leichen irgendwo hin. Und da kam man auf die glorreiche Idee, die Toten einfach in die Schächte der unterirdischen Steinbrüche zu werfen, die über eine Zeitspanne von fast 2000 Jahren für den Abbau von Stein, Gips und Ton angelegt wurden! Ach ja: Die Franzosen mit ihrem Sinn für Kunst und Schönheit wären keine Franzosen, wenn sie die Gebeine dann nicht auch dekorativ angeordnet hätten. Ein echtes Highlight! Heute sind die meisten Eingänge zu den Katakomben zwar gesperrt, aber der für Besichtigungen geöffnete, öffentliche Zugang zu den Katakomben hört immerhin auf den vielversprechenden Namen „Barrière d’enfer“, zu deutsch: Schranke der Hölle!

Katakomben-6

 

Wunderkind will’s wissen!

In der Gegenwart ist es die junge Archäologin Scarlett Marlowe (Perdita Weeks), die unbedingt in die Katakomben will. Sie ist auf der Suche nach dem legendären Stein der Weisen, jenem Wunderding, das den Legenden nach unedle Metalle in Gold verwandeln und noch dazu Krankheiten heilen bzw. sogar ewiges Leben bescheren kann. Scarlett ist in etwa Anfang 20, hat mindestens genauso viele Doktortitel, spricht gefühlt ein Dutzend (lebendige und tote) Sprachen und ist außerdem Meisterin in der Kampfkunst Krav Maga. Aber ja doch.

Verwundert und verängstigt: Scarlett und George. | © Legendary Pictures / Universal Pictures

Zusammen mit ihrem kongenialen Ex-Beinahe-Freund George, der (in seiner Freizeit?) gerne unbefugt alte Uhren in stillgelegten Kirchtürmen repariert und Aramäisch sowohl perfekt versteht, als auch fließend spricht, biegt sie auf die Schatzsucher-Zielgrade ein: Die Früchte der Arbeit ihres Vaters, ihre eigenen Forschungsergebnisse und die Sprachkenntnisse von George weisen den Weg in den Untergrund. Zumindest fast, denn um Zugang zu den Katakomben zu erhalten, sucht sie sich Unterstützung in der Pariser Szene der Cataphiles (Katakombenliebhaber). Gegen das Versprechen, an einem Schatz beteiligt zu werden, der unter der Stadt liegt, sind dann auch gleich drei Cataphiles mit dabei.

Widersprüchlich oder wichtig?

Obwohl die megaschlaue, übertoughe Scarlett wahrscheinlich problemlos alleine die Katakomben erforschen könnte und dabei alles Bedrohliche wegfausten würde, was ihr in den Weg kommt, holt sie sich also ein paar vermeintlich dringend benötigte Begleiter heran. Der Film will uns glauben machen, dass sie jemanden braucht, der ihr den Weg in die Katakomben zeigt und sie durch selbige führt. Doch das scheint wie der blanke Hohn angesichts von zig Doktortiteln, eines Stadtplans, einer Karte des Untergrunds und ihrer ansonsten frappierenden Fähigkeit, jahrhundertealte Rätsel der Menschheitsgeschichte und Probleme aller Art schneller als Wickie (und das ohne Nasereiben!) zu lösen…

Welche Geheimnisse bergen die Katakomben unter Paris? | © Legendary Pictures / Universal PicturesEs klingt schon etwas verwunderlich, dass ausgerechnet Miss Indiana Roberta Langdon Jones bei so einer banalen Angelegenheit wie dem Erkunden der Katakomben auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sein soll. Mag ja sein, dass sich die Cataphiles gut auskennen, aber Scarlett will ja einen noch unbekannten Gang erforschen. Ob die Aramäisch-Kenntnisse von George helfen, auch wenn die Katakomben in Paris und nicht im Iran liegen? Kann sein! Nur will ausgerechnet der überhaupt nicht mit in die Höhle. Das betont er im Vorfeld ungefähr sechsmal, nur um am Ende doch in der Höhle zu landen. Und der Kameramann Benji ist auch nur deshalb dabei, um zu Beginn der Schatzsuche Kopfkameras an das insgesamt sechsköpfige Team zu verteilen und bei der ersten Gelegenheit irgendwo steckenzubleiben. Immerhin: Sollten sich tatsächlich Klaustrophobiker in den Kinosaal verirrt haben, dann würden sie selbigen an der Stelle sicherlich verlassen!

