Die Addams Family

0
1991| 99min | FSK 12 In Anlehnung an die erfolgreiche gleichnamige US-TV-Serie der 60er Jahre kommt 1991 der Film “Die Addams Family“ in die Kinos. adams-familyFamilie Addams lebt wie eine ganz normale amerikanische Familie – zumindest hätten es die Eltern Gomez und Morticia Addams (Anjelica Houston, bekannt aus “Hexen hexen) gerne so. Deshalb gehen die Kinder, Wednesday und Puxley, auch in eine normale Schule und darum halten sich die Addams sogar ein verschmustes und anhängliches Haustier – nämlich das eiskalte Händchen. Warum eiskalt? Vermutlich aufgrund des fehlenden wärmenden Blutflusses. Es handelt sich nämlich, wie sollte es bei den Addams auch anders sein, um ein abgehacktes kaltes Händchen!! In der Schule eckt die kleine Wednesday mit ihrer morbiden, sarkastischen Art und den schwarzen Klamotten regelmäßig bei den Mitschülerinnen des Typs Cheerleader an, weshalb sie stets gemobbt wird.

Super-Sippe

Zur Sippschaft gehört auch Onkel Fester (Christopher Lloyd, bekannt aus “Zurück in die Zukunft“). Der trottelige Glatzkopf mit dem blassen Teint einer gefrorenen, hellhäutigen Leiche ist jedoch seit gut einem Vierteljahrhundert verschollen – im Bermuda-Dreieck. Als der freakige Fester plötzlich wieder vor der Tür steht, freut sich der Anhang zunächst. Komisch nur, dass Onkel Fester wie ausgewechselt ist. Ob das an seiner neuen Flamme liegt? Und welche Rolle spielt dabei der Familienschatz im Keller? Nachtigall, ick hör dir trapsen … Regisseur Barry Sonnenfeld hat mit der Grusel-Komödie (die Betonung liegt auf Komödie)  ausreichend Erfolg, um zwei Jahre später noch eine Fortsetzung zu drehen. “Die Addams Family in verrückter Tradition“ ist teilweise noch witziger und nimmt sich selbst noch weniger ernst, als der erste Teil. Sofern das überhaupt möglich ist. 1998 erscheint der dritte Teil “Die Addams Family und die lieben Verwandten“, jedoch in komplett anderer Besetzung und längst nicht so gut wie sein Vorgänger. “Die Addams Family“ ist definitiv kindgerecht gemacht. Selbst die abgeschlagene Hand dürfte keine traumatischen Erinnerungen zur Folge haben. Insgesamt besticht der Film durch Witz und Charme der Addams, sowie die hübsche Gestaltung und Detailverliebtheit des Sets. Text: Sascha Adermann, 2008

Scream – Schrei

5

1996 | 107min | FSK Keine Jugendfreigabe

Mitte der Neunziger Jahre liegt das Horror-Genre am Boden. Durch völlige Ideenlosigkeit hat es sich selbst zu Tode recycelt. Titel wie “Freitag der 13.“ Teil 10 und “Nightmare on Elm Street“ Teil 7 sprechen Bände. Der Horrorfilm führt ein Schattendasein, die großen Studios haben nicht das geringste Interesse an solchen Streifen. Dann tut sich im Jahr 1996 ein junger Autor namens Kevin Williamson mit dem berühmten Horror-Regisseur Wes Craven zusammen und alles wird anders.  Der Film “Scream“ entsteht. Und der Horrorfilm ist wieder schwer angesagt.

Die Rückkehr der Spannung

Im Grunde genommen erfindet “Scream“ den Horrorfilm nicht neu. Schließlich gibt es auch hier nur einen maskierten Killer, der in der Kleinstadt Woodsboro Teenager tötet. Doch dieser Film bringt endlich den lang vermissten frischen Wind in das angestaubte Genre. So ist der Mörder beispielsweise keine untote Killermaschine, sondern ein „normaler“ Mensch.
Das Rätsel, wer von den Darstellern nun der Mörder war, nimmt fast die Züge eines Agatha Christie-Krimis an. Falsche Fährten und Verdachtsmomente steigern die Spannung, heben das Niveau des Films, fesseln den Zuschauer und regen zum Mitgrübeln an.

Drogen und Sex führen in den Tod

Die zweite Neuerung ist die Tatsache, dass die Charaktere weniger dumme Abziehbilder sind, als sonst innerhalb des Genres üblich. Die Sexbombe, die im Bikini blindlings in den dunklen Geräteschuppen stakst, sucht man vergebens. Viel mehr noch, die Protagonisten reflektieren das Geschehen und wissen aus Horrorfilmen, dass man sich nicht trennen sollte, dass Drogen und Sex immer in den Tod führen und so weiter. Das bringt einen realistischen Touch mit sich, der fast schon intelligent unterhält. Außerdem nimmt sich der Film auch nicht allzu ernst. So sieht der Hausmeister der Schule wie Freddy Krueger (Stichwort: rot-grün gestreifter Pullover) aus und wird auch noch vom Regisseur selbst gespielt.

Eigentlich sollte „Scream“ ursprünglich „Scary Movie“ (Gruselfilm) heißen. Nachdem aber der Filmausstatter eine Maske in einem Souvenirshop ersteht, die dem Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch nachempfunden ist, entscheidet man sich für den jetzigen Titel „Scream“. „Scary Movie“ wird später als Titel für die Parodie auf “Scream“ genutzt.

“Scream“ bringt neben zwei Fortsetzungen auch noch eine wahre Flut an Nachahmungen hervor, wie etwa “Düstere Legenden“, “Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, “Flashback“ (aus Deutschland!), “Schrei, wenn du kannst“, “Sex oder stirb“ und und und. Wirklich zu empfehlen ist dabei nur die “Scream“ – Reihe, die bis zum dritten Teil einigermaßen niveauvoll bleibt.

Text: Sebastian Werner

Trailer:

A Nightmare On Elm Street

1984 | 86min | FSK Keine Jugendfreigabe Als Regisseur und Autor Wes Craven eines Tages einen Artikel über einen Teenager liest, der ohne ersichtlichen Grund im Schlaf stirbt, ist das für ihn die Initialzündung. Die Initialzündung zur Erfindung einer der zweifellos originellsten Figuren des Horror-Genres: Freddy Krueger, der ehemalige Hausmeister und verbrannte Massenmörder mit einer Hand aus Rasierklingen, der Menschen im Traum tötet.

Hausmeister mögen keine ungezogenen Gören

Story: In einer Irrenanstalt übernehmen eines Tages die Insassen das Kommando und vergewaltigen die Pflegerin Mimi Krueger. Sie treibt das Kind nicht ab und schenkt Frederick Charles Krueger, dem Nachkommen dieser Psychopathen, das Leben. Freddy wird ein Kindermörder, er wird gefasst, doch ein Justizfehler lässt ihn wieder auf freien Fuß kommen. Daraufhin nimmt ein wütender Mob aus verzweifelten Eltern die Sache selbst in die Hand und verbrennt ihn im Heizraum der Schule. Einige Jahre später kehrt Freddy Krueger zurück und tötet all die Kinder, deren Eltern für seinen Tod verantwortlich sind, in ihren Träumen.

Töten in der Traumwelt, Sterben im Schlaf – angenehme Alpträume!

Schon dieser Kunstgriff, Freddy in einer fiktiven Traumwelt töten zu lassen, macht ihn unheimlicher als viele andere Schlitzer der Horror-Geschichte. Schließlich gibt es dort keine Gewissheit, keine Vertrautheit, keine Werte und Normen. Dort kann es immer anders sein: Ob Spukhaus, kilometerlanger Gang oder verlassene Stadt. Eine Umgebung ohne Gesetzmäßigkeiten der realen Welt, aus der es kein Entkommen, aber Millionen von Folter- und Todes-Möglichkeiten gibt. Das erschafft eine erdrückende Atmosphäre. Legendär sind dabei auch die spielenden Kinder, die in Freddys Welt immer ihren quälenden Kinderreim: „Eins zwei – Freddy kommt vorbei…“ singen. Weiterhin ist es Freddy auch möglich, origineller zu töten, als seine Horror-Kollegen. Weil er in seiner Welt der Herrscher ist, kann er mit seinen Opfern alles tun, was er will. In Teil 6 dreht er einem Opfer beispielsweise das Hörgerät so weit auf, dass ihm bei einem lauten Geräusch der Kopf platzt. Dafür lieben ihn die Fans. Das Freddy eine Art Popstar des Genres geworden ist, liegt auch an einem weiteren großen Unterschied zu den anderen Kollegen. Während die nämlich meist nur tumbe Maskenträger sind, die wortlos alle abschlachten, die sie treffen, kann Freddy mit seinen Opfern kommunizieren. Er verhöhnt sie, lässt meist noch einen zynischen Satz los, nachdem er sie erledigt hat und ist damit als Charakter deutlich greifbarer und markanter. Wir empfehlen euch in jedem Fall den ersten Teil der Reihe, in dem auch Johnny Depp sein Spielfilm-Debüt gab. Ebenfalls gut gelungen ist Teil 3, der in einer Psychiatrie spielt und neben einer sehr dichten Atmosphäre einige originelle Traumsequenzen bietet. Eher schwarze Komödie als Horror ist der aktuellste Teil der Serie „Freddy vs. Jason“, der ein Fest für jeden Horrorfilmfan ist, weil er gängige Klischees des Genres genüsslich auf die Schippe nimmt.
Trailer:
Text: Sebastian Werner

Halloween – Die Nacht des Grauens

3
1978 | 85min | FSK 16 poster8Haddonfield 1963, Halloween. Der sechsjährige Michael Myers tötet seine 17-jährige Schwester brutal mit dem Küchenmesser, nachdem diese Geschlechtsverkehr mit ihrem Freund hatte und sich nun nackig vor dem Spiegel die Haare kämmt. Anschließend verschwindet er für 15 Jahre in einer geschlossenen Anstalt, in der sein Psychiater Dr. Loomis acht Jahre lang versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen und die nächsten sieben Jahre bemüht ist, zu verhindern, dass Michael Myers jemals wieder freikommt. Zu Recht, wie sich zeigt, als der nunmehr 21-jährige Myers bei einem Überführungsversuch türmt, um in Haddonfield blutige Rache zu nehmen.

