Vollständige Mond-Finsternis: „Moon“ startet in den deutschen Kinos

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Ein Science-Fiction-Film für nur 5 Millionen Dollar? Ein Regiedebüt? Ein Regiedebüt von David Bowies Sohn? Kann das gutgehen? Es kann! „Moon“ ist preigekrönt und hochspannend.


Moonposter

Sam Ball hat einen ziemlich miesen Job: Er ist der einzige Erntehelfer auf dem Mond. Der Energiebedarf der Erde wird inzwischen von einem Stoff namens Helium 3 gedeckt, der auf dem Erdtrabanten abgebaut wird. Weil die Arbeit nahezu vollautomatisch abläuft, ist Sam ganz allein dort oben und hat nur einen sprechenden Roboter namens GERTY an seiner Seite. Nach drei Jahren Einsamkeit dreht der Mondmann allerdings langsam durch, und so kommt es zu einem Unfall. Als er wieder erwacht, bekommt er mit, dass GERTY hinter seinem Rücken mit der Firmenleitung kommuniziert. Außerdem ist plötzlich ein Reparaturteam auf dem Weg zu ihm, obwohl dafür gar kein Bedarf besteht. Bei seinen Nachforschungen macht Sam schließlich eine ziemlich schockierende Entdeckung.

Nichtsnutziges Hüpfgemüse

Menschen, die an der Isolation im Weltraum verzweifeln, sind schon lange ein starkes Filmthema im Sci-Fi-Genre. Bereits 1971 drehte der amerikanische Effektspezialist Douglas Trumbull den Film „Lautlos im Weltraum“, ebenfalls als Regiedebüt. Darin kümmert sich ein Astronaut um die letzten Pflanzen der Erde, die man in eine Glaskuppel gepackt und ins All geschossen hat. Das Projekt wächst ihm so ans Herz, dass er später einen Kollegen tötet, der angewiesen wurde, die Naturkuppel abzusprengen und zur Erde zurückzukehren. Fortan treibt er lautlos im Weltraum (daher der Name, Freunde) nur begleitet von zwei sprechenden Robotern. Eine sehr sarkastische Version des Themas drehte auch Horrorikone John Carpenter („Halloween“, „The Thing“) mit dem 1974 erschienenen „Dark Star“. Überflüssig zu erwähnen, dass es sich dabei um sein Regiedebüt handelt. Darin fliegt eine runtergekommene Raumschiffbesatzung schon seit 20 Jahren durchs All und kommt überhaupt nicht mehr klar. Der Film beinhaltet zudem eine sprechende Bombe und das wohl bescheuertste Alien der Filmgeschichte: eine schimmelige Tomate mit Füßen.

Duncan Jones‘ „Moon“ steht ganz in der Tradition dieser 70er-Jahre-Filme und bietet, wie seine Vorgänger auch, eine unterschwellige Botschaft über die Menschheit an sich. Er sieht trotz Minibudget einfach fantastisch aus, hat eine bedrückende Atmosphäre und ist mit Sam Rockwell hervorragend besetzt. In der englischen Version wird GERTY übrigens von Kevin Spacey gesprochen, vielleicht mal wieder ein Grund, das kleine Programmkino mit den Originalversionen aufzusuchen. Der Film gewann zwei Preise bei den British Independent Film Awards 2009 und bekam den Kritikerpreis bei den Fantastic’Arts 2010.

Deutscher Trailer

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