Ganz unten angekommen

Mit Kopfkameras ausgestattet steigt die Gruppe Mittzwanziger also durch ein total geheimes Mini-Loch hinab in die Katakomben von Paris. Und hier beginnt eine wahre Achterbahnfahrt unter Tage: eine phasenweise beeindruckend beklemmende Atmosphäre und ein paar ziemlich gelungene Schock-Momente lassen den eigenen Adrenalinpegel durchaus steigen, wohingegen so mancher Dialog mitleidige Lacher beim Publikum provozierte. Wenn aus der Gruppe heraus allen Ernstes gefragt wird, ob ein beinahe mumifizierter, regungslos darniederliegender Kreuzritter (erinnerte stark an eine Szene aus Indiana Jones) tot ist, kann man einfach nicht anders als laut zu lachen. Auch der inflationäre Gebrauch von Sätzen wie „Es tut mir SO leid!“ oder „Wir müssen weitergehen!“ sorgte zunehmend für Belustigung. Man könnte fast von Running-Gags sprechen, wobei sich diese ja üblicherweise bereitwillig als solche zu erkennen geben.Scarlett und George bei dem was sie am liebsten tun: Rätsel lösen! | © Legendary Pictures / Universal PicturesWundervolle Aussichten in den Pariser Katakomben! | © Legendary Pictures / Universal Pictures

Der Horror, der sich unter den Straßen von Paris abspielt, ist durchaus abwechslungsreich, um nicht zu sagen, vielschichtig: Surreale Momente, als z.B. ein altes, in den Katakomben stehendes Telefon klingelt, ein verstaubtes Klavier bespielt werden möchte oder plötzlich ein brennender Golf II herumsteht, wechseln sich mit klassischen Gruseleien wie z.B. unheimlichen Gestalten ab, die irgendwo vorbeihuschen. Eigentlich alles ganz unterhaltsam, aber es fehlt so ein kleines bisschen der Funke, der die Flamme der Begeisterung vollends überspringen lässt. Und das Ende, das hier nicht verraten werden soll, spaltet sicherlich auch die Meinungen. Der Kürbiskönig hätte sich jedenfalls ein anderes Ende gewünscht!

Fazit: Nicht grottig!

„Katakomben“ ist zeitweise richtig schön atmosphärisch-gruselig. Seine kleinen Fehler und Unzulänglichkeiten machen den Film sogar irgendwie sympathisch. Wer mit Wackelkameras ein Problem hat, wird’s nicht so geil finden, wer’s mag, wird frohlocken. Was bleibt ist ein Film, der zwar nicht komplett überzeugen kann,  weil man mit etwas mehr Hingabe sicherlich mehr aus dem spannenden Setting hätte rausholen können, der aber dennoch durchaus unterhaltsam und keinesfalls so „grottig“ ist, wie man es bei dem Titel vielleicht befürchten könnte.

Die offizielle „Katakomben“-Webseite

Trailer


Katakomben-Poster

Katakomben – Verlosung

Anstatt die Poster, Aufkleber und Türschilder zum Film in seinen privaten Katakomben verschwinden zu lassen, zeigt der Kürbiskönig einmal mehr seine spendable Seite und verlost all diese Goodies an seine Adepten. Also an Dich!

Um an der Verlosung teilzunehmen, musst Du „nur“ die folgende Frage korrekt beantworten:

Was sucht die Archäologin Scarlett in den Katakomben von Paris?

a) Die große Liebe

b) Das goldene Vlies

c) Den Stein der Weisen

d) Die Schranke zur Hölle

e) Den heiligen Gral

Deine Antwort schickst Du uns bitte bis zum 28. September 2014 als Kommentar, indem Du sie unten in das Textfeld schreibst! Schreibe unbedingt Deine E-Mail-Adresse, Deine Anschrift und Deinen vollständigen Namen mit dazu! Natürlich werden Deine persönlichen Daten nicht im Kommentarfeld veröffentlicht! Je nach Browser kann es aber sein, dass Du Deinen eigenen Kommentar auf der Seite sehen kannst – doch keine Sorge, niemand sonst bekommt Deine persönlichen Daten zu Gesicht!

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