Die Mutter aller Slasher-Filme

“Halloween“ von John Carpenter ist gewissermaßen die Mutter aller Slasher-Filme und damit Wegweiser jenes speziellen Horrorgenres, in dem maskierte Psychopathen (nicht selten unbekleidete) Teenager aufschlitzen. Der Film vereinigt viele der typischen Klischees in reinster Form und paart sie mit filmischer Brillanz, wie sie viele der nachfolgenden Filme und Epigonen deutlich vermissen lassen. Carpenter bringt als einer der ersten Regisseure den Horror in die heile amerikanische Vorstadt. Nicht in gotischen Gemäuern finden die Bluttaten statt, sondern direkt nebenan – in der Nachbarschaft. Ebenso neu ist, dass der Täter kein nachvollziehbares Motiv hat. Ist Michael Myers am Beginn “nur“ ein kleiner psychopathischer Junge, wird er im Laufe des Filmes zum gesichtslosen und übermenschlichen schwarzen Mann – zum absolut seelenlosen Bösen. Und den schwarzen Mann kann man nicht töten, wie der kleine Junge  ganz richtig bemerkt, nachdem Jamie Lee Curtis (als Laurie Strode) ihm versichert, der schwarze Mann wäre jetzt tot. Und so steht Myers allein in “Halloween 1“ dreimal wieder auf, nachdem er eigentlich schon tot am Boden liegt.

„Benimm dich, Kind!“

Eine Überlebenschance hat dabei nur, wer sich im moralisch-konservativen Sinne richtig verhält. Und so ist das brave Kindermädchen Laurie, welche allein schon beim Gedanken mit einem Jungen zu Tanzen hysterisch wird und beim Rauchen Hustenanfälle bekommt, dann auch die einzige Überlebende, während ihre lebenslustigen Freundinnen dem Killer wehrlos ausgeliefert sind. Diese Parameter beachtend, wirkt der Film wie ein modernes Warn- und Schreckmärchen. Sozusagen Rotkäppchen für die verzogenen Kinder der 68er Generation. 2-frueh-uebt-sich 3-da-steht-doch-einer 12-ertappt 9-hinterm-sofa 5b-dekorationsvorschlag

Die Nacht des Grauens geht weiter

Der nachfolgende, zweite Halloweenfilm von Rick Rosenthal erzählt drei Jahre später die Nacht des Grauens genau an der Stelle weiter, an der Teil 1 endet. Die Schreckensnacht ist für Laurie also noch nicht vorbei. Die Zahl der Opfer ist wesentlich höher und die Morde brutaler. Eigentlich soll dies der letzte Auftritt von Michael Myers sein. Carpenter plant, die Halloweenreihe mit unterschiedlichsten Geschichten und Charakteren weiterzuführen. Nach dem kolossalen Flop von “Halloween 3“ darf fortan wieder Michael das Küchenmesser schwingen. Für den heutigen geübten Horrorfan ist der niedrige Bodycount und die lange atmosphärische Anlaufphase sicher ungewohnt. Aber wer sich darauf einlässt, kann in einem äußerst  bedrohlichen und Furcht einflößenden Film versinken, der dazu mit einem äusserst prägnanten Soundtrack (wie so oft von Carpenter selbst komponiert) aufwartet.
Trailer:

The Faculty – Trau Keinem Lehrer

1998 | 100min | FSK 16 Was machen assimilationsliebende Außerirdische an einer x-beliebigen amerikanischen Highschool? Ihren Abschluss? Wohl kaum! Zumindest nicht, wenn Robert Rodriguez (“El Mariachi“, “Desperado“, “From Dusk Till Dawn“, “Sin City“) Regie führt… Lehrkörper oder Leerkörper, das ist hier die Frage! Die Herrington High School ist eine gewöhnliche Schule im Mittleren Westen Amerikas. Eines Tages findet Casey (Elijah Wood) auf dem Schulgelände einen unbekannten und überaus aggressiven Organismus. Als Heim(scheißer)chen und Hobbyforscher in Personalunion ist er prädestiniert für solche skurrilen Entdeckungen. Zunächst träumt er noch von Auszeichnungen und Anerkennung. Bald mehren sich jedoch die Anzeichen, dass innerhalb der Lehranstalt etwas nicht stimmt. Zum einen steigt der Wasserverbrauch plötzlich enorm an, zum anderen verhält sich das Kollegium zunehmend seltsam. Warum braucht der Football-Coach (Robert Patrick) ausgerechnet ihn, den wohl unsportlichsten Pennäler, unbedingt beim Training? Obendrein werden Schüler immer häufiger ohne ersichtlichen Grund zu Gesprächen unter vier Augen gerufen. Die Betroffenen erscheinen danach wie ausgewechselt.

Highschool High

Zusammen mit einer Gruppe von anderen misstrauischen Jugendlichen geht Casey der Sache auf den Grund. Es sei an dieser Stelle nur kurz nebenbei erwähnt, dass sich die Combo fast nur aus Sonderlingen und Eigenbrötlern zusammensetzt. Jeder pseudo-psychologische Interpretationsversuch ist dabei irrelevant – sind halt alles Spinner, denen keiner glaubt und die eigentlich keiner mag. Selbst der gefragte Zeke (Josh Hartnett), der auf dem Schulhof mit selbst gepanschten, synthetischen Drogen in Kugelschreibern handelt, ist eigentlich ein Einzelgänger. Bald wächst auch das Misstrauen innerhalb der Crew, da es den Außenseitern sowieso grundsätzlich schwer fällt, Vertrauen aufzubauen. Nicht zuletzt dadurch erkennen die Jugendlichen erst im weiteren Verlauf des Films das wahre Ausmaß der Katastrophe. Robert Rodriguez ist mit “Faculty – Trau keinem Lehrer“ ein unterhaltsamer Teenager-Horrorfilm gelungen. Der US-Amerikaner, mit mexikanischen Wurzeln, fesselt Dich mithilfe der dichten Atmosphäre, die er dem Drehbuch von Kevin Williamson filmisch gekonnt entlockt. Die Spannung steigt beinahe unaufhörlich, bis endlich der finale Showdown ansteht. Text: Sascha Adermann Trailer:

Candymans Fluch

1992 | 95min | FSK Keine Jugendfreigabe Horror-Filme, die unheimliche urbane Legenden oder neuzeitliche Sagen behandeln, üben oft einen besonderen Reiz auf die Zuschauer aus. Die Geschichte des Candyman ist genau so eine Erzählung, allerdings ohne realen, historischen Background. Die Mär vom Killer mit der Hakenhand geht nämlich auf Clive Barker’s Kurzgeschichte „The Forbidden“ zurück. Regisseur Bernard Rose nimmt sich für die filmische Umsetzung namens „Candyman’s Fluch“ einige künstlerische Freiheiten, um den Streifen spektakulärer und spannender zu machen.

Den Geist, den ich rief…

Für ihre anstehende Doktorarbeit recherchiert die Studentin Helen in Chicago nach urbanen Legenden. Dabei stößt sie auf die schreckliche Sage des noch schrecklicheren „Candyman“, der – wenn sein Name fünfmal vor einem Spiegel gesprochen wird – zu den Lebenden zurückkehrt, um für seinen qualvollen Tod blutige Rache zu nehmen. Als aufgeklärte Frau probiert Helen im Selbstversuch, wie viel Wahrheit hinter den Erzählungen steckt: Mit ungutem Gefühl ruft sie fünfmal seinen Namen! Zunächst ohne Folgen, doch kurz darauf dezimiert der Halunke mit der Hakenhand erheblich das Umfeld der jungen Dame.  Die Polizei verdächtigt daraufhin Helen und schenkt ihren Aussagen über einen Serien-Killer, der aus dem Spiegel kommt, wenig Glauben. In einem erschreckend heruntergekommenen Ghetto von Chicago geht die Studentin auf die Suche nach der Wahrheit. Letztlich steht die junge Frau dem leibhaftigen Candyman selbst gegenüber.

Gänsehaut-Garantie

Die verfallenen Sozialbauten, die Helen während ihrer Suche durchstreift, sind tatsächlich von trauriger Berühmtheit. In den 90ern wohnen in Cabrini-Green, so der Name der Siedlung etwa 15.000 sozial benachteiligte Menschen. 1997 schändet Patrick Sykes die Neunjährige Shatoya Currie auf grausame Weise. Bis heute ist Shatoya Currie blind und gelähmt. Obwohl die Story, wie eingangs erwähnt, einer realen Grundlage entbehrt, ist der Film 1992 an den Kinokassen sehr erfolgreich. 1995 erscheint „Candyman 2 – Die Blutrache“, 1999 „Candyman 3 – Der Tag der Toten“. Leider ist keines der beiden Werke auch nur annähernd so atmosphärisch, wie der erste Teil. Die Zusammenhänge werden zunehmend diffus, die Morde einfach nur blutiger und die Spannung schwindet stetig. Lediglich Tony Todd, der dem Candyman sein Gesicht leiht, treibt dem Zuschauer mit seinem irren Blick auch noch im dritten Part Gänsehaut-Schauer über den Rücken. „Candyman’s Fluch“ ist eigentlich schon ein Klassiker des Teenager-Horrors und auf jeden Fall empfehlenswert. Allein die Atmosphäre, die Regisseur Bernard Rose in den Chicagoer Ghettos einfängt, ist schon beängstigend genug. Gepflegtes Gruseln ist garantiert, selbst ohne eine Vielzahl spritziger Splatter-Einlagen, extremen Bodycount und Blut-Inflation. Lobenswert! Text: Sascha Adermann, 2008 Trailer:

Behind The Mask – The Rise Of Leslie Vernon

0
2006 | 92min | FSK Keine Jugendfreigabe Kein Filmgenre ist so schematisiert in seinem Ablauf und so resistent gegen Neuerungen, wie das gute alte Slasher-Genre. Selbst die Hersteller von filmischem Erotikbedarf („Ich soll hier ein Rohr verlegen!“), scheinen gegenüber den Produzenten von Schlitzerfilmen geradezu besessen von Innovationen! An Versuchen mangelte es nicht und spätestens mit Wes Cravens “Scream“, ist die Ironisierung des Slasher-Films und seiner Gesetzmäßigkeiten vollbracht. Den Killer hinter der Maske hat es letztendlich nicht beeindruckt. Er metzelt wie eh und je, Ironie hin oder her. Tot ist schließlich tot.

Gut‘ Mord will Weile haben

coverLängst hat eine neue Generation von Regisseuren das Ruder übernommen, welche nach Lust und Laune die Schemata der Filme zelebriert, mit denen sie aufgewachsen sind. “Behind the Mask“ ist ein Film, der unterhaltsam mit den Klischees des Genres spielt, ohne zu sehr ins Alberne zu kippen. Ein junges Film-Team dreht einen Dokumentarfilm über einen hoffnungsvollen maskierten Serienkiller. Dieser nennt sich Leslie Vernon und plant seit Wochen seinen ersten großen Auftritt, welcher der Auftakt seiner großen Karriere als maskierter Killer sein soll. Um seine Taten gleich für die Nachwelt festzuhalten, zeigt der Slasher in spe dem Filmteam bereitwillig und ausführlich welche detaillierten Vorbereitungen für die Durchführung einer erfolgreichen Teenager-Metzelei notwendig sind. Von der Auswahl der Opfer, bis hin zur Vorbereitung des Tatortes bleibt nichts dem Zufall überlassen. Leslie erklärt wie schwierig es ist, rennende Teenager einzuholen, wenn man dabei aussehen muss, als würde man langsam und bedrohlich laufen. Bei einem mittlerweile pensionierten Serienkiller holt man sich bei Kaffee und Kuchen Tipps. Die Freude ist groß, als Leslies übereifriger Ex-Psycho-Doc Halloran (Robert Englund) auftaucht, um ihm vor der Mordnacht das Handwerk zu legen. „Er hat seinen eigenen Ahab!“ rufen sie dann und liegen sich in den Armen.

Making-of-Slasher-Film.

Als dann alle Teenager im Spukhaus versammelt sind und die eigentliche Schlachterei beginnen soll, plagen die Crew jedoch auf einmal Gewissensbisse. Auch für den Killer läuft nicht alles wie geplant. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass das angeblich jungfräuliche Survivor-Girl jauchzend nackig auf ihrem Freund reitet?! Sollte der sorgfältig ausgetüftelte Plan etwa schief gehen? Das Grundprinzip erinnert natürlich an den Mediensatiren-Klassiker “Mann beißt Hund“ , auch wenn “Behind the Mask – The Rise Of Leslie Vernon“ statt ätzender Mediensatire, liebevoll das Slasher-Genre kommentiert oder parodiert, ohne jemals wirklich die Krallen rauszuholen. Man will sich ja selbst nicht wehtun. So offeriert der Film zwar keine neuen Erkenntnisse über das Genre, dafür ist er aber ein unterhaltsamer und komischer Making-of-Slasher-Film. Nicht übertrieben blutrünstig und daher auch sehr gut für größere Party-Runden geeignet. Text: A.Hartung Trailer:

Terkel In Trouble

0
2004 | 77min | FSK 12 plakatTerkel aus der 7A hat es nicht leicht. Der Wortschatz seines ewig Zeitung lesenden Vaters besteht aus genau einem Wort („Nein!“), seine Mutter raucht Kette, dass man in der Küche die eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen kann und seine kleine Schwester, die ständig mit ihren Augen in offene Gabeln läuft, nervt einfach nur. Und manchmal muss er sich nachts mit seinem besten Freund Jason (!) Horrorvideos reinziehen, obwohl das nicht so sein Ding ist. Seine Eltern wollen am Wochenende heiraten. Das ist natürlich gar nicht so schlimm. Auch das seine Klassenlehrerin überraschend von einem Laster überrollt und durch einen ehemaligen Waldorflehrer ersetzt wird, ist nicht weiter tragisch. Richtig unangenehm wird es aber, als die beiden Klassenschläger es nach einem… öhm Missverständnis mit Terkels betrunkenem Onkel Steward, fortan auf ihn abgesehen haben. Darüber hinaus wird Terkel plötzlich von einem Unbekannten bedroht. Der beschmiert nachts, wenn Terkel bereits schläft, sein Zimmer mit blutigen Botschaften. Dann stürzt sich seinetwegen auch noch die fette Dorit aus dem Fenster. Das ist fast zu viel für eine  Woche. Aber nicht genug: Jetzt müssen sie auch noch ins Zeltlager in den Wald, um mit dem neuen Lehrer Salamander zu zählen. Jeder weiß doch, was in Teenager-Zeltlagern passiert. Und so lässt der irre Killer natürlich auch nicht lange auf sich warten.

Tim Burton meets Augsburger Puppenkiste

Terkel in Trouble ist ein sehr amüsanter, dänischer Animationsfilm. Um Konkurrenz mit den großen Computer animierten Riesen aus Übersee, hat man sich sympathischerweise erst gar nichtbemüht, sondern seinen eigenen Stil gesucht und gefunden. Diesen kann man als „Tim Burton meets Augsburger Puppenkiste in CGI“ bezeichnen. Die Figuren bedienen sich treffend aus der Klischee-Kiste, sind einfach animiert und hüpfen beinahe schwerelos mit runden, durchhängenden Gummiarmen durch die Landschaft. Der Film ist gespickt mit zahlreichen Anspielungen auf populäre Horrorfilme und hat ein paar schöne gemeine Dialoge zu bieten. Nebenbei hat Terkels Onkel Steward definitiv das Potential zur Kultfigur. Ein Film für die ganze Familie, außgenommen vielleicht für die ganz Kleinen oder wenn man für schwarzen Humor nichts übrig hat. Einziger Wermutstropfen ist, dass Hans-Dampf-in-allen-Gassen, Bela B., tatsächlich alle Stimmen gesprochen und die dazugehörigen Songs eingesungen hat. Aber  nach einer halben Stunde, nervt auch das (fast) nicht mehr! Trailer:
Text: A. Hartung

Hellraiser

0
1988 | 86min | FSK Keine Jugendfreigabe „Ich habe die Zukunft des Horrors gesehen, sie heißt Clive Barker.“ Dieses schöne Zitat aus den 80ern stammt von niemand Geringerem als Stephen King. Zu dieser Zeit beginnt der Aufstieg des jungen britischen Autors Clive Barker mit seinem Werk „Die Bücher des Blutes“. Die britische Filmindustrie erkennt Barkers schriftstellerisches Talent und verfilmt, bzw. verhunzt zwei seiner Geschichten („Rawhead Rex“ und „Underworld“) in den Jahren 1985 und 1986. Nach dieser ernüchternden Erfahrung entscheidet sich der erfolgreiche Autor, seine Erzählungen auf eigene Faust filmisch umzusetzen. Mit „nur“ einer Million Dollar Budget bringt er seine Novelle „The Hellbound Heart“ auf Zelluloid und landet mit „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“ einen Volltreffer! Heute gehört die „Hellraiser“-Reihe zu den populärsten Horror-Serien und speziell der erste Teil genießt Kultstatus.

Von A wie Artefakt bis Z wie Zenobit

Frank Cotton erwirbt in einem schäbigen, orientalischen Café ein mysteriöses, reich verziertes Kästchen. Zuhause versucht er, den komplizierten Mechanismus zu durchschauen. Er ahnt nicht, dass es Lemarchands Würfel ist, den er in den Händen hält. Als sich das Artefakt durch Drücken und Ziehen endlich öffnet, tut sich sogleich auch das Tor zur Hölle auf. Und wie das so ist, erscheinen kurz darauf schon die ersten ungebetenen Gäste – die blassen Zenobiten. Diese Wächter der Hölle holen Frank zu sich in die Unterwelt (also ganz nach unten), wo er grausame Qualen erleidet. Sagen wir mal so: Er fühlt sich ziemlich zerrissen. Einige Zeit später zieht sein Bruder Larry samt Frau Julia in das Haus. Beim Einzug verletzt sich Larry an einem Nagel… Kleine Ursache, große Wirkung! Denn durch das Blut, das auf den Boden des Raumes tropft – in welchem Frank zuvor den Würfel öffnete und starb – entkommt Frank aus der Hölle. Allerdings besteht er nur aus Knochen und um wieder eine menschliche Gestalt zu erlangen, benötigt er Blut, frisches Blut. Die Zenobiten sind unterdessen auf Franks Abwesenheit beim täglichen Höllenunterricht aufmerksam geworden und machen sich nun daran, ihn wieder zurückzuholen…

Nagelkopf

Die Zenobiten selbst sind Mitglieder des Ordens der klaffenden Wunde und bezeichnen sich als Theologen. Die gleichwohl berühmteste Hellraiser-Figur ist Pinhead. Du weißt schon, das ist der Typ mit den Nägeln im Gesicht. Er taucht in allen „Hellraiser“-Teilen auf. Im Abspann des ersten Films wird er allerdings nur als Lead Cenobite (Zenobiten-Führer) tituliert. Erst im zweiten und dritten Ableger der Serie erfährt der Zuschauer mehr über die eigentliche Geschichte des Zenobiten-Anführers Pinhead. Für damalige Verhältnisse und das einigermaßen knappe Budget ist „Hellraiser – Das Tor zur Hölle“, tricktechnisch gesehen, eine Sensation. Abgesehen von den Lichteffekten des Würfels sind alle Tricks Handarbeit und sehr überzeugend (bisweilen auch eklig) gemacht. Die Fortsetzungen bleiben – wie so oft – hinter dem Original zurück. Text: Sascha Adermann Trailer:

Event Horizon – Am Rande des Universums

0
(Original Titel: “Event Horizon“) UK/USA 1997 | 96min | FSK 16

Unendlicher Raum

Wir schreiben das Jahr 2047. Das Rescue-Team unter Captain Miller (Laurence Fishburn) erhält den Auftrag zum Neptun zu fliegen, um dort den, vor sieben Jahren bei einem Testflug verschwundenen, Raumkreuzer Event Horizon zu bergen. Mit von der Rettungsaktion ist der Konstrukteur des Kreuzers, Dr William Weir (Sam Neill). Die Event Horizon ist das erste und einzige Raumschiff, das über einen, ebenfalls von Dr. Weir entwickelten, Gravitations-Antrieb verfügt, welcher es ermöglicht den Raum zu krümmen, um in Sekundenschnelle, Entfernungen von mehreren Lichtjahren zu überbrücken.

Unendlicher Terror

An Bord der fast voll funktionstüchtigen Event Horizon angekommen, muss das Rescue-Team mit Schrecken feststellen, das jede Spur von der Besatzung fehlt. Doch wo könnte diese sein? Leider gibt das stark beschädigte Logbuch nur nach aufwändiger Wiederherstellungsarbeit einige Videofragmente von sich, die nur vorerst, um genau zu sein: bis zum Starten des Gravitations-Antriebs, einen Sinn ergeben. Unbeeindruckt setzt das Team seine Bergungsarbeiten fort und versucht den Kreuzer startklar zu machen, um ihn zur Erde zu bringen. Doch irgendetwas stimmt mit dem Schiff nicht. Nach und nach bekommt jedes Team-Mitglied Visionen seiner schrecklichsten Ängste, die von Stunde zu Stunde realer werden. Es müssen Antworten auf die beiden wichtigsten Fragen gefunden werden: Wo war das Schiff all die Jahre und was hat es von dort mitgebracht?

Hinterhältiges Gehirn Zapping

Der Regisseur, Paul W.S. Anderson (“Alien vs. Predator“, “Resident Evil“), schafft mit “Event Horizon“ einen Weltraumhorror der gänzlich ohne Monster und Aliens auskommt. Auch das Maß an Blut und Innereien wird  auf einem spatter-freien Level gehalten. Einzig die schnellen Zapping-Sequenzen zeigen Bilder des Terrors, die allerdings einen Moment brauchen, um vom Auge zum Gehirn des Betrachters zu wandern, um dort richtig nachzuwirken. Fazit: “Event Horizon“ ist wahrhaftig einer der besten Filme des SciFi-Horrors. Die Story ist zwar nicht ganz neu, aber in diesem Fall meisterlich umgesetzt und birgt hier und da eine Schock-Sequenz, die selbst hart gesottene Gruselfans das Blut in den Adern stocken lässt. Text: Sven Weidmann Trailer: http://www.moviemaze.de/media/trailer/1063,event-horizon-am-rande-des-universums.html

Halloween Drinks: Reagenz-Cocktails

15
Cocktails gehören zu einer stilvollen Party unbedingt dazu. Und unheimliche Mixturen sowieso – meint zumindest Herr Professor von Schlock! Man denke nur mal an Dr. Jekyll, der sich mit Hilfe einer genialen Chemikalie in Mr. Hyde verwandelt! Hier also ein kleiner Chemie-Baukasten für den fortgeschrittenen, wahnsinnigen Wissenschaftler.

Zutatenliste

  Für die Halloween Drinks benötigst Du: – einige nicht-alkoholische Getränke, zum Beispiel Orangensaft und klare Limonade – eine Auswahl von möglichst starken, alkoholischen Getränken – Herr Professor von Schock hat blauen Orangen-Likör und einen roten Bitteren genommen. Du kannst auch härteren Stoff nehmen, z.B. Wodka. Färbe ihn dann einfach mit der gewünschten Lebensmittelfarbe ein. Achtung: alle Getränke sollten die gleiche Temperatur haben. – einige Reagenzgläser – Herr Prof. von Schlock hat sich einfach aus seinem riesigen Labor bedient, Du findest so was hieroder in der Apotheke. – einen passenden Ständer für die Glasröhrchen – Zur Not tut es auch eine mit Sand gefüllte Schüssel, in die Du die Reagenzgläser steckst.
 

Zubereitung

  Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Farbe ist TrumpfAm einfachsten ist es natürlich, ein simples Elixier herzustellen. Fülle dazu ein wenig bunten Alkohol in das Reagenzglas.
Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Schwungvoll auffüllen!Fülle das Glas schwungvoll mit klarer Limo auf. Ein leckerer Halloween Drink mit einer coolen, chemischen Farbe ist entstanden. Diesen Drink kannst Du – wenn Du magst – schon literweise vormischen und kaltstellen.
Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Getränke mixenWenn Du nun einen unverdünnten, also stärkeren Alkohol vorsichtig in das schräge Glas gießt, wird sich dieser nur ganz wenig mit der unteren Mixtur vermischen.
Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Getränke mixenSchon ist ein zweischichtiges Gebräu entstanden, das gruselig im Glas auf mutige Probanden wartet!
Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Variante mit FruchtsäftenWenn Du es mit Fruchtsäften genauso machst, entstehen dabei schlierige, zweifarbige Drinks.
Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Variante mit Fruchtsäften 2Sofern Du sehr vorsichtig bist, setzt sich der alkoholische Teil auch hier vom Saft ab.
Halloween Rezepte Reagenz-Cocktails: Eine Sammlung unheimlicher TrinkturenStolz präsentiert Professor von Schlock seine Sammlung unheimlicher Halloween Drinks! Experimentiere ein bisschen herum und finde heraus, was Dir und Deinen Gästen am besten schmeckt! Solange die Komponenten die gleiche Temperatur haben lassen sich interessante Mixturen zaubern. Wichtig ist aber, dass ein Teil des Getränks ohne und ein Teil mit Alkohol (mind. 15% Vol.Alk.) ist.

 

Guten Durst und Prost!

 

Text: Gregor Knape

Amberg Horror-Fest

0
Vom 28.10. bis 02.11. steigt wieder das angesagte Amberg Horror-Fest. Atemberaubende Ausstellungen, bewegende Buchlesungen, mannigfaltige Music-Acts (u.a. mit Blitzkid, The Other, Zombina & The Skeletons) und ganze Sarg-Ladungen von Kurz- und Spielfilmen sorgen für schrecklich-schönes Wiedergänger-Ambiente. Alles in allem flackern etwa 50 Spielfilme (darunter die Deutschland-Premiere von „Jack Brooks Monster Slayer“) und 80 Kurzfilme über die Leinwand. Weiteres Highlight ist die Theater-Aufführung: „Post-Mortale Lebensformen“ am 1.11. um 21.00 Darin erklären die Darsteller anschaulich, wie man sich gegen unhöfliche Untote zu Wehr setzt. Das Bühnenspiel ist also eine Art „zertifizierte Zombie-Verteidigungsmaßnahme“. (Weitere Informationen zum Festival findest du auf: http://www.amberghorrorfest.de/) Gewinne zwei Freikarten (!!!) Für diese extrem coole Veranstaltung verlosen wir zwei „Zombie-Specials“. Damit erhältst Du freien Eintritt zur Aufführung „Post-Mortale Lebensformen“ und schaust Dir gratis je einen Kurz- und einen Spielfilm an. Beantworte dafür einfach unsere Frage: Welche Farbe hat die Iris unserer Zombie-Kontaktlinsen? a) weiß b) schwarz c) rot Wenn Ihr die richtige Antwort auf diese schwierige Frage wisst, dann schickt uns einfach unten einen Kommentar. Und keine Angst – die Kommentare mit der Lösung werden natürlich nicht veröffentlicht. Teilnahmeschluss ist der 22.10.2008. Solltet Ihr ausgelost werden, bekommt Ihr sofort per E-Mail Bescheid – achtet also bitte darauf, daß Ihr eine Emailadresse angebt (Telefonnummer für den Fall der Fälle wäre auch gut), unter der wir Euch zuverlässig erreichen können. Bitte gebt uns auch Euren Wohnort bekannt, damit wir Euren Vornamen und den Wohnort veröffentlichen können, falls Ihr zu den glücklichen Gewinnern gehört. Viel Glück & zombiestarken Spaß! Rechtliches: Eine Bar-Auszahlung und/oder ein Umtausch des Gewinns sind nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Mitarbeiter dürfen nicht an der Verlosung teilnehmen. Alle eingehenden Daten werden ausschließlich für die Verwendung in Zusammenhang mit unserem Gewinnspiel gespeichert und entsprechend den Regelungen des Datenschutzgesetzes vertraulich behandelt. Du erklärst Dich mit einer Veröffentlichung Deines Vornamens mit Wohnortangabe einverstanden. Die Zustellung des Gewinns erfolgt auf dem Postweg ohne Gewähr. Eine absolut korrekte Angabe Deiner Daten ist Voraussetzung für die korrekte Zustellung des Gewinns.

Schädelmaske aus Pappe

Du hast wenig Zeit, Dir für Halloween ein cooles Kostüm zu basteln? Trotzdem musst Du nicht ganz ohne Verkleidung gehen – mit einer einfachen Maske aus Pappe bist Du schon bestens verkleidet. Und wenn Du sie sogar selbst gebastelt hast, wird keiner meckern! Die Masken kannst Du natürlich auch als Dekoration aufhängen. Schwierigkeitsgrad: leicht

Material und Vorlage

– Tonpapier oder Fotokarton, 300gr/m² (es geht auch normales Papier und Pappe, z.B. von Cornflakes-Packungen) – Bastelkleber – Schere und optional ein Papiermesser oder einen kleinen Cutter – Bleistift und nach Wunsch Wasserfarben oder andere „Buntmacher“ – schmales Gummiband oder notfalls eine einfache Kordel – ein Locher für Ordner ist hilfreich Download „Schädelmaske“ Wir haben Vorlagen für eine coole, witzige Totenkopf-Maske und eine Voodoo-Maske für Dich bereitgelegt. Diese kannst Du Dir einfach ausdrucken. Natürlich kannst Du auch Deine Fantasie spielen lassen und ganz eigene Entwürfe machen: Zeichne einfach eine einfache Form mit Bleistift vor und ziehe die Linien dann mit einem dicken schwarzen Stift oder Edding nach. Achte darauf, nicht zu kleine Details zu zeichnen, vor allem am Rand. Du musst es schließlich noch ausschneiden. Hier findest du Masken in allen Varianten

 Das Basteln

Ganz grob kann man sagen: eine DIN A4-Seite muss die Maske ungefähr breit sein, damit sie nicht zu klein wird. Und die beiden Bereiche, in die später die Augenlöcher geschnitten werden, müssen ca. 7cm Abstand voneinander haben. Aber ums Ausprobieren kommst Du bei eigenen Kreationen ohnehin nicht herum… [1]Wenn Dein Drucker den Fotokarton nicht transportieren kann, drucke die Vorlagen einfach auf normalem Papier aus und klebe dieses dann auf Karton. Achte darauf, das Papier ganz glatt und ohne Falten oder Luftblasen auf den Karton zu kleben! Verwende buntes Papier, um Deiner Maske eine peppige Note zu geben.
Schneide den Karton entlang der schwarzen Linie aus.
Du kannst die Maske nun schon einmal ein bisschen biegen und leicht rollen, damit sie sich später besser und leichter an Deinen Kopf schmiegt.
Halte Dir die Maske vor Dein Gesicht und probiere mit den Zeigefingern aus, an welcher Stelle Deine eignen Augen ungefähr liegen. Klopfe mit den Fingern leicht gegen die Maske und versuche zu spüren, wo das Klopfen durch den Karton „ankommt“.
Drehe die Maske mit den darauf liegenden Fingern um und merke Dir die Stellen. Richtig exakt ist diese Methode zwar vielleicht nicht, aber auf diese Art klappt’s schon ganz gut und geht schnell. Markiere Dir die Stellen mit einem schwarzen Stift und zeichne Dir ausreichend große Augenlöcher auf. Mindestens so groß wie eine 2€-Münze muss das Loch schon sein. Du kannst es auch im Nachhinein vergrößern, damit Du gut siehst.
Schneide die beiden Löcher sauber aus. Wir haben ein Bastelmesser dafür genommen, weil eine Schere viel mehr Arbeit macht. Hebe die Reste nach dem Schneiden einfach heraus. Achte darauf, dass die Schnitte sauber sind, denn Papierschnipsel an der Schnittkante irritieren später extrem.
Durchgucken und nach Bedarf die Löcher etwas vergrößern und dabei ihre Lage korrigieren, falls nötig.
Wir haben die Totenkopfmaske mit grässlich-gelben Zähnen ausgestattet und ihren Schädel gruselig grau-braun schattiert. Natürlich kannst Du Deinem Schädel eine ganz eigene Farbe geben. Silberne Schädel sind ja sehr modern, haben wir uns sagen lassen.
Die Augenlöcher haben wir mit roter Wasserfarbe zum „Glühen“ gebracht. Einfach am Rand deckend beginnen und die Farbe dann schattieren, schon entsteht der Gluteffekt!
Mit ein paar Rissen am Rand haben wir unserem Gruselschädel mehr Charakter gegeben. Die Zähne sind immer an einer Seite etwas dunkler. Dieser aufgemalte Schatten gibt ihnen Tiefe und lässt die Beißerchen schön hervorstehen.
An beiden Seiten knipst Du nun Löcher für das Band mit dem Locher hinein. Das kannst Du natürlich auch schneiden, aber das runde Loch des Bürogerätes reißt weniger leicht ein.
Nimm Gummiband oder eine dünne Kordel und miss damit ungefähr Deinen Kopfumfang ab. Wir haben eine dünne Lederschnur genommen.
Beide Seiten festknoten und: Voilà! Fertig ist die coole Totenkopf-Maske! Weil sie nicht das ganze Gesicht bedeckt, kannst Du mit der Maske noch prima trinken. Ein weiterer Vorteil ist, dass jeder Dich versteht, wenn Du sprichst. Die ganze Bastelei dauert inklusive Trocknung vielleicht eine halbe Stunde.
Natürlich kannst Du alle möglichen Motive als Vorlage für solch eine einfache Maske benutzen. Hier haben wir neonfarbenes Papier zu einer grellen Voodoo-Maske verarbeitet – die leuchtet bei Schwarzlicht richtig psychedelisch!

Necrophobia 2 – Die besten Horrorgeschichten der Welt

0
Autor: Diverse Genre: Horror-Kurzgeschichten In der Reihe „Necrophobia – Die besten Horrorgeschichten der Welt“ erscheint 2005 der zweite Teil der hochkarätig besetzten Grusel-Reihe. Sage und schreibe fünf renommierte Synchronsprecher lesen fünf spannende Erzählungen, fünf bekannter Horror-Autoren. Die Anekdoten sind allesamt recht kurz. Damit eignen sie sich gut, um dem geneigten Zuhörer auch mal zwischendurch Gänsehaut für die Ohren zu bescheren. Die Geschichten im Enzelnen: „Die Stimme in der Nacht“ von William Hope Hodgson entführt Dich auf hohe See. Im dichten Nebel vernimmt die Crew eines Schiffes die Stimme eines Mannes. Der erzählt den Männern von einem Schiffbrüchigen, seiner Frau und einem mysteriösen Pilz. Die Geschichte „Der Mann, der Clive Barker sammelte“ von Kim Newman erzählt von einem extremen Fanatiker, der sich als größter Fan von Clive Barker bezeichnet. Der Stalker greift zu äußerst ungewöhnlichen Methoden, um seine Sammelleidenschaft zu befriedigen. „Rettungslos“ von Paul Busson versetzt den Zuhörer in einen Sarg! Lebendig begraben zu sein, gehört mit Sicherheit nicht zu den schönsten Vorstellungen. Gibt es einen Ausweg aus dieser schier hoffnungslosen Situation? H.P. Lovecrafts „Der Außenseiter“ handelt von einem einsamen Wesen der Nacht, welches seiner Isolation zu entfliehen versucht. Doch selbst, wenn es nicht alleine sein will, fällt es doch ziemlich schwer, neue Freunde zu finden und böse Träume zu vergessen. „Summertime“ von S.P. Somrow berichtet von der Reise eines Vaters und dessen Sohn. Die beiden durchqueren die Südstaaten, um die schönsten Fische Amerikas zu fangen. Doch der Vater hat eine Aufgabe von Gott bekommen: Er muss alle Huren von Babel töten. „Necrophobia 2“ zieht seine Brillanz in erster Linie aus den tollen Erzählern und ihren markanten Stimmen, denn es fehlt innerhalb der Geschichten an jeglicher Sound- oder Musikkulisse. So kann es passieren, dass Du vor Deinem geistigen Auge plötzlich Johnny Depp beim Lesen eines Buches siehst, anstatt das Bild eines sonnigen Highways zu verinnerlichen. Trotzdem eignen sich die Erzählungen sehr gut, um sich im Bett, im Auto oder während der Zugfahrt spannend unterhalten zu lassen. Länge: 146min (CD1: 70min CD2: 76min) Sprecher: Helmut Krauss (Synchronstimme von Samuel L. Jackson bei „Pulp Fiction“) Marianne Groß (Synchronstimme von Anjelica Houston in „Hexen Hexen“ und „Addams Family“) Lutz Riedel (Synchronstimme von Timothy Dalton in „Lizenz zum Töten“ und „Hauch des Todes“) David Nathan (Synchronstimme von Johnny Depp in „Sleepy Hollow“ und „Sweeney Todd“) Torsten Michaelis (Synchronstimme von Wesley Snipes in „Blade“)
Text: Sascha Adermann

Ghostbusters – Die Geisterjäger

0
(Original Titel: “Ghost Busters“; alternativ auch: “Ghostbusters“) 1984 | 101min | FSK 12 Dr. Egon Spengler (Harold Ramis),  Dr. Raymond Ray Stantz (Dan Aykroyd) und Dr. Peter Venkman (Bill Murray) erforschen paranormale Phänomene, bis sie aufgrund von fehlender Glaubwürdigkeit der New Yorker Columbia University verwiesen werden – und das ausgerechnet, nachdem das Trio endlich einem echten Gespenst in einer Bibliothek begegnet ist!

Der Höllenschlund im Kühlschrank

Der Ausnahmewissenschaftler Spengler und der naive Stanz entwickeln daraufhin ein System zum Fangen und Einsperren von Geistern, mit dem sich die drei auch prompt als Firma Ghostbusters selbstständig machen. Hierzu wird ein baufälliges Spritzenhaus, mitten in Manhattan, zur Geisterjäger-Zentrale umfunktioniert. Eine lange auftragslose Durststrecke endet, als die hübsche Dana Barrett (Sigourney Weaver) über den Höllenschlund in ihrem Kühlschrank zu berichten weiß. Dr. Peter Venkman, der sich in seiner clownesk ironischen Art mehr für das weibliche Geschlecht als für die Wissenschaft zu interessieren scheint, nimmt sich halbherzig des Falles an, ohne zu ahnen, dass sich die Drei von der Fangstelle bald bei ihrem ersten “richtigen“ Bekämpfungs-Einsatz wiederfinden werden. Dieser führt sie in ein Nobelhotel. Mit ihren selbstgebauten Photonenbeschleunigern, einer Art Rucksack-Nuklearreaktor mit entsprechendem Handstück und einer schuhkartongroßen Geisterfalle, machen die Unerschrockenen sich im Tanzsaal des Hotels auf die Jagd nach einem schleimig-grünen Klasse-5-Dunst, welcher  Dr. Venkman erstmal fröhlich mit Ecto-Plasma (Geisterglibber) vollschleimt und dafür sorgt, dass die Geisterjäger die Inneneinrichtung geringfügig durch die Strahlenkanonen beschädigen – sprich: komplett demolieren.

Von Torwächtern und Schlüsselmeistern

Das nun plötzlich vermehrte Auftreten von geisterhaften Erscheinungen in und um die Stadt, die niemals schläft, bereitet den dreien viele Schlagzeilen und ebenfalls schlaflose Nächte. Diese machen es nötig, sich Verstärkung durch einen neuen Mitarbeiter, Winston Zeddemore (Ernie Hudson), zuzulegen. Doch ist der Geisterboom Zufall? Nein, denn wie sollte es auch anders sein, tut sich das Höllentor in Dana Barretts Penthousewohnung abermals auf und lässt den Halbgott Zuul, den Torwächter, Besitz von ihr ergreifen. Aber nicht nur sie, sondern auch ihr leicht trotteliger Nachbar, Louis Tully (Rick Moranis), wird von einem Höllenhund überfallen und beherbergt fortan den Schlüsselmeister. Die beiden sind die Wegbereiter für die Rückkehr einer recht übellaunigen, sumerischen Gottheit: Gozer, der Vernichter. Dieser soll auf dem obskuren pyramidenartigen Dach des Art Déco Penthouses in Erscheinung treten. Zu allem Unglück sabotiert das New Yorker Umweltamt die Geisterjäger, wie es von bornierten Behörden nicht anders zu erwarten ist, das Hochleistungsarrest- und Sperrsystem für Geister. Die flüchtigen Gespenster ergießen sich über ganz New York. Damit geben sie das Zeichen für die Wiederkehr des Vernichters. Mit dem Herz in der Hose und trotzdem beherzt, beginnt für die Ghostbusters auf dem Hochhaus ihr gefährlichster Einsatz, denn sie sind die Einzigen, welche die Welt jetzt noch vor dem Jüngsten Gericht bewaren können…

“Ghostbusters“ ist einfach Kult

Ob Schlüsselmeister und Torwächter, Ecto 1 – die coole Geisterjäger-Karre, das grüne Glibberwesen (später von den Fans nur noch Slimer genannt) oder das berühmte “Ghostbusters“-Logo selbst! Der Streifen ist einfach zeitloser Kult! Ivan Reitman liefert 1984 mit diesem Film ein Paradestück an Gruselkomödie ab, die Ihresgleichen sucht und bei der kein Auge trocken bleibt, ohne dabei ins Alberne abzurutschen. Zusammengefasst ein kurzweiliger actionreicher Gespenster-Spaß, der in keiner Filmsammlung fehlen darf! Nicht zu vergessen, dass der gesamte Soundtrack eine hörenswerte Zusammenstellung trashiger 80er Jahre Musik bietet, von der einem besonders Ray Parker Jr.’s. “Ghostbusters“ noch nach über 20 Jahren in den Ohren liegt, sobald man an den Film denkt. Harold Ramis und Dan Aykroyd, die auch für die Story verantwortlich sind, sowie Bill Murray und Rick Moranis sind für ihre komödiantischen Qualitäten bekannt. In Ghostbusters werden sie noch durch die unvergleichliche Sigourney Weaver ergänzt.

Noch mehr Geister in der Falle -“Ghostbusters II“

  Wie sollte es auch anders sein, lässt bei einem erfolgreichen Kinofilm, eine gelungene Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Mit “Ghostbusters II“ folgt 1989 ein würdiger Nachfolger und füllt ebenfalls die Kinokassen. Diesmal kämpfen die Geisterjäger gegen den Karpatenfürsten Vigo, der dummerweise in einem Gemälde eingeschlossen ist. Er bedient sich der Hilfe eines unterirdisch fließenden, voll böser Emotionen strotzenden, Schleimflusses, um sich den Weg ins 20. Jhr zu bahnen. Ganz in alter Manier wird natürlich auch dieser Fiesling vom Geisterjäger-Quartett in die Flucht geschlagen, die neben flotten Sprüchen und ihren “Photonenpäckchen“ auch noch das New Yorker Wahrzeichen, nämlich Miss Liberty hersell, auf den Plan rufen. Ganz nebenbei retten sie selbstverständlich die Welt und es gibt auch ein Wiedersehen mit Dana Barrett – diesmal mit Baby (nein, es ist nicht von Peter Venkman) -,  Louis Tully´ sowie der spleenigen Ghostbusters-Sekretärin Janine, die bereits im ersten Teil mit von der Partie war.

Noch eine Fortsetzung?

Laut einer Presseerklärung von Sony wird zur Zeit an einem Drehbuch für “Ghostbusters III“ gearbeitet, weitere Details sind aber bisher nur Gerüchte.

Animation & Games

Nach den Filmen schiebt man noch zwei recht erfolgreiche Zeichentrickserien “The Real Ghostbusters“ und “Extreme Ghostbusters“ hinterher und natürlich gibt es auch einige Videospiele. Das erste erscheint bereits 1984/1985 für Apple II, Atari 2600, C64, NES, Sega Master Systme und ZX Spectrum mit wenigen Farben und einem quäkenden Sound. Nachfolgende Games, auch zu “Ghostbusters II“, sind dagegen schon sehr viel ansehnlicher. 2009 erscheint mit „Ghostbusters – The Videogame“ der jüngste Ableger. Sogar mit ansprechender Grafik und ordentlichen Sounds!
Trailer vom ersten Ghostbusters- Film Trailer vom neuesten Ghostbusters- Spiel
Text: Sven Weidmann

Bernie Wrightson

1
Bernie Wrightson, geb. 1948, ist ein amerikanischer Comiczeichner. Am bekanntesten und einflussreichsten sind seine Arbeiten an der „Swamp Thing“-Serie. Die von Len Wein geschriebenen Geschichten bieten Wrightson, mit ihren Bezügen zu klassischen Horrorfiguren wie dem Werwolf oder dem Tentakelmonster von H.P. Lovecraft, genau das richtige Umfeld für seine beeindruckenden Licht- und Schatten-Spielereien, in das er seine monströsen, traurigen Helden einbindet. Die stilistischen Elemente Licht und Schatten sind stark an den klassischen Horrorfilm angelehnt. Bernie Wrightson schafft es, noch eins drauf zu setzen und überzeichnet diese gekonnt –  kaum eine Augenhöhle, die nicht im Dunkeln liegt  und kaum ein Fenster, welches keinen langen Kreuzschatten in den Raum wirft. Mit zahlreichen monströsen und zwergenhaften Missgestalten, eingebettet in einen tragischen Background entfaltet Wrightson eine Atmosphäre, die oft stark an den Filmklassiker “Freaks“ erinnert. Höhepunkt seines bisherigen Schaffens ist die Arbeit an den 50 aufwendigen Illustrationen zu Mary Shellys “Frankenstein“, die über 7 Jahre dauert. Darüber hinaus fertigt er zahlreiche Illustrationen und Comic-Adaptionen zu Geschichten von Stephen King, wie „The Stand“, „Creepshow“ und „Der Werwolf von Tarker Mills“ an. Er wirkt bei zahlreichen Filmen, wie „The Faculty“, „Ghostbusters“ und George A. Romeros „Land of the Dead„mit. Noch dazu ist er für die Episode „Captain Stern“ des legendären Animationsfilms „Heavy Metal“ verantwortlich, aus der er später eine Comic-Miniserie entwickelt. Captain Stern im Animationsfilm „Heavy Metal“ Aufgrund seines unverwechselbaren Zeichenstils und der Vielzahl seiner einflussreichen Werke, gilt Bernie Wrightsons als eine der einflussreichsten Künstler im Fantasy- und Horror-Comicberreich. Links: www.wrightsonart.com (Fanseite mit zahlreichen Abbildungen)
Text: Andreas Hartung

The Walking Dead

2
Autor: Robert Kirkman Zeichner: Tony Moore | Charlie Adlard Verlag: Cross Cult
Rick Grimes ist ein Polizist, wie er im Buche steht. Gut aussehend, freundlich, pflichtbewusst und hilfsbereit. Als er bei einer Schießerei verletzt wird und Wochen später in einem Krankenhaus erwacht, muss er feststellen, dass sich die Dinge etwas verändert haben… Offenbar gibt es kein Personal mehr, keine Patienten und überhaupt nichts, was sich bewegt. Aber schon nach seinem ersten Rundgang stellt er fest, dass der erste Eindruck täuscht. Da gibt es diese leichenähnlichen, schwankenden Personen, die ihm recht unsanft und ohne vorherige Einwilligung das Blut abzapfen wollen. Dass er sich darauf lieber nicht einlässt, ist Rick ziemlich schnell klar. the-walking-dead

Zombies im Krankenhaus

Zugegeben, der Anfang erinnert stark an “28 Days Later“, doch kann es eine eindrucksvollere Ausgangssituation geben? Völlig auf sich allein gestellt und geschwächt im Krankenhaushemd kämpft Rick ums Überleben. Obendrein muss er – sich nur auf die eigenen Instinkte verlassend – herausfinden, was zum Teufel eigentlich los ist. Und Rick hat Glück. Er findet seine Familie in einer Wohnwagenburg vor den Toren der Stadt. Gemeinsam versuchen sie, einen sicheren Ort zu finden und dem drohenden Tod zu entgehen. Nicht viel weniger, als die definitive Zombie-Saga, will Robert Kirkman schreiben. Und im Moment sieht alles danach aus, als würde es ihm auch gelingen. “The Walking Dead“ handelt in erster Linie von Menschen in Extremsituationen, die tagtäglich mit einer allumfassenden tödlichen Bedrohung konfrontiert sind und denen langsam dämmert, dass es keine Rettung gibt. Keine Quarantänezone, die es nur zu überwinden gilt. Keine schwer bewaffneten Regierungstruppen, die alle Zombies grillen. Kein Erwachen aus diesem Alptraum.

Moral wird zur Qual

wdd-4-copyWie geht man damit um, wenn man in einer zusammengewürfelten Truppe fremder Menschen zu überleben versucht. Welche Regeln gelten noch? Welche Moral? Wenn nicht mal mehr Religion als Trost funktioniert. Wie sollst Du an ein Leben nach dem Tod glauben, wenn lebende Tote gerade versuchen Dein Gehirn zu fressen?! Wer ist der Anführer? Und was passiert, wenn man den Gehorsam verweigert? Menschen verändern sich im Leben mit dem andauernden Katastrophenzustand. Die große beeindruckende Stärke von “The Walking Dead“ liegt in diesem Psycho-Drama. Langsam, aber unaufhaltsam wird der freundliche spießige Dorfpolizist zum despotischen Anführer, der glaubt, für die richtige Sache auch Töten zu dürfen, Töten zu müssen. Gnadenlos geht Kirkman mit seinen Figuren um. Einen Bonus für die Hauptfiguren gibt es kaum. Die Lage scheint sich nur zu beruhigen, um kurz danach erneut zu eskalieren. Kirkmann lotet alle menschlichen Reaktionen in Extremsituationen aus. Und so kann sich der Leser nie sicher sein, was passiert, was „The walking dead“ trotz vorkommender Längen zu einer Serie macht, bei der man vor jedem Buch (bzw. Heft in der Originalausgabe) ein wenig Angst es zu lesen, da es vorkommen kann, dass am Ende ein Großteil aller figuren tot sind. Schwangere Frauen, Hauptfiguren und Kinder nicht ausgenommen. Die Geschichte ist laut Kirkmans Aussage ohne ersichtliches Ende angelegt. Also, erstmal keine Rettung in Sicht. So geht die unendliche Zombie-Saga weiter…

Zeit für Zombiesplatter muss sein!

Neben alldem ist natürlich genügend Zeit, um ausgiebig der Zombie-Splatterei zu frönen und dabei eindrucksvoll untote Gehirne über ganze Seiten zerplatzen zu sehen. Da verfängt sich schon mal der eine oder andere mit seinem Fuß in den Gedärmen eines Untoten und schleift ihn noch einige Meter mit. Der erste Band (Ausgaben 1-6) wird von Tony Moore sanft aber realistisch illustriert. Mit Charlie Adlard als neuen Zeichner, werden die Darstellungen wesentlich brutaler, roher und dynamischer. Teilweise erinnern die Bilder schon fast ein wenig an Frank Miller. In den USA hat sich “The Walking Dead“ bereits zum Hit entwickelt. Bei uns veröffentlicht Cross Cult die Serie in kleinen hochwertigen Hardcover-Büchern mit zusammenlegbarem Cover. Mittlerweile gibt es eine sehr erfolgreiche Fernsehserie des amerikanischen Fernehsenders AMC mit inzwischen 3 Staffeln.
Links: www.cross-cult. Webseite der TV-Serie „The Walking Dead“
Text: Andreas Hartung

Jack the Ripper – Die Geschichte eines Mörders

0
Hier, die Kehle ist von links nach rechts bis auf die Wirbelsäule durchschnitten, was darauf schließen lässt, dass der Täter Rechtshänder ist. (Dr. Ralph Llewellyn) Autor: Frank Gustavus Genre: Klassischer Horror Die Erzählung von Jack the Ripper ist eine der bekanntesten und ältesten Geschichten, die sich um die Serienmörder-Thematik dreht. Fast jeder kennt (zumindest vage) die Anekdote des bestialischen Killers, der zahlreiche Prostituierte in den Armen-Bezirken Londons auf grausame Art und Weise ermordet und verstümmelt. Die genauen Vorgänge der damaligen Zeit sind allerdings bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Selbst über die genaue Anzahl der Opfer des Rippers herrscht unter “Experten“ keine Einigkeit. Anfang der 90er Jahre wird das vermeintliche Tagebuch des James Maybrick veröffentlicht, auf das Frank Gustavus bei der Darstellung der Geschichte Bezug nimmt. Ob es sich wirklich um das Tagebuch von James Maybrick handelt, ist nach wie vor umstritten. Ende des 19. Jahrhunderts: James Maybrick (Dietmar Mues), ein Baumwollhändler aus Liverpool, erzählt seine spannende Story. Der nach einer Malaria-Infektion arsen- und strychninabhängige Mann leidet unter den Folgen seines extremen Drogenmissbrauchs. Sein zügelloser Konsum, jener zu dieser Zeit weit verbreiteten Rauschmittel, führt zu einer ausgeprägten Paranoia. Als sich Maybrick in einem Anfall von Wahnvorstellungen einbildet, seine Frau Florie betrüge ihn mit einem Bekannten, dreht er durch. Wie durch einen Zufall häufen sich plötzlich die mysteriösen Mordfälle und bestialischen Bluttaten an Frauen. Scotland Yard schickt deshalb seine besten Leute, um dem “Monster“ auf die Spur zu kommen. Inspector F.G. Abberline (Werner Cartano) und Detective John Littlechild (Jens Scheiblich) untersuchen die Fälle. Hervorragende Sprecher, atmosphärische Geräuschkulisse und tadellose Musik ergeben einen erstklassigen Gesamteindruck. Dietmar Mues (“Die Akte Odessa“) spricht den Ripper so engagiert, als hätte er sich eigens für diese Rolle in einen Arsen- und Strychninvorrat gestürzt. Die Bilder im Kopf sind düster wie Londons winklige, kleine Gassen bei Nacht. So bleibt das Hörspiel bis zum Schluss spannend und bietet ein überraschendes Ende. Länge: 74 min Sprecher: Dietmar Mues („Die Akte Odessa“) als James Maybrick Barbara Nüsse („Teufelsbraten“) als Polly Nicholls Werner Cartano („Großstadtrevier“) als Inspector Abberline Wolfgang Kaven („Knockin‘ on Heaven’s Door“) als Dr. Ralph Llewellyn Angela Stresemann („Unser Lehrer Doktor Specht“) als Annie Chapman Heinz Lieven („Adelheid und ihre Mörder“) als George Hewitt Hans Paetsch („Lola rennt“) als Richter James Fitzjames Stephen Dagmar Puchalla als Florie Maybrick / Mary Kelly Jens Scheiblich als Detective John Littlechild Achim Schülke als Constabler John Neil Volker Bogdan als Dr. Arthur Hopper Aranka Mamero-Jaenke als Elizabeth Stride
Text: Sascha Adermann

Hellblazer

0
Autor: Jamie Delano Zeichner: Alan Moore Verlag: Schreiber und Leser| Panini
John Constantine ist Magier. Und zwar einer von denen, die wissen wie es läuft. Einer der es drauf hat. John Constantine ist ein abgefuckter Loser. Ein äußerst trinkfester und zynischer Mr. Obercool, der die Zigarettenkippe im Mundwinkel und sich selbst im speckigen Trenchcoat stecken hat und so die okkulten Kastanien aus dem Feuer zu holen versucht. Immer nach dem Motto: Es wird noch viel heißer gegessen, als es gekocht wird.

Leben am okkulten Rand

Wenn man als magischer Rotzlöffel einen Großteil seines Lebens damit verbringt, gierigen und machtgeilen Dämonen in den Arsch zu treten, ist es nicht verwunderlich, dass die gesamte Unterwelt schlecht auf Mr. Constantine zu sprechen ist. Gleiches gilt für die Oberwelt (inklusive der himmlischen Heerscharen). Dieses Leben, am stetigen Rande der okkulten Bedrohung, bringt eine potenzierte Variation des alten Spiderman-Problems mit sich. Denn jede Person, auf die sich Constantine freundschaftlich oder liebend einlässt, läuft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Gefahr, in der nächsten Zeit zum Spielball und Opfer dämonischer Ränkespiele zu werden. Und so wird die ewige Geheimniskrämerei des Magiers, der seine Liebste schützen und aus allem Übel heraushalten will, zur Belastungsprobe, an der jede Beziehung unweigerlich zerbricht. So kann es schon mal passieren, dass der gebrochene Held über mehrere Episoden volltrunken und resigniert in der Gosse lebt. Denn trotz aller Coolness und einer gut geölten „Richtige Sprüche zur richtigen Zeit“-Maschine, lässt die Serie nie einen Zweifel daran, dass Constantine einen zu hohen Preis für sein geheimes Wissen zahlt.

Depressiver Dauerbrenner

Erfunden hat den charismatischen Einzelgänger der Engländer Alan Moore, der Constantine 1988 erstmals als tragende Nebenfigur in seiner Comicserie „Swamp Thing“ auftreten lässt. Kurze Zeit später bekommt er seine eigene Heftreihe, welche bis heute unter dem Namen „John Constantine – Hellblazer“ läuft. Zu Beginn, will Autor Jamie Delano “John Constantine“ auch als Kommentar auf die sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse im Großbritannien der Achtziger Jahre verstanden wissen. Im Laufe der Zeit arbeiten zahlreiche weitere Autoren (u.a. Garth Ennis, Brian Azzarello und Warren Ellis) an “Hellblazer“ und drücken der Serie ihren eigenen Stempel auf. So variiert je nach Autor die zynische und depressive Seite der Hauptfigur gegenüber cooler spaßiger „Dämonen-den-Arsch-aufreißen-Action“. Denn davon gibt es auch mehr als genug. Wo sonst kann man ein Monster mit Pizza-Gesicht in einem Pool aus verwesten Menschenleichen baden sehen? Richtig, nirgendwo!

Cooles Erscheinungsbild

Prägend für das anfängliche Erscheinungsbild von John Constantine ist der Zeichner John Ridgway, der die ersten Ausgaben zeichnet. Dessen Constantine ist auch optisch, mit kräftigem und expressivem Strich, sowie klarer aber bedrohlicher Farbgebung, eng an den “Swamp Thing“-Auftritt angelehnt. Dabei scheut man sich auch nicht davor, Bilder mit seltsam verschrobenen Proportionen stehenzulassen, was dem Comic eine oft bizarre Wirkung verleiht aber trotzdem gut ins Gesamtbild passt. Ein Stilmittel, welches in den Anfangstagen oft auch bei dem Vertigo-Bruder Sandman verwendet wird und auch dort seine Wirkung nicht verfehlt. Noch eindrucksvoller als die Zeichnungen sind aber von Anfang an die Cover der Hefte. Für deren Gestaltung gibt sich im Laufe der Serie eine imposante Liste von Künstlern die Klinke in die Hand. Beginnend mit Sandman-Coverstar Dave McKean, arbeiten u.a. David Lloyd („V for Vendetta“), Kent Williams („The Fountain“) und natürlich Glen Fabry („Preacher“-Cover) für „Hellblazer“, so dass bereits das Blättern durch die Cover-Galerie der Serie zu einem großartigen Erlebnis wird. Die Comicserie wird 2005 recht ansprechend verfilmt, abgesehen von der Fehlentscheidung Keanu Reeves als Constantine zu besetzen. Schließlich weiß jeder: John Constantine ist 1. blond und 2. ein cooler Karpfen! Und Keanu ist ja mehr so eine Art schwarzhaariger Guppy. Auch eine Computer- bzw. Videospielumsetzung gibt es. Diese ist allerdings nur für, äh…, eiserne „Constantine“-Fans zu empfehlen.
Links: Ausführliche Hellblazer Website Kostenloser Download: Erstes Hellblazer-Heft Interview mit Jamie Delano und Garth Ennis über ihre Arbeit an Hellblazer
Text: Andreas Hartung

Die falsche Kiste

0
(Originaltitel: “The Wrong Box“) Genre: Klassiker des makabren Humors Autor: Robert Louis Stevenson und Lloyd Osbourne Verlag: Insel; Deutscher Taschenbuch Verlag; Büchergilde Gutenberg; Hanser „Wenn das kein komisches Buch ist, möchte ich wissen, was dann. Ich bin beim Schreiben beinahe umgekommen vor Lachen.“ sagte Robert Louis Stevenson, der diesen absurden und schwarzhumorigen Roman zusammen mit seinem Stiefsohn Lloyd Osborne schrieb. Es handelt von Verwicklungen und Betrügereien rund um die baldige Auszahlung einer stattlichen Tontine.

Was ist eine Tontine?

Eine Tontine ist eine Art obskure Lebens- bzw. Rentenversicherung, mit der unsere britischen Nachbarn, gern die Zeit bis zu ihrem Ableben überbrücken. Eine Gruppe stolzer Elternteile zahlt für ihre jungen Sprösslinge bei einem gewissenhaften Notar jeweils eine nicht unerhebliche Summe ein. Sagen wir mal unbescheidene 1000 Britische Pfund. Dieses Geld wird Gewinn bringend angelegt und vermehrt sich über die Jahre zu einem prächtigen Vermögen. Ausbezahlt wird der letzte Überlebende der ehemals so munteren und viel versprechenden Kinderschar, um sich damit seine möglicherweise letzten Lebenswochen angemessen zu verschönern. Die beiden Brüder Masterman und Joseph Finsbury sind die einzigen beiden Überlebenden einer solchen Tontinen-Abmachung. Joseph hat jedoch nicht viel Freude an der Aussicht auf baldigen Reichtum. Denn er muss seinen Anspruch an der Tontine an seine beiden verwaisten Neffen Morris und John abtreten, die er groß gezogen und deren ursprünglich ansehnliches Vermögen er in seinem defizitären Ledergeschäft und ausufernden Weltreisen versenkt hat. Die mittlerweile volljährigen Neffen sind nun stark an ihrem Anteil der viel versprechenden Tontine interessiert und verändern radikal das Leben des bisher so lebenslustigen Onkel Joseph. Nach dem Motto: „Wer zuerst stirbt, hat verloren“ hütet Neffe Morris seinen Onkel, im übrigen ein passionierter Vortrags-Redner, wie seinen Augapfel. Er lässt ihn nicht mal mehr zu dessen geliebten Vortragsreisen außer Haus und kleidet ihn von oben bis unten in patentierte Gesundheitswäsche nach dem neusten Schrei. So drangsaliert, nutzt Onkel Joseph das Chaos nach einem schrecklichen Eisenbahnunglück, um heimlich zu verschwinden. Seine Neffen finden nur eine kopflose Leiche, welche zufällig ebenfalls in der patentierten Gesundheitswäsche verpackt ist.

StevensonLeiche, wechsle dich!

Ihre Schlussfolgerung ist klar: Der Onkel ist tot. Und kein Onkel, kein Geld. Den ungerechten Lauf des Schicksals beklagend, beschließen sie die Leiche verschwinden zu lassen. Es reift der Plan den Onkel, rein virtuell am Leben zu erhalten, um doch noch die Tontine zu kassieren. Aber das ist gar nicht so einfach. Erst recht nicht, als ein Witzbold die Adressen-Etiketten vertauscht und jemand anderes die Leiche in einer Kiste zugeschickt bekommt. „Leiche, Leiche, du musst wandern“ – denken die Neffen, denn fortan wechselt der kopflose Tote munter seine Besitzer. Man verkleidet sich und erfindet abstruse Geschichten, um die ungeliebte Leiche anderen Leuten unterzuschieben und das Dasein eines totgeglaubten Menschen vorzutäuschen, der gar nicht tot ist. Mittelpunkt dieses lustigen Verwirrspiels ist der lebenslustige Winkeladvokat Michael Finsbury. Dieser ist der Neffe von Morris und John und als Sohn von Masterman Finsbury eben selbst extrem heißer Anwärter auf die reizvolle Tontine. “Die falsche Kiste“ gleicht einem bayrischen Volksschwank, in dem immer zum falschen Moment noch ein Großvater aus dem Küchenschrank stolpert. Die unwahrscheinlichsten Verknüpfungen und Zufälle stapeln sich dramatisch hoch. Und durch die distanzierten und lakonischen Kommentare der beiden neutralen Erzähler, ist das Buch auch über 100 Jahre nach seinem Erscheinen ein prächtiger und vor allem komischer Lesespaß. Aufgrund seiner moralischen und heiteren Unbeschwertheit –  keine der handelnden Personen wird für sein moralisch grenzwertiges Tun vom Erzähler getadelt – wird der Roman nach seinem Erscheinen beim großen Publikum und der Presse leider kein großer Erfolg. Er erfreut sich aber  einer geradezu kultischen Verehrung, in einem kleinen Kreis prominenter Verehrer (u.a. Gilbert Keith Chesterton). Angeblich wurde den Redakteuren der Times in den Zwanziger Jahren sogar untersagt, mehr als ein Zitat aus “Die falsche Kiste“ pro Ausgabe zu verwenden. In Deutschland ist das Buch antiquarisch gut und preiswert erhältlich.
Text: Andreas Hartung